Umfrage des DIHK: Deutsche Exporteure verlieren ihren Optimismus

Schweißer am Hamburger Hafen: Mäßige Erwartungen der Exporteure Zur Großansicht
DPA

Schweißer am Hamburger Hafen: Mäßige Erwartungen der Exporteure

So groß war die Verunsicherung zuletzt vor dreieinhalb Jahren: Deutschlands Exporteure haben für dieses Jahr nur noch mäßige Erwartungen. Jedes achte Unternehmen befürchtet sogar Einbußen. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

Berlin - Die deutschen Exporte sollten das schwache Wachstum in diesem Jahr beleben. Doch der mäßige Jahresbeginn hat vielen Unternehmern die Laune verdorben. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in mehr als 25.000 Firmen zeigt: Die Erwartungen an ein Exportwachstum in diesem Jahr sind mäßig.

Zwar rechnen 30 Prozent der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit einem wachsenden Auslandsgeschäft - fast jedes achte Unternehmen befürchtet aber Rückgänge. "In den nächsten Monaten dürften sich die Ausfuhren damit wenig dynamisch entwickeln", heißt es in der DIHK-Befragung.

Im ersten Quartal schrumpften die Warenexporte um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch dadurch wuchs die deutsche Wirtschaft von Januar bis März mit 0,1 Prozent überraschend schwach. "Aufkeimende Hoffnungen auf eine Belebung der Auslandsgeschäfte vom Jahresbeginn haben sich bislang nicht erfüllt", stellte der DIHK nun fest.

"Erneute Rückschläge durch die Turbulenzen in Zypern und die schwache Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone, insbesondere in Frankreich und Spanien, belasten weiterhin." Verlass sei dagegen auf zahlreiche Schwellenländer sowie auf die USA, wo "Made in Germany" immer stärker nachgefragt werde.

"Verunsicherung zuletzt 2010 ähnlich hoch"

41 Prozent der exportierenden Firmen geben die Auslandsnachfrage als Hauptrisiko für ihre Geschäftsentwicklung an. "Die Verunsicherung war zuletzt zu Jahresbeginn 2010 ähnlich hoch", so der DIHK. Neben der Schuldenkrise erschwerten wachsende Handelshemmnisse in Lateinamerika und Schwierigkeiten in China oder Brasilien das Geschäft.

Die Kursentwicklung des Euro bereitet dagegen nur elf Prozent der Unternehmen Sorgen. Da immer mehr Vorleistungen importiert würden, verliere der Wechselkurs an Bedeutung. Viele Firmen hätten zudem jahrelange Erfahrungen bei Geschäften zur Absicherung gegen Wechselkursrisiken. "Dennoch sind die Devisemärkte derzeit Spannungen ausgesetzt", erklärte der DIHK. "Gegenüber dem Yen gewinnt der Euro seit Monaten stetig an Wert." Japanische Auto- und Maschinenbauer gehören zu den größten Konkurrenten der deutschen Exporteure. Ein billiger Yen verschafft ihnen Vorteile.

cte/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Sollen sie ihren Exportmüll selber fressen
cicatriz 23.05.2013
Die deutscxhe Wirtschaft hat es geschafft, eine unsäglich gemeine Arbeitswelt in der BRD einzurichten und damit halb Europa niederzuknüppeln. In dem Kontext würde es mich freuen, wenn die Wirtschaft auf ihrem Mist sitzen bleiben würde und die Dienstleister in der Folge in die Röhre sehen. Unrecht Gut soll nicht gedeien.
2. schuld daran
pennywise_the_clown 23.05.2013
sind EINZIG und ALLEIN die Lohnforderungen der Gewerkschaften und die LINKE
3. Wehe der Export schwächelt.
amuseemanc 23.05.2013
Hat der Export einen Husten, hat die ganze Wirtschaft hier gleich eine Lungenentzündung. Seit Jahren wird immer und immer wieder darauf hingewiesen, dass man sich nicht immer nur auf den Export verlassen kann. Das kann auf Dauer nicht gutgehen. Aber die Binnennachfrage fristet hier ja ein stiefmütterliches Dasein. Längst müsste endlich mal eine Wirtschafts- und Finanzpolitik betrieben werden, die den Fokus verstärkt auf die Kaufkraft der Menschen legt. Aber höhere Löhne? Mindestlohn? Höhere Hartz IV Sätze? An den richtigen Stellen mal die Abgaben senken? Um Himmel Willen! Teufelszeug!
4. Optimismus ?
wurzelbär 23.05.2013
Die Realität wird jedes "politische Lügengebäude" zum Einsturz bringen ! So groß war die Verunsicherung zuletzt vor dreieinhalb Jahren: Deutschlands Exporteure haben für dieses Jahr nur noch mäßige Erwartungen. Jedes achte Unternehmen befürchtet sogar Einbußen oder Insolvenz. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags ! Die Frage ist nur, ob dort auch die "echten Daten" geschwärzt werden, um den "sozialen Unruhen" zu entgehen!
5. Wohin denn noch gross exportieren??
papayu 23.05.2013
Asien? EU? USA? Suedamerika? Afrika? Asien ist billiger bei der Herstellung EU sind fast alle PLEITE USA ist der Bedarf auch inzwischen gedeckt Suedamerika fehlt das Geld Afrika nur Waffen!!! Wer kann mir bitte genau erklaeren, wieso eine Tafel Schokolade viereckig,hier auf den Philippinen billiger ist als in Deutschland? Oder gar HEIMWERKERMASCHINEN? Je laenger diese unsinnige System funktioniert, desto schlimmer wird es fuer die arbeitenden Bevoelkerung. Die Bonzen sacken ja schon Millionen ein, damit sie laenger usw. 1923 laesst gruessen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Konjunktur
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 34 Kommentare