Initiative des Infrastrukturministers Dobrindt will runden Tisch für Breitband-Ausbau

50 Megabit bis 2018 in ganz Deutschland: Um dieses erklärte Ziel für den Breitband-Ausbau zu erreichen, will Infrastrukturminister Dobrindt eine gemeinsame Initiative mit den großen Telekommunikationsunternehmen starten - und so auch die Datensicherheit erhöhen. EU und Telekom finden's gut. 

Alexander Dobrindt: will mehr Digital
DPA

Alexander Dobrindt: will mehr Digital


Berlin - Der auch für die Infrastruktur zuständige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat eine Digitalisierungsinitiative angekündigt. "Ich werde eine Netzallianz Digitales Deutschland ins Leben rufen. Die großen Telekommunikations- und Netzunternehmen unseres Landes müssen an einen Tisch," sagte Dobrindt der "Welt am Sonntag".

Die erste Aufgabe der Netzallianz sei der Breitbandausbau. Der Minister gab das Ziel aus, 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 in ganz Deutschland zu erreichen. Der Staat solle dabei den Rahmen setzen. Die Netze selbst seien aber privat betrieben und finanziert, "ich möchte kein Netz verstaatlichen". Eine Technologieführerschaft sei auch notwendig, um die Datensicherheit zu erhöhen. "Datenströme müssen innerhalb des Schengen-Raums fließen, ohne dass Server in den USA oder China dazwischengeschaltet sind." Wo es freien Personenverkehr gebe, müsse es auch sicheren Datenverkehr geben.

Die EU-Kommission unterstützt die Initiative. Die für die Digitale Agenda zuständige Kommissarin Neelie Kroes sagte der Zeitung "Die Welt": "Dobrindt hat Recht - schnelles Breitbandnetz ist der erste und wichtigste Schritt zu einem größeren digitalen Erfolg."

Bis 2020 fließen rund eine Milliarde Euro jährlich aus dem EU-Strukturfonds in den Ausbau schneller Internetinfrastruktur. Den größten Anteil aber müssten Unternehmen aufbringen, und da sei es noch weit bis zum EU-Ziel, sagte Kroes: "Bislang fehlen noch Investitionen zwischen 130 und 200 Milliarden Euro, um bis 2020 jedem Europäer eine Verbindung von 30 Megabit pro Sekunde zu sichern und der Hälfte der Haushalte sogar von mehr als 100 Megabit pro Sekunde."

Auch Telekom-Chef Tim Höttges begrüßte Dobrindts Initiative. Der "Welt am Sonntag" sagte er, die Breitbandversorgung zur Beschleunigung von Internetverbindungen habe für sein Unternehmen "absolute Priorität". Die Telekom investiere dafür jedes Jahr Milliarden. "Mit etwa 45 Prozent Marktanteil kann sie aber nicht 100 Prozent der Bundesrepublik ausbauen", sagte Höttges.

ric/afp



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