Dollar, Euro, Yuan: Staaten rüsten zum Weltkrieg der Währungen
6. Teil: Wie wird der Dollarkurs manipuliert?
Die USA drücken durch ihre Konjunkturpolitik den Kurs der eigenen Währung nach unten. Erstens hält die Zentralbank Fed den Leitzins ultraniedrig: bei knapp über null Prozent. Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen. Die Institute geben die niedrigen Zinsen oft an Unternehmen und Verbraucher weiter - in Form von billigen Krediten.
Ein niedriger Leitzins hat Auswirkungen auf den Wert der Währung. Denn aus Sicht von Finanzinvestoren bedeuten niedrige Zinsen eine niedrige Rendite. Niedrigzins-Länder sind für sie unattraktiv. Sie ziehen ihr Geld aus dem Land ab, dadurch sinkt die Nachfrage nach der Landeswährung.
Allerdings ist Amerika ein Sonderfall. Denn der Dollar unterliegt nicht nur natürlichen Marktkräften, sondern auch massiv dem Einfluss Chinas. Die Regierung in Peking hat den Yuan an den Dollar gekoppelt. Um das Gleichgewicht zu erhalten, kauft sie massenweise amerikanische Staatsanleihen und erhöht so künstlich die Nachfrage nach der US-Währung. Schätzungen des "China Securities Journal" zufolge besaß China im dritten Quartal des laufenden Jahres fast 1700 Milliarden Dollar Devisenreserven; ein Großteil davon sind Staatsanleihen, der Rest weitere in Dollar gezeichnete Bonds.
Jetzt allerdings drückt die US-Notenbank noch stärker auf den Dollar. Mehrfach hat sie selbst amerikanische Staatsanleihen gekauft und so die Menge der zirkulierenden Dollars vergrößert. Laut "Wall Street Journal" ist eine neue Ausweitungsrunde angedacht. Demnach plant die Fed, weitere 500 Milliarden Dollar in den Markt zu pumpen.
- 1. Teil: Staaten rüsten zum Weltkrieg der Währungen
- 2. Teil: Wie funktioniert der globale Währungsmarkt?
- 3. Teil: Wie entstehen Wechselkurse?
- 4. Teil: Was passiert, wenn eine Währung an Wert verliert?
- 5. Teil: Wie manipulieren Staaten den Kurs ihrer Währung?
- 6. Teil: Wie wird der Dollarkurs manipuliert?
- 7. Teil: Wie manipuliert China den Yuan?
- 8. Teil: Droht ein Dollar-Crash?
- 9. Teil: Droht ein Weltkrieg der Währungen?
- 10. Teil: Wie lässt sich der Konflikt entschärfen?
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- Mittwoch, 27.10.2010 – 10:07 Uhr
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