Dioxin-Skandal: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Aigner-Ministerium
Der Dioxin-Skandal hat heikle Folgen für Ministerin Ilse Aigner: Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen ihr Ministerium wegen des Verdachts auf Verletzung von Dienstgeheimnissen. Hintergrund ist die Frage, ob ein Betrieb vor einer Durchsuchung gewarnt wurde.
Oldenburg - Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen das Bundeslandwirtschaftsministerium. Hintergrund ist die Informationspolitik im Skandal um Dioxin in Futtermitteln. Es bestehe der Verdacht der Verletzung von Dienstgeheimnissen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Roland Herrmann der "Bild"-Zeitung.
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte den Bericht. Der Sprecher von Ministerin Ilse Aigner sagte, dem Ministerium liege bislang keine Information vor.
Laut "Bild"-Zeitung hat das Ministerium noch vor einer Durchsuchungsaktion in einer Pressemitteilung über einen verdächtigten Betrieb in Niedersachsen berichtet. Im Anschluss wurde dort dann kein belastendes Material mehr gefunden.
Kurz nach dem Berliner Ministerium hatte auch das niedersächsische Landwirtschaftsministerium über das Unternehmen berichtet. Gegen den Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke und den damaligen Pressesprecher wurde wegen der Sache bereits Anklage erhoben.
Im Kern geht es um die Frage, ob der Futtermittelhersteller durch die Pressemitteilungen der Ministerien vor einer Durchsuchung seines Betriebes gewarnt wurde. Das niedersächsische Ministerium ist sich keiner Schuld bewusst, da die Staatsanwaltschaft selber am Vortag der Pressemitteilungen auf das Unternehmen hingewiesen hatte.
cte/dpa
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- Donnerstag, 16.02.2012 – 19:45 Uhr
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Die einmal in die Umwelt gelangten Gifte bauen sich nur sehr langsam ab und reichern sich deshalb auch im Gewebe von Tieren und Menschen an. 90 bis 95 Prozent der Belastung kommt über die Nahrung in den Körper - vor allem durch den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten. Ein prominentes Opfer einer Dioxin-Vergiftung ist der ukrainische Politiker Wiktor Juschtschenko. Er hat einen Dioxin-Anschlag im Jahr 2004 nur knapp überlebt. (Quelle: dpa)
- Info-Seite des Umweltministeriums NRW zum Dioxin-Skandal
- Info-Seite des niedersächsischen Verbraucherministeriums zum Dioxin-Skandal
- Tipps der Verbraucherzentrale Hamburg zum Dioxin-Skandal
- Positivliste für Einzelfuttermittel
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