Wirtschaftswachstum Finanzministerium hält Trump für Konjunkturrisiko

Die deutsche Wirtschaft ist im Daueraufschwung - und der könnte nach Einschätzung des Finanzministeriums noch lange weitergehen. Die Experten sehen jedoch auch eine Gefahr.

Donald Trump
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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet nach SPIEGEL-Informationen auch für die kommenden Jahre mit einer robusten Konjunkturentwicklung. Für den Zeitraum 2019 bis 2022 "wird eine durchschnittliche Wachstumsrate von 1,5 Prozent angenommen", heißt es in einer internen Unterlage des Bundesfinanzministeriums. Allerdings warnen Scholz' Konjunkturexperten auch vor Gefahren. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 22/2018
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"Die jüngsten Entwicklungen in der Zollpolitik der USA und mögliche Gegenmaßnahmen haben die außenwirtschaftlichen Risiken für die deutsche Wirtschaft zuletzt erhöht", schreiben sie in ihrem Papier.

Auch wenn die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf Stahl und Aluminium sowie mögliche Vergeltungsmaßnahmen der EU auf Motorräder und Whiskey nur einen kleinen Ausschnitt der Wirtschaft treffen, fürchten Handelsexperten dennoch, dass die dadurch ausgelöste Verunsicherung auf andere Branchen überspringt und deshalb Investitionen zurückgestellt werden. Das mindert Nachfrage und Wirtschaftswachstum. Noch viel größeren Schaden würde es anrichten, wenn Trump, wie angedroht, auch Autoimporte mit hohen Strafzöllen belegen würde.

Zum 1. Juni endet die Frist, in der die EU von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen ist. Gibt es bis dahin keine Einigung auf dauerhafte Ausnahmen, werden auf Stahlexporte aus der EU in die USA künftig 25 Prozent Zoll fällig, bei Aluminium wären es 10 Prozent.

In einem weiteren Schritt könnte Trump auch die Zölle auf Autoimporte deutlich erhöhen. So erwägt die US-Regierung derzeit offenbar die Einführung von Zollaufschlägen auf Importfahrzeuge von bis zu 25 Prozent (mehr dazu lesen Sie hier). Bislang schlagen die USA auf Importfahrzeuge nur 2,5 Prozent Einfuhrzölle auf. Die EU hingegen verlangt zehn Prozent.

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