DIW-Berechnung: Steuereinnahmen in Deutschland auf Allzeithoch

Geldregen für den Staat: Bund und Länder können in diesem und im kommenden Jahr mit deutlich mehr Steuern rechnen als erwartet. Wie das "Handelsblatt" berichtet, schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung die Mehreinnahmen allein 2012 auf fast fünf Milliarden Euro.

Düsseldorf - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gehen so langsam die Argumente für neue Schulden aus: Allein in diesem Jahr wird der Staat von seinen Bürgern und Unternehmen fast 597 Milliarden Euro einnehmen - das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Demnach steigen Steuereinnahmen im kommenden Jahr auf gut 622 Milliarden Euro und würden damit erstmals die Marke von 600 Milliarden Euro überschreiten. Verglichen mit der Steuerschätzung vom November seien das im laufenden Jahr 4,7 Milliarden Euro und 2013 sogar fast neun Milliarden Euro mehr, sagte die DIW-Finanzexpertin Kristina van Deuverden der Zeitung.

Dabei seien die Mindereinnahmen durch die von der Bundesregierung geplanten Einkommensteuersenkungen bereits berücksichtigt. Die nächste Steuerschätzung findet Anfang Mai in Frankfurt/Oder statt.

Koalitionäre wünschen mehr Einsparungen

Erst vor wenigen Wochen hatte Wolfgang Schäuble gesagt, er wolle erreichen, dass der Bund in vier Jahren nur noch 1,1 Milliarden neue Schulden aufnehmen muss. Man werde dann den Haushalt "in die Größenordnung einer Nullverschuldung bringen" - schon das wäre eine kleine Sensation, denn das gab es zuletzt 1969.

Trotzdem üben Schäubles Parteifreunde und Koalitionspartner schon sanften Druck aus. Der Haushaltspolitiker der Union, Norbert Barthle, sagte bereits, er würde sich wünschen, wenn die Koalition den Ehrgeiz hätte, schon im kommenden Jahr einen Haushaltsentwurf für 2014 ohne neue Schulden vorzulegen. Auch der FDP-Haushälter Otto Fricke schloss sich dem an: An der FDP werde das nicht scheitern. Dann müssten aber trotzdem noch rund 10 Milliarden Euro gegenüber dem ursprünglichen Plan eingespart werden - und das ausgerechnet im Jahr der Bundestagswahl.

Dagegen werden jetzt schon Begehrlichkeiten wach: So würde die derzeit diskutierte Erhöhung der Pendlerpauschale das Loch im Haushalt gleich wieder aufreißen.

nck/dpa/dapd

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insgesamt 95 Beiträge
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1. jo
Gebetsmühle 04.04.2012
Zitat von sysopGeldregen für den Staat: Bund und Länder können in diesem und im kommenden Jahr mit deutlich mehr Steuern rechnen als erwartet. Wie das "Handelsblatt" berichtet, schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftforschung die Mehreinnahmen allein 2012 auf fast fünf Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,825668,00.html
zeit für eine erhöhung der pendlerpauschale. die pendler werden über alle maßen abgezockt und der staat verdient an ihnen allein über die spritsteuern im jahr zig milliarden.
2. immer noch zu wenig
MütterchenMüh 04.04.2012
Zitat von sysopGeldregen für den Staat: Bund und Länder können in diesem und im kommenden Jahr mit deutlich mehr Steuern rechnen als erwartet. Wie das "Handelsblatt" berichtet, schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftforschung die Mehreinnahmen allein 2012 auf fast fünf Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,825668,00.html
Kommt etwas mehr rein als erwartet. Bedeutet aber nicht, dass das auch ausreichend ist, und eine Netto-Kreditaufnahme überflüssig macht. Ergo. Nach wie vor zu wenig in der Kasse.
3. Die Steuern von heute sind die Schulden von morgen
Kuurgaan 04.04.2012
leider haben öffentliche Organisationen die Angewohnheit, sich an die Einnahmen sozusagen zu "gewöhnen". Fließt einmal das Geld, wird der Bedarf für die Zukunft erhöht. Ist dann weniger vorhanden, bricht Gejammere aus und es "müssen" Schulden gemacht werden. Ganz einfach Erklärung dafür, dass die Steuerquote seit Beginn der Republik kontiunierlich gestiegen ist.
4. Steuereinnahmen
sysman 04.04.2012
Zitat von sysopGeldregen für den Staat: Bund und Länder können in diesem und im kommenden Jahr mit deutlich mehr Steuern rechnen als erwartet. Wie das "Handelsblatt" berichtet, schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftforschung die Mehreinnahmen allein 2012 auf fast fünf Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,825668,00.html
[QUOTE=sysop;9950718]Geldregen für den Staat: Bund und Länder können in diesem und im kommenden Jahr mit deutlich mehr Steuern rechnen als erwartet. Wie das "Handelsblatt" berichtet, schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftforschung die Mehreinnahmen allein 2012 auf fast fünf Milliarden Euro.
5.
alexbln 04.04.2012
bald werden usn spd und grüne aber erklären, das die steuern für gutverdiener und unternehmer unbedingt erhöht werden müssen.
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