Weltwirtschaft EZB warnt vor Gefahren durch Trumps Politik

Wie gefährlich ist Donald Trump für die Weltwirtschaft? Die Europäische Zentralbank muss traditionell diplomatisch sein. In ihrem jüngsten Bericht finden die Währungshüter trotzdem deutliche Worte.

Container im Hamburger Hafen: Welthandel in Gefahr
picture alliance / dpa

Container im Hamburger Hafen: Welthandel in Gefahr


Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht in der US-Regierung unter Präsident Donald Trump ein Risiko für die Weltwirtschaft. "Es gibt beachtliche politische Unsicherheit rund um die Absichten der neuen US-Administration bezüglich der Fiskal- und insbesondere der Handelspolitik, wobei letzteres potenziell deutliche negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft mit sich bringt", heißt es in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Artikel aus dem EZB-Wirtschaftsbericht.

Seit seiner Amtsübernahme hat sich Trump über Institutionen der internationalen Zusammenarbeit verächtlich geäußert, darunter auch über die Welthandelsorganisation. Dies löste Sorgen aus, dass die USA künftig Probleme ohne die Einbindung internationaler Organisationen angehen und auf eine protektionistische Handelspolitik umschwenken könnten.

Insgesamt gebe es zwar Hinweise, dass über das vergangene Jahr hinweg die Risiken für das weltweite Wachstum zurückgegangen seien. Die erwartete Erholung der Weltwirtschaft stehe aber unter Vorbehalten und sei "stark abhängig" von der Unterstützung durch die Geld- und Fiskalpolitik - also von niedrigen Zinsen und hohen staatlichen Investitionen.

stk/dpa/Reuters



insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
Wofgang 21.06.2017
1.
Ausgerechnet die Europäische Zentralbank, die gerade mit ihren Niedrigzinsen Europa an die Wand fährt ...
ackergold 21.06.2017
2. Das größte Risiko wird nicht genannt!
Das größte Risiko ist, dass Trump in seiner Umnachtung einen Krieg vom Zaun bricht, weil er sich davon einen guten Deal erhofft.
Neapolitaner 21.06.2017
3. Die EZB wird wegen Protektionismus nervös
Denn Handelsbeschränkungen würden das deutsche "Exportwunder" gefährden bzw. zumindest politisch in Frage stellen. Das ist für die EZB ein Problem, denn sie braucht für ihr Gelddruckprogramm eine Gegenposition. Diese ist der dt. Handelsüberschuss, mit dem die EZB jederzeit Dollar kaufen kann - ansonsten würde der Wert des Euro nämlich schnell nach unten gehen.
mullerthomas 21.06.2017
4. na da können wir ja froh sein
Dass der EZB es super findet dass Merkel und Konsorten alle paar Monate Miliarden über Griechenland schütten.
imo27 21.06.2017
5. Seltsame EZB
Im deutschen Stabilitätsgesetz steht, dass eine ausgeglichene Handelsbilanz Ziel staatlicher Wirtschaftspolitik sein muss. Warum ist es schädlich, wenn die USA dies auch anstreben? Ist das riesige Defizit etwa positiv? Die Fiskalsituation der USA ist durch sehr hohe Staatsverschuldung gekennzeichnet. Ist es positiv, diese noch zu vergrößern? Hohe staatliche Investitionen müssen von den Staaten kommen, die eine niedrigere Staatsverschuldung haben. Die Zinspolitik macht die unabhängige Notenbank. Ob die Nullzinspolitik der EZB gesunder ist als die beginnende Normalisierung in den USA (die nicht im Sinne der dortigen Regierung ist), kann man wohl zurecht verneinen. Die Zinspolitik der EZB ist sehr schädlich und äußerst negativ zu bewerten. Gerade Deutschland hat dadurch schwere Nachteile, um die Bankrottstaaten im Euroraum zu retten.
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