Diskussion über Brandmauer OECD fordert verdoppelten Euro-Rettungsfonds

Schützenhilfe für Mario Monti: Nach dem italienischen Premier fordert auch die Industrieländerorganisation OECD eine Verdopplung des Euro-Rettungsfonds. Ein Bericht empfiehlt außerdem, dem EFSF eine Banklizenz zu erteilen.

Euro-Skulptur in Brüssel: Die Krise "ein für allemal" lösen
Getty Images

Euro-Skulptur in Brüssel: Die Krise "ein für allemal" lösen


Paris - Seit Wochen mehren sich die Forderungen, die Rettungsschirme für den Euro deutlich auszuweiten. Italiens Regierungschef Mario Monti brachte eine Verdopplung der Rettungschirme auf eine Billion ins Gespräch, auch IWF-Chefin Christine Lagarde forderte eine Aufstockung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilte solchen Plänen jedoch wiederholt eine Absage.

Nun schließt sich die Industrieländerorganisation OECD der Monti-Forderung an. Die benötigte Summe der Rettungsschirme EFSF und ESM könnte "um eine Billion Euro liegen", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht von Adrian Blundell-Wignall, einem Spezialberater des OECD-Generalsekretärs.

Das Papier empfiehlt der EU auch weitere Schritte zur Rettung des Euro. So müssten die Probleme Griechenlands "ein für allemal" mit einem Schuldenschnitt von mindestens 50 Prozent gelöst werden.

Blundell-Wignall schlägt außerdem vor, den Rettungsfonds EFSF mit einer Banklizenz auszurüsten, damit sich dieser direkt bei der Europäischen Zentralbank mit Geld versorgen könne. Alle vorgeschlagenen Schritte müssten mit der Förderung von Wachstum und Strukturreformen verbunden werden.

dab/dapd

insgesamt 29 Beiträge
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nouwo, 02.02.2012
1. Wachstum??
Zitat von sysopSchützenhilfe für Mario Monti: Nach dem italienischen Premier fordert*auch die Industrieländerorganisation OECD eine Verdopplung des Euro-Rettungsfonds. Ein Bericht empfiehlt außerdem, dem EFSF eine Banklizenz zu erteilen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813033,00.html
Bedeutet noch mehr Lohnverzicht. Strukturreformen bedeutet: soziale Kürzungen. Alles gesagt.
Progressor 02.02.2012
2. Kleines Problem
Für eine Verdoppelung des ESM gibt es keine Kanzlerinnenmehrheit in der Regierungskoalition. Das wird also interessant.
delinquent 02.02.2012
3. Abwarten
Zitat von nouwoBedeutet noch mehr Lohnverzicht. Strukturreformen bedeutet: soziale Kürzungen. Alles gesagt.
Anders geht's wohl nicht.Sie müssen das als Stabilisierungsmaßnahme des Kartenhauses sehen.Eine kleine Stütze mehr bedeutet einen Aufschub für X-Monate(wer weiß das so genau?) Das sich der Wohlstand seit Einführung des Euros für die Normalbevölkerung nach unten bewegen würde, sollte mittlerweile jedem klar sein.Einkommenszuwachs in den armen Ländern bedeutet Abnahmen in den reichen Ländern.---Wie bei ner Waage.Irgentwann pendelt sich ein niedriges Niveau ein, gesetzt der Fall man hat die aufgebrachten Massen demnächst in Gewalt..... Ps.:Den Netto-Reibach macht wie in allen Krisenzeiten der kausale Verursacher,die Oligarchie.
delinquent 02.02.2012
4. Das geht schon, ganz bestimmt
Zitat von ProgressorFür eine Verdoppelung des ESM gibt es keine Kanzlerinnenmehrheit in der Regierungskoalition. Das wird also interessant.
Dann setzt man eben ein Rundschreiben auf,mit dem Verweis, das es um Systemimmanenz geht.---Und schon fluppt die Sache.
Progressor 02.02.2012
5. Tja
Zitat von nouwoBedeutet noch mehr Lohnverzicht. Strukturreformen bedeutet: soziale Kürzungen. Alles gesagt.
Wenn Länder, wie z.B. die in Europa, kaum nennenswerte eigene Rohstoffvorkommen haben, dann müssen sie, um diese importieren zu können, mit Ländern wie z.B. China konkurrieren, die halt ihren Arbeitnehmern überwiegend nicht viel mehr als das tägliche Essen als Lohn bezahlen und Industrieabwässer ungeklärt ins Meer leiten. Der Wohlstand wird sich wieder mehren, wenn sich alle an einander in den Lebensverhältnissen angeglichen haben. Wenn Sie berücksichtigen, dass bei uns in D schon 30 % der Bevölkerung um die Armutsgrenze herum lebt, dann muss man feststellen, dass dieser Prozess schon gute Fortschritte macht. Wenn Sie eine Alternative kennen, dann sind Sie heisser Anwärter auf den Ökonomie-Nobelpreis.
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