Trump droht General Motors "Sie sollten verdammt noch mal schnell eine neue Fabrik eröffnen"

Der US-Autobauer General Motors streicht in Nordamerika fast 15.000 Arbeitsplätze. Nun setzt Präsident Trump Konzernchefin Barra unter Druck - und fordert einen Produktionsstopp in China.

Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump hat General Motors (GM) wegen massiver Stellenstreichungen kritisiert und mit Konsequenzen gedroht. "Sie sollten dort verdammt noch mal schnell eine neue Fabrik eröffnen", sagte Trump dem "Wall Street Journal" zu einer geplanten Werksschließung im Bundesstaat Ohio. Er habe GM-Chefin Mary Barra bei einem Gespräch am Sonntagabend mitgeteilt, wenn die Fabrik dauerhaft geschlossen bleibe, habe sie "ein Problem".

Trump sagte der Zeitung auch, er habe Barra aufgefordert, die Autoproduktion in China zu stoppen. Vor Reportern in Washington erklärte der Präsident zudem, die USA hätten viel für GM getan und man sei in der Lage, großen Druck auf den Konzern auszuüben.

Der größte US-Autobauer hatte am Montag eine umfassendere Restrukturierung bekannt gegeben, um sich auf elektrifizierte und selbst fahrende Autos umzustellen: Der Konzern werde demnach bis zu fünf Werke in Nordamerika stilllegen und 14.700 Stellen abbauen. Das entspricht etwa 15 Prozent aller von GM in der Region Beschäftigten. Ein Viertel davon umfasst Führungspositionen, das soll die Entscheidungsprozesse laut GM vereinfachen.

Barra begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, sich den verändernden Marktbedingungen anzupassen.

GM-Chefin Mary Barra (Juni 2017)
Getty Images

GM-Chefin Mary Barra (Juni 2017)

Für Trump sind die Entlassungen ein großes Ärgernis - er hat versprochen, der US-Industrie zu einem großen Comeback zu verhelfen und mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor. Die im Rahmen seiner "Amerika zuerst"-Politik angezettelten Handelsstreitigkeiten hatten für US-Autobauer wie GM und Ford bislang jedoch auch erhebliche negative Folgen. So kämpfen die Branchenschwergewichte wegen Strafzöllen auf wichtige Verarbeitungsgüter wie Stahl mit gestiegenen Materialkosten.

aar/dpa



insgesamt 191 Beiträge
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cerberus66 27.11.2018
1.
Spätestens jetzt zeigt sich sehr eindrucksvoll, dass Trump eben kein Marktwirtschafter ist und ganz weit entfernt von jedweder Art von Wirtschaftsliberalismua zu verorten ist.
Little_Nemo 27.11.2018
2. Master of Mumpitz
General Motors soll "verdammt nochmal" eine Fabrik eröffnen? Klingt irgendwie "verdammt nochmal" nach Planwirtschaft. Und das diktiert von Mister Planlos persönlich. Die US-amerikanische freie Wirtschaft treibt seltsame Blüten.
claus7447 27.11.2018
3. Das wird GM das Genick brechen!
POTUS wird sofort "the beast " in der Garage lassen und Mercedes fahren..... oh sorry, ich vergass, geht auch nicht.
ayee 27.11.2018
4. Strukturelle Probleme
Und wenn sich Trump auf den Kopf stellt. GM hat strukturelle Probleme und an denen kann er rein gar nichts ändern. Oder vielleicht sollte er den Amerikanern einfach vorschreiben, dass sie GMs kaufen müssen.
keksguru 27.11.2018
5. warum mag nur niemand US Autos kaufen?
kann das vielleicht irgendwas damit zu tun haben, daß niemand diese Autos haben will? Der Trump müßte schon zur Wurzel allen Übels vordringen, nämlich daß US-Autos für andere Märkte vollkommen überdimensioniert sind, stattdessen geht er das Problem in die Gegenrichtung an: Fabriken bauen, die niemand braucht und Leute bezahlen, die nichts tun. So das typische amerikanische Ineffizienzmodell, das sich Konzerne in den "Guten Zeiten" geleistet hatten und die ihnen dann in "schlechten Zeiten" das Geick gebrochen haben. Das wird Chrysler aber nicht noch einmal tun, und in China Autos zu bauen, die für den chinesischen Markt bestimmt sind, bringt Chrysler auch in den USA ein wenig Geld ohne daß man dafür ein Handelsembargo oder Strafzölle beim Import überwinden müßte. Scheinbar ist Trump hinter dem Mond geboren worden, und hat davon nichts mitgekriegt wie sich die Welt weitergedreht hat.
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