Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schrumpfende Einkommen: Horrorjahrzehnt für US-Mittelschicht

Für Amerikas Mittelschicht war das vergangene Jahrzehnt ein Desaster. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg lag das Durchschnittseinkommen der amerikanischen Normalbürger am Ende einer Dekade niedriger als zu Beginn. Die Angst vor dem sozialen Abstieg wächst.

Obama-Unterstützer in den USA: Die Lage der Mittelklasse ist ein Thema im Wahlkampf Zur Großansicht
DPA

Obama-Unterstützer in den USA: Die Lage der Mittelklasse ist ein Thema im Wahlkampf

Hamburg - Der amerikanischen Mittelschicht ging es 2010 deutlich schlechter als zehn Jahre zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Pew. Demnach ist die US-Mittelschicht im vergangenen Jahrzehnt nicht nur stark geschrumpft - die verbliebenen Mitglieder verloren auch noch an Einkommen und Wohlstand.

Laut der Studie fiel das mittlere Einkommen einer amerikanischen Mittelschichtsfamilie von 72.956 Dollar im Jahr 2000 auf 69.487 Dollar im Jahr 2010 - ein Minus von fünf Prozent. Noch drastischer fiel der Rückgang beim Wohlstand aus, den das Institut als Vermögen abzüglich Schulden definiert. Hier ging der mittlere Wert sogar um 28 Prozent zurück - von 129.582 Dollar auf 93.150 Dollar.

Hauptgrund für den Wohlstandsverlust ist die schwere Wirtschaftskrise seit 2007. In den drei Jahren bis 2010 fiel der Wohlstand um fast 40 Prozent. Bei den Einkommen ist der Trend weniger eindeutig, doch auch sie fielen vor allem seit 2007.

"Der Glaube daran, dass der Lebensstandard der Mittelschicht ständig steigt, gehört zur amerikanischen Gründungsidee", zitiert die "Financial Times" Pew-Vizepräsident Paul Taylor. "Mittlerweile hat die Mittelschicht ein kleineres Stück von einem kleineren Kuchen."

Das Pew Research Center hatte für die Studie 1287 Amerikaner befragt, die sich der Mittelklasse zugehörig fühlen. 85 Prozent von ihnen sagten, es sei heutzutage für Normalbürger schwieriger, ihren Lebensstandard zu halten, als noch vor einem Jahrzehnt.

Ihren Glauben an eine erfolgreiche Zukunft haben die meisten Amerikaner trotz des schlechten Jahrzehnts behalten. 43 Prozent der Befragten gaben an, der Lebensstandard ihrer Kinder werde besser sein als ihr eigener, immerhin 26 Prozent rechneten mit einer Verschlechterung.

stk

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Willkommen im 21 Jahrhundert!
unixv 23.08.2012
Wir in DE, haben es auch nicht glauben können was unsere Sozen da fabriziert haben, alles für die Märkte und Banken, bald nichts mehr für den Bürger. 1€ Sklaven, Minijober, arme Rentner, prekäre Arbeitsverhältnisse, korrupte Politiker! Selbst Chinesen würden sich hier nicht mehr wohl fühlen, kleiner verdienst, große Miete, teure Lebenshaltungskosten und fast unbezahlbare Energie, machen hier das Leben zum Überlebenskampf! Dieses €uropa ist so toll, aber nur für Banken, Politiker und Beamte!
2.
Klopsdrops 23.08.2012
Zitat von sysopDPAFür Amerikas Mittelschicht war das vergangene Jahrzehnt ein Desaster. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg lag das Durchschnittseinkommen der amerikanischen Normalbürger am Ende einer Dekade niedriger als zu Beginn. Die Angst vor dem sozialen Abstieg wächst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,851665,00.html
Also das stimmt nicht. Der Kuchen (d.h. das BIP) ist in den vergangenen 10 Jahren auch in den USA beständig gewachsen (und zwar kräftig), genau wie beispielsweise in Deutschland auch. Der Kuchen ist nicht kleiner geworden, sondern größer. Die amerikanische Mittelschicht (im Wesentlichen die Arbeitnehmer) bekommen nur genau wie die Deutschen immer weniger vom immer größer werdenden Kuchen ab. Es ist ein Märchen der wenigen Profiteure des Wirtschafts- und Produktivitätswachstums, dass der Kuchen immer kleiner werden würde, um die Massen beruhigt zu halten. In Wirklichkeit wurde der Kuchen aber jedes Jahr größer (bis auf ein einziges Jahr, in dem es die Rezession gab nach der Finanzkrise).
3. Hier könnte ein Titel stehen
shokaku 23.08.2012
Zitat von unixvWir in DE, haben es auch nicht glauben können was unsere Sozen da fabriziert haben, alles für die Märkte und Banken, bald nichts mehr für den Bürger. 1€ Sklaven, Minijober, arme Rentner, prekäre Arbeitsverhältnisse, korrupte Politiker! Selbst Chinesen würden sich hier nicht mehr wohl fühlen, kleiner verdienst, große Miete, teure Lebenshaltungskosten und fast unbezahlbare Energie, machen hier das Leben zum Überlebenskampf! Dieses €uropa ist so toll, aber nur für Banken, Politiker und Beamte!
Das ist halt der Pferdefuss der Globalisierung. Sich die Sachen jetzt für kleines Geld vom Chinamann machen lassen, und gleichzeitig die entsprechenden Arbeitsplätze im Land behalten geht nun mal nicht. Die US of A haben das in noch größerem Ausmass zu spüren bekommen.
4. Ist doch ganz einfach
gifmemore 23.08.2012
Das Geld hat jetzt einfach jemand anders - da es die Armen und Alten in der Regel nicht sind... können es ja nur diejenigen auf der anderen Seite sein .. die Reichen. Aber hey .. Romney will den Armen, Kranken und Alten noch mehr wegnehmen ... wo das Geld dann landet ist doch auch klar .. sicherlich nicht im Mittelstand. Die Amerikaner leben seit Jahrezehnten über ihre Verhältnisse, dass das irgendwann nicht mehr gut gehen kann ist doch klar. Das sieht man derzeit doch auch in Europa. Am besten führt man mal wieder einen richtigen Krieg weit weg - aber bitte nicht in der Wüste ... dann gibt es auch wieder was auzubauen und zu verkaufen. also mehr Jobs für die Mittelschicht. Syrien und der Iran bietet sich da ja förmlich an! Wenn die Amis so weiter machen und die industrielle Produktion kontinuierlich nach China verlagern, damit zig tausende Jobs verloren gehen, muss man sich auch nicht wundern, wenn die Einkommen sinken.
5. Arghh...
interessierter_leser 23.08.2012
Zitat von sysopDPAFür Amerikas Mittelschicht war das vergangene Jahrzehnt ein Desaster. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg lag das Durchschnittseinkommen der amerikanischen Normalbürger am Ende einer Dekade niedriger als zu Beginn. Die Angst vor dem sozialen Abstieg wächst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,851665,00.html
Die Wirtschaftskris soll Schuld sein, was für ein Unfug. Im Gegensatz zu DE kommt in den USA zu der Umverteilung über den Zinsmechanismus, der ungefähr so groß ist wie der gesamte US Haushalt noch eine verfehlte Steuer- und Sozialpolitik. Mit anderen Worten, die von der Oberschicht angestrebte Verarmung der Mittelschicht schreitet noch schneller voran als in Europa!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: