Arbeitsmarkt Zahl der Teilzeit- und Leiharbeitsjobs steigt

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich robust, die Anzahl der Vollzeitjobs steigt. Gleichzeitig gibt es immer mehr Teilzeitstellen und Leiharbeit. Am häufigsten sind solche "atypischen" Jobs im Norden.

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In Deutschland wächst nicht nur die Zahl der sogenannten normalen Arbeitsverhältnisse - also sozialversicherungspflichtige Vollzeitjobs. Im vergangenen Jahr hat die Zahl der atypischen Jobs noch stärker zugelegt, berichtet das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag in Düsseldorf. Unter dem Begriff atypisch werden Teilzeitstellen, Leiharbeit und Minijobs zusammengefasst, die in ihrer Mehrheit allerdings auch sozialversicherungspflichtig sind.

Insbesondere die Zahl der Teilzeit- und Leiharbeiter hat 2016 zugenommen, sagt WSI-Arbeitsmarktexperte Toralf Pusch. Die Zahl der Minijobber sei hingegen um 46.000 Beschäftigte auf 5,14 Millionen zurückgegangen. Zusammen ergeben alle drei Gruppen einen im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegenen Anteil von fast 40 Prozent an allen abhängigen Beschäftigungsverhältnissen. 23 Prozent arbeiteten Teilzeit, 14,1 Prozent der Beschäftigten hatten einen Minijob als Hauptverdienst, 2,6 Prozent waren Leiharbeiter.

Das WSI hat die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit auch regional aufgearbeitet. Danach ist atypische Beschäftigung am stärksten in den westdeutschen Flächenländern verbreitet - mit Schleswig-Holstein (43,3 Prozent) an der Spitze. Im niedersächsischen Delmenhorst waren demnach 55,9 Prozent der Jobs atypisch.

hej/dpa-AFX



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Spiegelleserin57 18.05.2017
1. genau der Trend!
heute darf niemand mehr davon ausgehen dass er am Ende des Arbeitslebens noch im gelernten Job arbeitet, aber das ist kein Problem. Die Zeiten ändern sich und wer flexibel bleiben will macht diese Entwicklung ohne Probleme mit. Vielleicht haben auch die Arbeitgeber erkannt dass Minijobs nicht motivierend sind und die Arbeitskräfte auch schnell wieder von sich aus wechseln. Was auch eine Rolle spielen dürfte: wer 2,50€ bezahlt bekommt auch die Leistung entsprechend schlecht da der Arbeitnehmer auch keine Motivation hat da er weder mehr Geld verdient noch eine Karriere machen kann.
dingstabumsta 18.05.2017
2. Was soll man...
auf solch einer Meldung Antworten? Ich sage dass gleiche wie bei veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen! Der derzeitige Wirtschaftsboom, der Steuersprudelwahn....all dass werden wir solidarisch auffangen dürfen, wenn diese prekär Beschäftigten in Rente gehen, und dabei nicht einmal die Grundsicherungerreichen werden....also subventioniert der Deutsche Steuerzahler die derzeitigen Gewinne der Unternehmen...vieles bereits jetzt schon, weil bei vielen Vollzeitarbeitnehmern das Geld nicht bis zum Monatsende ausreicht und daher Aufstocken dürfen! Schon jetzt jetzt weiß ich, dass ich nachdem ich fleißig ca. 50 Jahre in die Rente eingezahlt habe immer noch unter der Grundsicherung liegen werde...ich habe daher schon jetzt wenig Motivation bis zur Rente durchzuarbeiten, genau wie die Wirtschaft schon lange keine Motivation mehr hat faire Löhne zu zahlen.
n.wemhoener 18.05.2017
3.
"Die Anstalt" im ZDF hat am Dienstag zu diesem Thema mehr Aufklärung geboten als alles, was man dazu im SPON und sonstigen Blätterwald erfährt.
keine-#-ahnung 18.05.2017
4. In einem Bundesland wie SH ...
... das durch die stegnergeprägte SPD "regiert" wurde, ist das kaum verwunderlich :-). Aber wie sich Leiharbeit rechnet, bleibt mir schleierhaft. Mir wurde einmal (ungebeten) von einem Verleiher eine (ungelernte) MFA "angeboten" - zu Kosten, die über dem dreifachen des Bruttotarifentgeltes einer gelernten MFA mit den entsprechenden Erfahrungsjahren im Beruf lagen. Dafür hätte ich auch locker einen Assistenzarzt mehr anstellen können ... ???
GoaSkin 18.05.2017
5. Zeitarbeit muss nicht immer schlechter sein
Manchmal verdienen Leihkräfte auch deutlich mehr, als das mit vergleichbaren Aufgaben betraute Stammpersonal in der Firma, in der sie gerade eingesetzt sind.
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