Zölle auf Autos Trump droht China

Kurz vor dem G20-Gipfel in Argentinien verschärft die US-Regierung wieder ihren Ton im Handelsstreit. Vor allem China hat US-Präsident Trump im Visier - und droht mit Sonderzöllen auf Fahrzeuge von dort.

Chinesische Export-Autos in Shenzhen
REUTERS

Chinesische Export-Autos in Shenzhen


Der angekündigte Jobabbau bei General Motors hat US-Präsident Donald Trump verärgert. Nun bringt er im Handelsstreit das Thema Zölle wieder stärker aufs Tableau. Die USA loten nach Angaben ihres Handelsbeauftragten Robert Lighthizer Möglichkeiten aus, Zölle auf chinesische Fahrzeuge zu erhöhen.

Die USA wollten mit den von China erhobenen 40 Prozent auf importierte Autos gleichziehen, teilte Lighthizer mit. Trump habe ihn mit der Prüfung beauftragt.

Als Reaktion auf US-Zölle hat die Volksrepublik unter anderem die Abgaben auf Autoeinfuhren aus den Vereinigten Staaten kräftig auf 40 Prozent erhöht. Die USA ihrerseits erheben bislang einen Sonderzoll von 25 Prozent auf Fahrzeuge aus China, zusätzlich zu den zuvor bereits geltenden 2,5 Prozent, und erwägen eine weitere Anhebung.

Bereits am Dienstag hatte Trump erneut damit gedroht, die bereits verhängten Strafzölle auf chinesische Waren insgesamt zu erhöhen. Die Zölle dürften eine wichtige Rolle beim G20-Treffen ab Freitag spielen, wenn die Staats- und Regierungschefs im argentinischen Buenos Aires zusammenkommen.

Kanzlerin Angela Merkel will im Gespräch mit Trump drohende Zölle auf deutsche Autoimporte in den USA abwenden. Die "Wirtschaftswoche" hatte bereits zu Wochenbeginn unter Berufung auf EU-Kreise berichtet, dass Trumps Regierung nach dem G20-Treffen 25-prozentige Zölle auf Autoimporte aller Länder außer Kanada und Mexiko verhängen könnte.

Am Mittwoch twitterte Trump, wenn man die Einfuhrschranken erhöhe, würden "viel mehr Autos hier gebaut werden". Als Beispiel führte er die in seinen Augen sehr erfolgreiche "Chicken Tax" an - eine jahrzehntealte Sondersteuer in Höhe von 25 Prozent, die die USA auf aus dem Ausland eingeführte Pritschenwagen und Transporter erheben. Diese Abgabe ist laut Trump der Grund, dass die US-Produktion in diesem Bereich floriert.

Wenn eine solche Steuer auch auf kleinere Pkw erhoben würde, so würden heimische Autobauer wie GM keine Fabriken in den USA schließen, argumentiert Trump. GM hatte am Montag angekündigt, wegen gesunkener Nachfrage nach kleineren Wagen die Produktion in Nordamerika zu drosseln und deshalb Werke stillzulegen und viele Mitarbeiter zu entlassen.

mmq/Reuters/dpa



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Steve.Joe 29.11.2018
1. Verbraucher
Am Ende werden die importierten Kleinwagen so teuer, dass die Verbraucher diese nicht mehr kaufen werden. Die Konsequenz wird nicht sein, dass die Verbraucher auf vergleichbare in den USA gefertigte Modelle ausweichen, sondern auf andere Fahrzeug-Klassen. Die letzten Kleinwagen werden von den Straßen verschwinden und durch die SUV ersetzt. Das wird dann natürlich auch die US-Hersteller positiv beeinflussen. Die Schließung der aktuelle betroffenen Fabriken wird es wohl kaum aufhalten. Oder wenn der Verbraucher von Mittelklasse-Autos ohnehin schon mehr ausgeben muss, steigt er auf eines der in USA beliebten Toyota-Modelle um; die werden vermutlich auch in den USA produziert.
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