Drohender Handelskrieg Kanada und Mexiko könnten US-Strafzölle vermeiden (sagt Donald Trump)

Die US-Regierung ist angeblich bereit, die geplanten Strafzölle auf Aluminium und Stahl zu überdenken - zumindest im Handel mit Kanada und Mexiko. Präsident Trump stellt dafür aber zwei Bedingungen.

Donald Trump
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Die geplanten US-Strafzölle auf Metalle und Autos verunsichern die Wirtschaft weltweit. Von der Gefahr eines Handelskriegs ist die Rede. US-Präsident Donald Trump hat nach seinen Drohungen nun neue Bedingungen gestellt - und sich die Nachbarländer Mexiko und Kanada vorgeknöpft.

"Zölle auf Stahl und Aluminium wird es nur dann nicht geben, wenn ein neues und faires Nafta-Abkommen unterschrieben ist", twitterte er. Kanada müsse US-Landwirte besser behandeln, Mexiko müsse den Kampf gegen den Drogenhandel verschärfen. "Millionen von Menschen sind abhängig und sterben."

"Wir haben große Handelsdefizite mit Mexiko und Kanada", begründete Trump seine These. Beim Freihandelsabkommen Nafta seien die USA bislang auf der Verliererseite gewesen - zahlreiche Firmen und Jobs seien verloren gegangen.

Wie die Europäische Union hatten auch die Nachbarländer und wichtigen Stahllieferanten Kanada und Mexiko den USA Vergeltungsmaßnahmen angedroht. Experten warnten, Stahlzölle gefährdeten die aktuell laufenden Verhandlungen der beiden Länder mit den USA über eine Neuauflage von Nafta.

Angesichts der Auswirkungen eines möglichen Handelskriegs für Europa hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron derweil eine stärkere Einmischung der Europäischen Union bei der Welthandelsorganisation WTO gefordert.

Die geplanten Zölle seien "wirtschaftlicher Nationalismus", unter dem alle leiden könnten, sagte er nach einem Treffen mit dem Regierungschef der kanadischen Provinz Quebec, Philippe Couillard. "Daher ist es wichtig, dass die Europäische Union schnell und angemessen innerhalb und gegenüber der WTO reagiert."

US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, sämtliche Stahlimporte der USA mit einem Zoll von 25 Prozent zu belegen. Die EU kündigte bereits Vergeltungsmaßnahmen an - die EU-Kommission arbeitet derzeit laut Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an einer Vorlage hierfür.

apr/Reuters

insgesamt 89 Beiträge
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flux71 05.03.2018
1.
"Kanada müsse US-Landwirte besser behandeln, Mexiko müsse den Kampf gegen den Drogenhandel verschärfen." Ja, ach, ja: Und Trump muss neuer Innenminister sowohl Mexikos als auch Kanadas werden.
KaWeGoe 05.03.2018
2. Das einzige was diese rechtspopulistischen Dummköpfe ...
... können ist doch Mauern und Zäune bauen, um sich vom Rest der Welt zu isolieren. jetzt will Trump nicht nur Menschen fern halten, sondern auch Waren. Soll er doch machen !
schnabelnase 05.03.2018
3. Komische „Bedingungen“
Wie im Kindergarten. Ich dachte schon, Trump wäre tatsächlich zu Ausnahmen bereit. Hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende.
Atheist_Crusader 05.03.2018
4.
Ein neues, faires NAFTA-Abkommen? Na wir kennen ja Trumps Definition von fair: unfair, aber zu seinen Gunsten. Und es ist mehr als nur ein bssichen geheuchelt, Mexiko für seine Probleme mit dem Kampf gegen die Drogenkartelle zu attackieren. Nicht nur sind die USA deren wichtigster Kunde, sondern deren laxes Waffenrecht versorgt sie auch mit einem Gutteil ihrer Waffen. Aber was erwartet man von einem Mann, der "Sagt den Kindern, dass Drogen gefährlich sind." für einen neuen und brillianten Ansatz in der amerikanischen Anti-Drogen-Politik hält? Der Kampf gegen Kriminalität und Drogen ist ein hochkomplexes Problem und erfordert Staatsmänner die sich mit der Materie auskennen und bereit sind auch mal neue Wege zu gehen statt dem ewigen (und ewig erfolglosen) "tough on crime" dem Trump ebenso wie seine Partei anhängt.
Berlinerngut 05.03.2018
5. Reaktion auf Erpressung
DT braucht den Lärm. Warum nicht unerwartet reagieren? DT eine Woche ignorieren. Mueller hat dann wieder mehr Aufmerksamkeit, die er benötigt.
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