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27. Juni 2017, 17:23 Uhr

Wirtschaft unter Donald Trump

IWF rechnet mit weniger Wachstum in den USA

Der Internationale Währungsfonds zweifelt an der Wirtschaftspolitik der Trump-Regierung: Er hat die Wachstumsprognose für die USA gesenkt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht nicht mehr davon aus, dass US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft mit Steuererleichterungen und einem Investitionsprogramm in Schwung bekommt. Zudem zweifelt der IWF am Wachstumsziel der Regierung, wie aus einem Länderbericht des Fonds hervorgeht.

Für 2017 wird demnach ein US-Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent erwartet, nach bislang 2,3 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum ebenfalls 2,1 Prozent betragen. Im April war der IWF noch von 2,5 Prozent ausgegangen. Im ersten Quartal 2017 war die Wirtschaft zudem so langsam wie zuletzt 2014 gewachsen.

Es sei unwahrscheinlich, dass es der Regierung gelinge, das Wachstum langfristig auf mehr als drei Prozent zu treiben, weil derzeit ohnehin schon Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt erreicht sei, schrieben die Experten. Eine nachhaltige Wachstumssteigerung könne nur durch mehr Wachstumspotenzial erfolgen, urteilte der IWF.

Die Trump-Regierung strebt dagegen ein höheres Wachstum vorwiegend durch klassische Konjunkturpolitik an - in erster Linie über staatliche Infrastrukturausgaben und umstrittene Steuersenkungen. Zudem ist die Regierung laut IWF bislang Details zu ihrem Konjunkturprogramm schuldig geblieben. Deswegen habe man die Prognose nun ohne zusätzliche Wachstumsstützen errechnet.

Laut IWF bremsen unter anderem die alternde Bevölkerung der USA sowie die schwache Produktivitätssteigerung das Wachstum. Das im Haushaltsentwurf des Weißen Hauses genannte Ziel von plus drei Prozent im Jahr 2020 zieht der Fonds in Zweifel. Selbst im Fall einer perfekt abgestimmten Politik sei das Resultat vermutlich niedriger als im Budgetplan angenommen - und es werde länger dauern, um dieses zu erreichen.

Trump selbst gilt wiederum als Kritiker der dominierenden Finanzinstitutionen IWF und Weltbank. Auf einem Treffen in Washington wurde gemutmaßt, Trump wolle den Institutionen das Geld kürzen. Die USA verfügen im IWF über eine Sperrminorität.

apr/dpa/Reuters

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