Digitalisierung Bundesbehörden verbrauchten 2017 rund 1,25 Milliarden Blatt Papier

Die Digitalisierung kommt nur langsam in deutschen Verwaltungen an. Vielerorts wird gefaxt und gedruckt statt rasch gemailt. Wie viel Papier das verbraucht, offenbart nun eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.

Internetseite des Bundestages (Archivbild)
DPA

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Seit Jahren versucht der Staat, seine Verwaltung zu digitalisieren und Bürgern in möglichst vielen Angelegenheiten Behördengänge zu ersparen. In den Bundesbehörden selbst scheint das noch nicht anzukommen: Im Jahr 2017 haben sie rund 1,25 Milliarden Blatt Papier verbraucht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, über die zunächst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten.

Bei normalem DIN A4-Papier (80 Gramm pro Quadratmeter) würden die verbrauchten Blätter einen Papierstapel ergeben, der von der Erde rund 120,5 Kilometer hoch bis ins Weltall reichen würde.

Der FDP-Abgeordnete Roman Müller-Böhm sagte dazu: "Viele Länder haben bereits eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur und papierlose Regierungen, während unsere eigene die Umsetzung der elektronischen Akte zelebriert. Das ist bezeichnend."

Lesen Sie hier: Wo Experten Nachholbedarf bei der Digitalisierung sehen

Ein Grund für den hohen Verbrauch könnte sein, dass die Bundesregierung und ihre Behörden bisher kein gemeinsames Intranet zur Verbreitung interner Informationen haben. Alle benutzen bisher getrennte Systeme - im Laufe des Jahres 2019 soll sich das aber ändern.

kko/dpa



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