Diebstahl geistigen Eigentums US-Präsident droht China mit Vergeltung

Unternehmen, die in China produzieren wollen, müssen Know-how mitliefern. US-Präsident Trump nennt das Diebstahl geistigen Eigentums und kündigt Schadensersatzforderungen an - in nie dagewesener Höhe.

Chinesische Industriestadt Pudong
AFP

Chinesische Industriestadt Pudong


US-Präsident Donald Trump hat China mit "Bußgeldern" wegen angeblichen Diebstahls geistigen Eigentums gedroht. In einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte Trump am Mittwoch, die erwogene Strafe könne hoch ausfallen, nannte aber keinen konkreten Betrag. "Wir sprechen über einen hohen Schadensersatz. Wir sprechen über Zahlen, über die Sie noch nicht einmal nachgedacht haben."

Die Drohung Trumps war der bislang deutlichste Hinweis darauf, dass die US-Regierung wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen gegen China verhängen will. Trump und sein wirtschaftspolitischer Berater Gary Cohn sagten in dem Interview, China habe US-Firmen gezwungen, ihr intellektuelles Eigentum nach China zu transferieren, wenn sie dort tätig sein wollten. Die USA haben bereits entsprechende Untersuchungen eingeleitet. Er werde in seiner Rede zur Lage der Nation am 30. Januar Näheres zu Schritten gegen China sagen, kündigte Trump an.

Der Präsident führte nicht näher aus, was er mit einem "Bußgeld" gegen China meint. Ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1974, das auch als Grundlage für die Ermittlungen gegen China dient, erlaubt Vergeltungszölle auf chinesische Produkte oder andere Handelssanktionen solange China sein Vorgehen nicht ändert.

Die USA wollten gute Beziehungen zu China, bekräftigte Trump. Allerdings müsse die Volksrepublik die USA auch fair behandeln. Auf die Frage über einen möglichen Handelskrieg wegen erwogener US-Schritte als Reaktion auf chinesische Billigexporte von Stahl-, Aluminium oder Solaranlagen erklärte Trump: "Ich denke nicht, ich hoffe nicht. Aber wenn es so ist, dann ist es so."

mik/Reuters



insgesamt 119 Beiträge
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manten75 18.01.2018
1. Der Idiot
Trump wird in der causa nur poltern, wer legt sich schon mit seiner Bank an?
jkleinmann 18.01.2018
2. Tja,
dann produziert im eigenen Land und nutzt nicht die miesen Arbeitsbedingungen der billigen Angestellten in einem fernen Land aus..
paula_f 18.01.2018
3. heikles Thema aber zu spät - China dominiert alles im eigenen Land
Aufgrund des erzwungenen Know How Transfers ist China jetzt aber in der Lage selbst perfekte Produkte zu liefern - und auch solche neu zu entwickeln. Der Vorstoß von Trump kommt 20 Jahre zu spät. Außerdem hat China mittlerweile das bessere Bildungssystem. In den USA ist Bildung nur gegen Geld erhältlich - Bildung hat schon lange nicht mehr den Stellenwert wie beispielsweise zu Zeiten von Kennedy. Die US Wirtschaft und die privaten Medien wollen passive unkritische Konsumenten fett gefüttert mit giftigem billigen Zucker.
SPONU 18.01.2018
4. Nuja...
....ganz falsch liegt Trump ja mit seiner Aussage nicht. Seit Generationen schon verlagern auch deutsche Konzerne Produktion und Entwicklung nach China. Teils weil drastisch niedrigere Löhne gezahlt werden müssen, teils um am riesigen chinesischen Markt teilhaben zu können. Ein Schritt nach China bedeutete demnach Kostensenkung bzw. Umsatzzuwachs; also das was einem CEO gerne mit hohem Lohn und üppigen Boni vergolten wurde. Wer sich mit solchen Prozessen beschäftigt weiss, dass China hier den Takt vorgibt und aber zu 100% bestimmt was, wer, wie und wo westliche Konzerne etwas aufbauen dürfen. Und das geht in allen Fällen mit "knowhow transfer" einher. Gutwillig kann man das als Kooperation und win-win für beide Seiten deuten; Skeptiker sehen darin die chinesische Staatsdoktrin, für wenig bzw. Null Aufwand an technologisches Wissen zu kommen welches freie und kreative Köpfe im Westen über viele Jahre aufgebaut und verfeinert haben.
Hans_Kammerer 18.01.2018
5. Viel Glück und Erfolg
Ich mag Trump nicht. Doch bei diesem Schritt wünsche ich ihm viel Erfolg. Es sollte uns allen ein Dorn im Auge sein, dass wir den Chinesen die Technologie geben sollen mit der sie uns morgen aus dem Markt drängen wollen. Wenn wir dort nicht fair produzieren dürfen, sollten die Chinesen auch nicht nach Europa verkaufen dürfen. Verlierer wären ganz klar beide seiten. Dennoch scheint dies geboten zu sein.
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