DIW-Prognose Wachstum in Deutschland schwächt sich ab

Die deutsche Wirtschaft verliert an Schwung. Für das dritte Quartal erwarten die Forscher des DIW nur noch ein schwaches Wachstum von 0,2 Prozent - noch im August hatten sie mit einem deutlich höheren Anstieg gerechnet.

Techniker beim Motorenbauer MTU: Verschnaufpause der Industrie
DPA

Techniker beim Motorenbauer MTU: Verschnaufpause der Industrie


Berlin - Die Konjunktur in Deutschland entwickelt sich weniger dynamisch als erwartet. Zu diesem Schluss kommen die Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in ihrem aktuellen Konjunkturbarometer. Demnach wächst die Wirtschaft im dritten Quartal deutlich schwächer als zuvor. Das Bruttoinlandsprodukt werde von Juli bis September um 0,8 Prozent über dem Vorjahresquartal liegen. Im Vergleich zum zweiten Quartal liegt der Anstieg lediglich bei 0,2 Prozent.

Noch im August waren die DIW-Forscher von einem Plus von 0,4 Prozent ausgegangen. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen.

"Die Erholung wird sich mit gedrosseltem Tempo fortsetzen", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. In der Industrie bleibe der Trend zwar nach oben gerichtet. Allerdings sei der Quartalsauftakt schwach gewesen, und die Auftragseingänge ließen nur geringe Zuwächse erwarten. "Die Unternehmensstimmung spricht ebenfalls dafür, dass die Industrie im laufenden Quartal eine Verschnaufpause einlegt", sagte Fichtner.

Die Stimmung in den Führungsetagen deutscher Unternehmen ist allerdings nach wie vor sehr gut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex hatte im September noch einmal leicht zulegen können - es war der fünfte Anstieg in Folge. Zwar waren die Firmen mit ihren aktuellen Geschäften etwas weniger zufrieden als noch im Vormonat, dafür schätzten sie die Entwicklung für die kommenden Monate optimistischer ein.

Auch die Verbraucher sind derzeit in Kauflaune, wie die Marktforschungsgesellschaft GfK meldet. Die Stimmung der Konsumenten bezeichneten sie als "geradezu euphorisch". Die starke Binnenkonjunktur trage damit entscheidend zur Stützung der Konjunktur bei, teilten die Forscher mit.

fdi/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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einwerfer 25.09.2013
1. Das wundert ja keinen
"noch im August hatten sie mit einem deutlich höheren Anstieg gerechnet." das war ja auch vor der Wahl, da ging es noch darum, Muttis Motto "Deutschland geht es gut" zu unterstützen.
JuergenM 25.09.2013
2. Wahlen sind vorbei
Das haben die garantiert schon vor dem Wahlsonntag gewusst. Aber was solls, solange der deutsche Michel DSDS, Bundesliga und Formel 1 hat, macht er sein Kreuzchen dahin, wo ihm das die Medien sagen .....
Susiisttot 25.09.2013
3. Welch Überraschung so kurz nach der Wahl
da werden doch nicht wohl auch noch die Arbeitslosenzahlen im Oktober explodieren..
cicatriz 25.09.2013
4. Am liebsten wäre mir ein Minuswachstum
..denn der ganze "Aufschwung" beruht auf Arbeitsverdichtung und miesen Arbeitsverträgen und -löhnen. Ein Minuswachstum würde endlich zuerst die Millionen überflüssigen Arbeitsplätze, die der Arbeitnehmerschaft viel mehr schaden als alles andere, verschwinden lassen. Es ist nämlich immer besser, arbeitslos zu sein, als solche Stellen zu bekleiden, die genau so arm machen, aber Lebenskraft und Gesundheit kosten. Jeder, der nachdenken kann, hofft so auf keine schwere, aber auf eine leichte Rezession oder bestenfalls marginales Wachstum nicht über 0,2% pro Jahr. Insofern ist das eine gute Nachricht des Instituts.
marthaimschnee 25.09.2013
5.
Da sieht man wieder, wie weit inzwischen Anspruch (IFO Index, GfK Konsumklima) und Realität auseinander liegen. Nur an den Aktienmärkten ist der Unterschied noch größer! Mit dieser Politik ist kein nachhaltiges Wachstum möglich, lediglich kurzfristigste Erfolge, die sich umgehend wieder selber fressen.
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