DGB-Berechnung Zwei Millionen Deutsche beziehen dauerhaft Hartz IV

Fast jeder zweite Hartz-IV-Empfänger im erwerbsfähigen Alter ist dauerhaft auf Unterstützung angewiesen. Das geht aus einer Untersuchung des DGB hervor. Besonders hoch ist der Anteil der Dauerbedürftigen demnach in Brandenburg.

Jobcenter Waiblingen: In Baden-Württemberg 37 Prozent dauerhaft bedürftig
DPA

Jobcenter Waiblingen: In Baden-Württemberg 37 Prozent dauerhaft bedürftig


Düsseldorf - Trotz der guten Wirtschaftslage sind laut DGB etwa zwei Millionen Deutsche langfristig Bezieher von Hartz-IV-Leistungen. Die Leistungsempfänger im erwerbsfähigen Alter seien "nahezu dauerhaft auf staatliche Fürsorgeleistungen angewiesen", zitierte die "Rheinische Post" aus einer Untersuchung des Gewerkschaftsbunds. Die Grundlage seien Daten der Arbeitsverwaltung.

Demnach unterstützte der Staat im vergangenen Jahr 6,1 Millionen Bürger mit Hartz-IV-Leistungen. Von ihnen seien 4,4 Millionen im erwerbsfähigen Alter gewesen.

Mehr als zwei Drittel der Hartz-IV-Empfänger im erwerbsfähigen Alter seien in den vergangenen zwei Jahren mindestens 21 Monate hilfebedürftig gewesen, berichtete die Zeitung weiter. Fast die Hälfte der Leistungsempfänger im erwerbsfähigen Alter beziehe seit 50 Monaten und länger staatliche Fürsorge.

In Bayern und Baden-Württemberg zählten 37 Prozent der Hartz-IV-Empfänger im erwerbsfähigen Alter zur Gruppe derer, die 50 Monate und länger auf Leistungen angewiesen seien. Den Spitzenplatz belege mit 73 Prozent Brandenburg. Der Durchschnitt liegt demnach bei 46 Prozent.

cte/AFP

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insgesamt 40 Beiträge
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Progressor 24.07.2013
1. Gute Wirtschaftslage?
Der IWF hat die Prognose für Deutschland auf 0,3 % Wirtschaftswachstum im Jahr 2013 korrigiert. Durch die kreditfinanzierte Hochwasserhilfe mag es wohl steigen. Das reicht aber nicht um Beschäftigungsabbau zu verhindern. Nach der Bundestagswahl wissen wir es genau.
mnbvc 24.07.2013
2. Kommt wohl nicht durch den
Aber: es gibt einen Unterschied zwischen "zwei Millionen Deutsche" und "zwei Millionen Menschen in Deutschland".
u.loose 24.07.2013
3. Frei nach dem sonst üblichen
Argument - es tifft ja nur Wenige. Bei 80 Mio Einwohnern sind 2 Mio ja nur 2,5%... Warum schafft es dann nur die Opposition zu derart vielen Stimmen? Warum spielt Hartz eine derart große Rolle im Bewusstsein der Wähler? Mir ein Rätsel.
alterknacker 24.07.2013
4. Mediales 'Draufhauen'???
Zitat von sysopDPAFast jeder zwei Hartz-IV-Empfänger im erwerbsfähigen Alter ist dauerhaft auf Unterstützung angewiesen. Das geht aus einer Untersuchung des DGB hervor. Besonders hoch ist der Anteil der Dauerbedürftigen demnach in Brandenburg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/dgb-zwei-millionen-deutsche-beziehen-dauerhaft-hartz-iv-a-912748.html
Schon vor mehr als einem halben Jahr habe ich im FIWUS (Auch diese Menschen muss ein Staat ‘ertragen’ | Freies in Wort und Schrift (http://freies-in-wort-und-schrift.info/2012/12/30/auch-diese-menschen-muss-ein-staat-ertragen/)) einen Beitrag veröffentlicht, der sich genau mit diesem Thema und seinen Folgen befasst ... und jetzt besonders in der sogenannten *nachrichtenarmen Zeit, dem Sommerloch* wird es wieder fett und breit aufbereitet und heißt eigentlich *Hartz IV-Bashing* ...
smartphone 24.07.2013
5. Statistiktricks
nun ,es ist doch interessant , daß der Eindruck suggeriert wird , man hätte nur 2 Mio ...defacto sind es 6 Mio ...Die Sache mit dem Dauerhaft ist per se auch überprüfenswert ,wieso das so ist ... Es ist auf Personalerseite eine tendenziöse Allgeminstimmung festzumachen ... Man tut geradeso ,als wenn die quasi Arbeitsscheu Assozial etc wären .... @loose ... Sie machen den Fehler ALLE Bundesbürger gegenzurechnen .. also vom Baby bis zum >75 jährigen . De facto haben wir max 42 Mio "arbeitsfähige" , somit ist schon der og 6 Mio Ansatz ( die dito de facto effektiv 6 Mio ALG1 kommen ja noch dazu ) relativ betrachtet verdammt viele......:Das die Politik das aussitzt udn so tut , als hätte man Vollbeschäftigung zeigt auch die Tatsache , das in der Sache angeschriebene Politiker nicht in der Lage sind die reale Faktenlage zu beantworten ( wenn man sie damit konfrontiert )
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