Berlin - Die Euro-Krise hat dem Vertrauen in den Euro geschadet. Nur 38 Prozent der Befragten schenken ihrem Zahlungsmittel noch volles Vertrauen, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der GfK-Marktforscher hervorgeht.
Es ist das erste Mal, dass das Institut Zahlen zum Vertrauen in die Gemeinschaftswährung erhebt. Ein direkter Vergleich zu den Vorjahren ist somit nicht möglich. Allerdings hat in der Vergangenheit unter anderem das Meinungsforschungsinstitut Allensbach Erhebungen zum Euro durchgeführt.
Im Herbst 2002 war die Vertrauenskrise demnach sogar noch größer. Damals bekundeten nur 21 Prozent der Befragten Vertrauen in die Gemeinschaftswährung. 2007, im Jahr als die Finanzkrise ausbrach, waren es 31 Prozent, also noch weniger als derzeit. 2009 sprachen 44 Prozent der Befragten dem Euro ihr Vertrauen aus.
Die beiden Erhebungen lassen sich jedoch nicht direkt vergleichen. Die grobe Übersicht deutet jedoch darauf hin, dass das Ansehen des Euro zuletzt wieder gesunken ist. Generell ist die Haltung der Deutschen zur Gemeinschaftswährung skeptisch.
In Deutschland herrsche ein Gefühl des allgemeinen Misstrauens, sagte GfK-Experte Ronald Frank. Viele sorgten sich um die milliardenschweren Garantien, die Deutschland über die Rettungspakete anderen Euro-Ländern gebe. "Vertrauen wieder aufzubauen, ist sehr langwierig und kann Jahre dauern."
In den Euro-Krisenländern Spanien und Italien ist die Stimmung laut GfK sogar noch mieser: Dort vertrauen nur 35 beziehungsweise 30 Prozent auf Europas staatsübergreifende Währung.
Zum Vergleich: In anderen Ländern ist der Glaube an die eigene Währung deutlich stärker. Am größten ist der Zuspruch in Kanada mit 91 Prozent, in der Schweiz (90 Prozent) und in Schweden (87 Prozent), wie die GfK-Umfrage in 25 Ländern ergab. Insgesamt liegt der durchschnittliche Vertrauenswert bei knapp 65 Prozent, in den sieben untersuchten Euro-Ländern nur bei 39 Prozent.
ssu/Reuters
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