Protektionismus EU rechnet mit Trumps Wirtschaftspolitik ab

Handel, Steuern, Schulden: Europäer und Amerikaner liegen in jeder wichtigen Wirtschaftsfrage über Kreuz. In einem internen Vermerk gehen Spitzenbeamte der EU-Länder nach SPIEGEL-Informationen hart mit dem US-Kurs ins Gericht.

Donald Trump
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Der Wirtschafts- und Finanzausschuss der Europäischen Union übt heftige Kritik an der Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump.

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Heft 37/2017
Die Berliner Ruhe trügt - in Deutschland brodelt es

Vor allem in Trumps Bestrebungen für mehr Protektionismus sehen die Mitglieder eine Gefahr für die Weltwirtschaft. "Dessen Auswirkungen könnten viel schädlicher ausfallen als bislang gedacht", heißt es nach SPIEGEL-Informationen in einem internen Papier des Ausschusses, in dem Spitzenbeamte aus den Finanzministerien der Mitgliedsländer versammelt sind, um eine gemeinsame Haltung der EU zu wichtigen wirtschaftspolitischen Fragen zu finden. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Sorgen bereiten den Europäern die Ausgabepläne der Trump-Regierung. Weil "sich die Schulden schon jetzt nicht auf einem nachhaltigen Pfad bewegen", berge der Kurs "kurzfristige Risiken für die Weltkonjunktur". Beunruhigt sind die Spitzenbeamten aus den europäischen Finanzministerien auch, weil Geldgeber die USA in jüngster Zeit meiden. "Der Rückgang bei internationalen Investitionen stellt eine mögliche Verletzlichkeit dar", schreiben sie mit Blick auf die USA. Die Pläne, bei einer Steuerreform vor allem obere Einkommen zu entlasten, "wird die Herausforderungen eher verschärfen als lindern, vor denen die US-Wirtschaft steht".

Auch die Pläne zur Einschränkung der Krankenversicherung, stoßen bei den Europäern auf Widerspruch. "In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die Vereinigten Staaten mit Blick auf die Gesundheitsversorgung im OECD-Vergleich schon jetzt nur sehr dürftig abschneiden."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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rei

insgesamt 165 Beiträge
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Seite 1
hotel_papa 09.09.2017
1. Das überrascht aber hoffentlich niemanden
Ich finde den Mann in seinem Amt eine Katastrophe, aber GENAU DAFÜR HABEN IHN SEINE WÄHLER GEWÄHLT.
micromiller 09.09.2017
2. Die EU sollte sich aus der
Innenpolitik der USA herhaushalten, es gibt mehr als genug havarierende Baustellen in der marodierenden EU. Die EU ist doch fleißig dabei Donalds Kritik am unterbewerteten Euro abzuarbeiten und selbstverständlich hat die EU Handelshemnisse gegen die USA aufgebaut. Produkte aus der Landwirtschaft sind mehrheitlich reglementiert. Trump hat durchaus Recht, wenn er mehr Handel für die USA fordert.
vliege 09.09.2017
3. Überall das gleiche
Hüben wie drüben, Klientelpolitik.
MütterchenMüh 09.09.2017
4. zu früh für ein Urteil
Bevor wir nichts genaues über die künftige Steurerpolitik von Trump wissen, kann man seine Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht seriös beurteilen.
omanolika 09.09.2017
5. Nachhaltigkeit an der falschen Stelle?
Was man bei Trumps Schuldenpolitik gut erkenn, zurzeit, ist die darin, überaus deutlich enthaltene Nachhaltigkeit, denn so, wie der POTUS diese Sache einfach nur angeht, kann man sich sicher sein, dass da bald noch sehr viel mehr steht. Die Bestrebungen nach mehr Protektionismus, sind wirklich auch alles andere als ein Genuss, aber wird der Donald auf diese Weise regieren, kann er vielleicht bald nur noch einen Schuldenberg protegieren. Den würde ihm wahrscheinlich niemand streitig machen, aber eigentlich ist diese Sache ja gar nicht zum Lachen...
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