DIW-Studie: Steuersystem halbiert Lohnnachteile von Frauen

Kassiererin  im Kaufhaus: Unerklärte Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau  Zur Großansicht
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Kassiererin im Kaufhaus: Unerklärte Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau

Frauen verdienen weniger als Männer - dafür zahlen Männer höhere Steuern. Laut einer DIW-Studie ist die Lücke zwischen den Geschlechtern beim Nettolohn nur halb so hoch wie beim Bruttolohn. Das Ehegattensplitting vergrößert die Einkommensnachteile dagegen.

Berlin - Das deutsche Steuersystem mit seinen ansteigenden Steuersätzen dämpft die Einkommensnachteile von Frauen am deutschen Arbeitsmarkt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in einer Studie vor, dass deswegen die Schere zwischen den Einkommen von Frauen und Männern netto nur etwa halb so groß ausfällt wie brutto.

Hauptgrund dafür ist die progressive Einkommensteuer, die hohe Einkommen prozentual stärker belastet als niedrige und so die Einkommensungleichheit verringert. In Westdeutschland liegen die mittleren Monatseinkommen von Männern vor Steuern 13 Prozent über denen von Frauen, nach Steuern nur noch rund sechs Prozent. In Ostdeutschland ist der Effekt des Steuersystems etwas schwächer: Hier verringert sich die Lohnlücke von zehn auf sechs Prozent.

Teilweise große Unterschiede zwischen Mann und Frau

Verheiratete Frauen profitieren davon weniger als ledige. Die Schuld daran geben die Autoren dem Ehegattensplitting: Wegen der hohen Steuerlast auf die Einkommen der Zweitverdiener gebe es insbesondere für Frauen in Westdeutschland falsche Anreize, sich mit kleinen Jobs zu begnügen. Eine Abschaffung des Splittings würde die Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, argumentieren sie.

Ein größerer Teil der objektiv vorhandenen Verdienstunterschiede lässt sich erklären durch Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Ausbildung, Arbeitszeit oder Berufserfahrung - so arbeiten Frauen tendenziell in Branchen mit geringeren Löhnen und häufiger in Teilzeit. Es bleibt aber laut DIW eine unerklärte Lohnlücke, die als Diskriminierung der Frauen gewertet werden müsse.

ade/dpa

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1.
blogreiter 10.07.2013
Zitat von sysop... Das Ehegattensplitting vergrößert die Einkommensnachteile dagegen....
Das ist aber eine bewußte Entscheidung dieses Paares, die Steuerklassen so festzulegen und nicht bei 4/4 zu bleiben.
2. Boah, was für eine Erkenntnis..
happyrocker 10.07.2013
dass hohe Einkommen höhere Steuern zahlen als niedrige ... da ist die Diskriminierung ja nur noch halb so schlimm. Und ich hab' noch so'n Knaller: Hohe Einkommen zahlen auch absolut höhere Beträge in der Arbeitslosen- und Rentenkasse. Da ist ja fast das ganze Gehalt weg. Also Frauen, seid froh dass ihr wegen Eures niedrigen Verdienstes weniger Steuern zahlen müsst. Hohes Einkommen bringt nur hohe Ausgaben. Das ihr dann im Bedarfsfall auch weniger Arbeitslosengeld und niedrige Renten bekommt, hat das DIW ja nicht zu interessieren.
3. Boah, was für eine Erkenntnis..
happyrocker 10.07.2013
dass hohe Einkommen höhere Steuern zahlen als niedrige ... da ist die Diskriminierung ja nur noch halb so schlimm. Und ich hab' noch so'n Knaller: Hohe Einkommen zahlen auch absolut höhere Beträge in der Arbeitslosen- und Rentenkasse. Da ist ja fast das ganze Gehalt weg. Also Frauen, seid froh dass ihr wegen Eures niedrigen Verdienstes weniger Steuern zahlen müsst. Hohes Einkommen bringt nur hohe Ausgaben. Das ihr dann im Bedarfsfall auch weniger Arbeitslosengeld und niedrige Renten bekommt, hat das DIW ja nicht zu interessieren.
4. Profitieren?
baneslayer 10.07.2013
Wir sollten alle auf einen Teil unsere Lohnes verzichten, damit wir weniger Steuern zahlen!!!
5. Krude Logik!
schlachtross 10.07.2013
Zitat von sysopFrauen verdienen weniger als Männer - dafür zahlen Männer höhere Steuern. Laut einer DIW-Studie ist die Lücke zwischen den Geschlechtern beim Nettolohn nur halb so hoch wie beim Bruttolohn. Das Ehegattensplitting vergrößert die Einkommensnachteile dagegen. DIW-Studie: Steuersystem halbiert Einkommensnachteile von Frauen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/diw-studie-steuersystem-halbiert-einkommensnachteile-von-frauen-a-910453.html)
Wohlgemerkt als Mann möchte ich folgende Anmerkung machen: Nach der Logik müsste noch hinterher geschoben werden, dass Frauen zwar eine geringere Rente beziehen, sie dann aber auch als Rentnerinnen weniger Steuern zahlen müssen. Altersarmut und geringere Arbeitsverdienste sind aber keine mathematische Grenzwertbetrachtung und haben auch noch eine ethische Komponente. PS: Trotzdem finde ich das Totschlag-Mantra 'Frauen bekommen weniger Geld' alles andere als ein Argument. Inländer haben in einigen Berufen wahrscheinlich auch ein höheren Durchnittsverdienst als Migranten (die Top-Jobs sind davon nicht betroffen, da ist es wahrscheinlich sogar andersherum) mit vergleichbarer Arbeit. Andere haben wieder den gleichen Lohn und weitere haben einen höheren Verdienst. Was sagt uns das? Besser verhandelt!
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