US-Steuerreform Trump-Regierung will Spitzensteuersatz senken

Die Rede ist von der größten Steuerreform seit Ronald Reagan: Donald Trumps Finanzminister hat die Eckpunkte seines Plans vorgestellt. Nicht nur Unternehmen und Erben werden entlastet, auch der Spitzensteuersatz soll sinken.

Gary Cohn und Steven Mnuchin
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Gary Cohn und Steven Mnuchin


Große Worte, wenig Details: Mit einer massiven Senkung der Steuersätze will US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft ankurbeln und neue Jobs schaffen. Die Eckpunkte der geplanten Steuerreform stellten US-Finanzminister Steven Mnuchin und Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Washington vor.

Die umfangreichste Steuerreform seit 1986 umfasse "eine der größten Steuersenkungen in der Geschichte der USA", sagte Cohn. Geplant ist demnach folgendes:

  • Der Spitzensteuersatz soll von 39,6 auf 35 Prozent sinken.
  • Die bislang sieben Steuerklassen sollen auf drei reduziert werden, die Einkommensteuersätze sollen bei 10, 25 und 35 Prozent liegen.
  • Der Unternehmensteuersatz soll von 35 auf 15 Prozent reduziert werden.
  • Die Erbschaftsteuer soll abgeschafft werden.
  • Das Steuersystem soll vereinfacht werden, Schlupflöcher geschlossen werden.
  • Der Freibetrag soll verdoppelt werden - für Ehepaare etwa auf 24.000 Dollar.

Die Gegenfinanzierung der Steuersenkungen, die den US-Haushalt belasten, ist noch unklar. Mnuchin und Cohn nannten ein höheres Wirtschaftswachstum sowie die geplante Schließung von Schlupflöchern. Eine umstrittene Grenzausgleichsteuer für Importe ist in den Vorschlägen bisher nicht enthalten.

Finanzminister Mnuchin kündigte an, dass die Steuerreform noch in diesen Jahr umgesetzt werden solle. Zunächst muss sie jedoch noch vom US-Kongress verabschiedet werden. Erwartet werden harte Verhandlungen. Viele Republikaner fürchten ein wachsendes Haushaltsdefizit durch die Steuergeschenke.

asc/Reuters



insgesamt 83 Beiträge
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Atheist_Crusader 26.04.2017
1.
Ja, welche Regierung braucht schon Geld? Die Mauer und das überteuerte Militär wird man mit Kürzungen für Umwelt, Bildung und viele andere Dinge finanzieren. Und außerdem wird die Wirtschaft ja sowieso boomen, sobald die Reichen all das gesparte Geld dann wieder in die Wirtschaft pumpen. Ich meine... müssen sie ja langsam. Spätestens im 412ten Anlauf müssen Trickle-Down-Economics ja mal funktionieren, oder?
SanchosPanza 26.04.2017
2. Grenzausgleichssteuer
Warum berichtet der SPON nicht über die geplante Grenzausgleichssteuer, die einem Außenzoll von ungefähr 20% entspricht? Das dient der Gegenfinanzierung der Reform und wird massiv Produktion und damit Arbeitsplätze in die Vereinigten Staaten zurückbringen. Die geplante Körperschaftsteuer von 15% liegt knapp über Irland. Firmen wie Apple und Microsoft werden ihre bisher dort gebunkerten Milliarden repatriieren und versteuern. Ein weiterer Schub für die amerikanische Wirtschaft.
de_populist 26.04.2017
3. Haushaltsloch wird größer
Schon die Reagan-Ära hat gezeigt, dass es ein Trugschluss ist zu glauben die angekurbelte Konjunktur würde die Verluste der Steuereinnahmen in absehbarer Zeit auffangen. Die USA sollten erst mal schauen ob sie sich diese Steuererleichterungen überhaupt leisten können.
Erythronium2 26.04.2017
4.
Es würde mich bei dieser Regierung nicht wundern, wenn der Plan schon wieder am Kongress scheitern sollte. Eigentlich sind die Steuern in den USA ja sowieso viel zu niedrig, so dass die Schuldenberge immer höher wachsen. Trumps Pläne klingen zudem hauptsächlich nach noch mehr Geld für die Reichen, wie z. B. die Familie Trump. Wenn das klappt, dann gibt es noch reichlicher Spielgeld für die Börsen, aber ansonsten nicht unbedingt eine bessere Konjunktur.
dunnhaupt 26.04.2017
5. Ein US-Präsident kann lediglich Vorschläge einreichen
Beide Häuser machen dann eigene Gegenvorschläge, die wiederum gegeneinander abgestimmt werden. Erst wenn der Senat, d.h. die eigentliche Regierung, einen Gesetzesentwurf verabschiedet, kann dieser dem Präsidenten zur Unterschrift (oder zum Veto) vorgelegt warden. Dieser Prozess kann Monate oder Jahre in Anspruch nehmen, denn die Republikaner haben nur eine sehr knappe Mehrheit im Senat.
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