Handelsstreit mit China Trump fordert Milliardenstrafe und Managerwechsel bei ZTE

Der Streit zwischen den Washington und Peking über US-Sanktionen gegen den Technologiekonzern ZTE ist keineswegs beigelegt. Donald Trump forderte nun empfindliche Strafen und einen Personalwechsel.

Mobiltelefone von ZTE
AFP

Mobiltelefone von ZTE


US-Präsident Donald Trump hat im Streit mit China über den Technologiekonzern ZTE Strafzahlungen und Veränderungen im Management des Unternehmens ins Gespräch gebracht. Eine Einigung gebe es noch nicht, sagte Trump. Er forderte, dass ZTE nicht nur eine Strafe zahlen, sondern auch ein neues Management und einen neuen Vorstand bekommen solle. Die Strafzahlung könnte laut Trump eine Summe von 1,3 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) umfassen. Zuvor hatte es Informationen über eine Einigung im Streit gegeben.

Die Regierungen in Washington und Peking näherten sich einer Übereinkunft, sagten zwei über die Gespräche unterrichtete Personen. Als Teil der Vereinbarung könnte China Zölle für Agrarimporte aus den USA aufheben und die Einfuhren steigern. Das "Wall Street Journal" berichtete zudem unter Berufung auf Insider, die USA würden das Verkaufsverbot gegen den zweitgrößten Smartphonehersteller Chinas nach Huawei aufheben. Voraussetzung sei, dass es wesentliche Veränderungen im Management gebe.

Sieben Jahre Verkaufsverbot für Qualcomm und Co.

Die USA hatten Strafmaßnahmen gegen ZTE verhängt, weil das Unternehmen gegen die Iran-Sanktionen verstoßen hatte. US-Zulieferern wie Qualcomm oder Intel wurde für sieben Jahre verboten, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen. Das Unternehmen musste daraufhin seinen Betrieb einstellen. Der chinesische Konzern hat die Maßnahmen als inakzeptabel und existenzbedrohend kritisiert.

Trump signalisierte Mitte des Monats überraschend sein Entgegenkommen. Die beiden Länder hatten zuletzt einen Handelsstreit wegen einer Auseinandersetzung über gegenseitige Zölle erst einmal abgewendet.

ans/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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clausina 22.05.2018
1. Wo leben wir
Trump fordert Personalwechsel bei einem ausländischen Unternehmen.Was stimmt da nicht?
mickey66 23.05.2018
2. Die Welt zusammen gegen die Polemik von Herrn Trump!
Es wird Zeit, dass die Welt zusammen gegen die Polemik und den Irrsinn von Herrn Trump vorgeht! Wenn US Unternehmen nämlich keine "Seltenen Erden" mehr erhalten - und deren Vorkommen kann kontrolliert werden - dann können US Firmen keine Smartphones mehr herstellen. Wenn US Firmen kein Bauxit mehr erhalten, dann wird es schwierig Aluminium zu produzieren - aber sie können ja statt dessen mehr Stahl herstellen. Das stoppt die dumme und zerstörerische Politik von Herrn Trump sofort und ganz einfach.
frenchie3 23.05.2018
3. Unabhängig davon was ich über China denke
Aber wie kommt Mr. T auf den Gedanken weltweit bis hin in Firmenvorstände reinzuregieren? Hat er keine daheim wo er sich berechtigt austoben kann?
klaus64 23.05.2018
4. Amerikanische Personalpolitik
Es ist doch nicht verwunderlich das die USA nun in ausländische Firmen hineinregieren wollen. Schon seit vielen Jahren wollen doch die USA ihnen nicht genehme Regierungen stürzen bzw. aus wechseln.
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