Trump-Agenda Das sollen die ersten 100 Tage bringen

Per Video erklärt Donald Trump, was er zu Beginn seiner Präsidentschaft angehen will. Erste Amtshandlung: TPP abräumen. Das Freihandelsabkommen war ein zentrales Anliegen der Obama-Regierung.

REUTERS

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat eine Videobotschaft veröffentlicht, in der er Pläne für die ersten 100 Tage seiner Amtszeit umreißt: Demnach werden sich die USA am ersten Tag nach der Machtübergabe aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP zurückziehen

Das geplante Zwölf-Länder-Abkommen sei eine "potenzielle Katastrophe für unser Land", sagte Trump. "Stattdessen werden wir gerechte, bilaterale Handelsverträge vereinbaren, die Arbeitsplätze und Industrien zurück nach Amerika bringen." Mit welchen Ländern er diese Handelsverträge abschließen möchte, sagte er nicht.

"Meine Agenda wird einem ganz einfachen Prinzip folgen", sagte Trump, "Amerika an die erste Stelle zu setzen." Ob es um die Produktion von Stahl gehe, den Bau von Autos oder das Heilen von Krankheiten: Er wolle, dass all dieses in den USA geschehe und so Arbeitsplätze und Wohlstand für amerikanische Arbeiter geschaffen würden.

Die Transpazifische Partnerschaft TPP war 2015 beschlossen worden. Es ist das bisher größte Freihandelsabkommen der Welt - und war ein Herzstück der Agenda von US-Präsident Barack Obama. Er wollte damit die Verbindungen zwischen den USA und Asien stärken. Die USA haben Abkommen zwar unterzeichnet, die erforderliche Ratifizierung durch den US-Senat steht aber noch aus.

Noch am Sonntagabend hatte Obama seinen Nachfolger indirekt vor einem Ende des Abkommens gewarnt und gesagt, TPP sei "ein Plus für die amerikanische Wirtschaft, für Arbeitsplätze und für Arbeiterrechte".

Neben den Wirtschaftsmächten USA und Japan umfasst die geplante Freihandelszone Australien, Brunei, Kanada, Chile, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Zusammen stehen diese Länder für rund 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Nicht dabei ist China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt - das Abkommen war auch als Gegengewicht zur Volksrepublik gedacht (mehr Grafiken zu TTP finden Sie hier).

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Handelsabkommen waren ein wichtiges Thema des US-Wahlkampfs. Viele Amerikaner machen sie für den Verlust von Arbeitsplätzen und den Abbau der Industrie verantwortlich. Der Ausstieg aus TPP war eines von Trumps Wahlkampfversprechen. Er soll am 20. Januar als neuer US-Präsident vereidigt werden.

Japans Premierminister Shinzo Abe hatte während einer Pressekonferenz kurz vor der Veröffentlichung des Trump-Videos gesagt, das Abkommen sei ohne die Beteiligung der USA "bedeutungslos".

Neuseelands Handelsminister Todd McClay sagte nach Trumps Ankündigung, die Regierung in Wellington werde zunächst an dem Bündnis festhalten. "Wir glauben weiter, dass TPP ein wertvoller Deal für alle beteiligten Länder ist. Solange wir nicht wissen, wie die US-Regierung sich genau verhalten wird, setzen wir den TPP-Prozess erst mal fort."

Australien brachte eine mögliche Änderung des bereits im Februar dieses Jahres verabschiedeten Abkommens ins Spiel: "Wir müssen abwarten, inwieweit die USA sich bei TPP oder einer weiterentwickelten Version des Handelspakts engagieren wollen", sagte Premierminister Malcolm Turnbull.

Was Trump neben TPP noch ansprach

In dem knapp dreiminütigen Video, das Trump am Montagabend veröffentlichte, spricht er neben TPP noch einige andere Bereiche an, sehr konkret wird er dabei aber nicht:

  • Im Energiebereich werde er Regulierungen streichen, die auf Kosten von Jobs und Produktivität gingen. Dabei gehe es auch um das sogenannte Fracking und, wie er sagte, um saubere Kohle. So würden Millionen hoch bezahlter Jobs entstehen. "Das ist es, was wir wollen, darauf haben wir gewartet", sagte Trump. Wenn künftig neue Regulierungen erlassen würden, müssten dafür zwei alte abgeschafft werden, sagte Trump.
  • Im Bereich der nationalen Sicherheit werde er die Geheimdienste anweisen, zuerst vor allem gegen Cyberattacken vorzugehen, aber auch gegen jede andere Form von Angriffen. Details nannte Trump nicht.
  • Im Bereich der Einwanderung werde er das Arbeitsministerium anweisen, alle Fälle von Visa-Missbrauch zu untersuchen, die amerikanischen Arbeitern schadeten.
  • Wer für die US-Regierung arbeitet, soll wie angekündigt für einen Zeitraum von fünf Jahren nicht mehr als Lobbyist tätig sein dürfen, für eine ausländische Regierung sogar auf Lebzeiten nicht mehr.

"Das sind nur einige Schritte, um Washington zu reformieren und unseren Mittelstand wieder aufzubauen", sagte Trump. Weitere würden folgen.

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In Donald Trumps Wahlkampf spielte die ultrarechte "Alt Right"-Bewegung eine zentrale Rolle. Jetzt ist ein Video aufgetaucht, dass die US-Nationalisten beim Feiern zeigt -mit Nazi-Rhetorik und Hitlergruß.

aar/dpa/AFP

insgesamt 292 Beiträge
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Seite 1
Kerze der Freiheit 22.11.2016
1.
Tja, vielleicht wird Trump doch ein guter Präsident. Es konnte wirklich nicht so weitergehen angesichts der Massenarbeitslosigkeit in der westlichen Welt.
smokinace69 22.11.2016
2. Vielen Dank
Schlecht für Amerika, gut für Europa :)
retourenpaket 22.11.2016
3. Trump wird vermutlich der unterschätzteste Präsident der USA
Wäre toll, wenn er auch gleich CETA aufkündigen würde! Diese undemokratischen Regierungsabkommen, die die Strukturen für eine Eskalationsstufe zur Ausbeutung der Bürger schaffen, sind in allen Details falsch.
biesi61 22.11.2016
4. Na dann Viel Spaß, liebe Amerikaner, mit diesem Großexperiment zur nationalen Verarmung!
Jetzt werden auch die dümmsten Trump-Wähler lernen müssen, dass Freihandel allen Nationen nützt. Wir Europäer wissen das schon seit Adam Smith und David Ricardo und handeln entsprechend.
ackergold 22.11.2016
5.
Zitat von retourenpaketWäre toll, wenn er auch gleich CETA aufkündigen würde! Diese undemokratischen Regierungsabkommen, die die Strukturen für eine Eskalationsstufe zur Ausbeutung der Bürger schaffen, sind in allen Details falsch.
Wie soll Trump CETA aufkündigen, wenn Trumpistan gar nicht Vertragspartner von CETA ist? Er könnte höchstens in Kanada einmarschieren, die Regierung durch eine US-Besatzungsmacht ersetzen und dann CETA außer Kraft setzen. Eine andere Möglichkeit hat er nicht.
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