Nach heftiger Kritik US-Regierung will Ölbohrung vor Florida doch nicht erlauben

Donald Trump wollte fast die gesamte Küste der USA für die Energieförderung freigeben. Fünf Tage später heißt es nun: Vor Florida soll es keine neuen Öl- und Gasplattformen geben.

Bohrinsel
EUGENE GARCIA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Bohrinsel


Vor der Küste des US-Bundesstaates Florida sollen nach dem Willen der US-Regierung doch kein Öl und Gas gefördert werden. Der Tourismus sei in Floridas Küstengebieten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, erklärte Innenminister Ryan Zinke nach einem Gespräch mit Gouverneur Rick Scott. In dem Gebiet solle es deswegen keine neuen Öl- und Gasplattformen geben.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump wollte ursprünglich fast die gesamte Küste der USA für die Energieförderung freigeben. Der Plan sah vor, dass über einen Zeitraum von fünf Jahren 47 Ölbohrlizenzen vergeben werden können (mehr dazu lesen Sie hier). Dies stieß auf Kritik in betroffenen Bundesstaaten, von Umweltschützern und in der Tourismusbranche.

Floridas Gouverneur Scott hatte bereits seinen energischen Widerstand angekündigt. "Meine oberste Priorität ist es, dass Floridas natürliche Lebensgrundlagen geschützt werden", sagte er vor fünf Tagen, als der Plan der US-Regierung bekannt wurde.

Nun bedankte sich Scott in einer Erklärung bei Zinke dafür, dass er nach Tallahassee gekommen sei, um mit ihm über seine Bedenken zu sprechen. "Jetzt können wir uns darum kümmern, wie wir unsere Umwelt noch weiter schützen können", sagte er im Anschluss.

Die Entscheidung Zinkes dürfte den Weg für andere Bundesstaaten ebnen, die ebenfalls gegen die Pläne sind. Aus Kalifornien kam bereits die erste Meldung: Der Justizminister in dem Bundesstaat, Xavier Becerra, forderte, die Ausnahmeregelung auch auf Kalifornien anzuwenden. "Kalifornien ist auch 'einzigartig', und unsere 'Küsten sind wirtschaftlich sehr abhängig vom Tourismus'", schrieb er via Twitter. An Zinke gewandt forderte er: "Wenn das Ihre Kriterien sind, müssen wir auch von dieser Liste gestrichen werden. Sofort."

aar/AP/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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derjuergie 10.01.2018
1. Der einzige Grund
keine Ölbohrungen vor Florida durchzuführen dürfte sein das in Florida die Reichen und Schönen ihr zuhause haben und sich das nicht versauen lassen wollen genau wie Donald Trump selbst.
badscooter 10.01.2018
2. vielleicht...
...ist auch die ankündigung von michael moore, direkt vor mar-a-lago ein bisschen fracking betreiben zu wollen, schuld? zitat: “I’ve already got the rig,” Moore tweeted on Saturday, “a beautiful Halliburton G-0008 fracking system with a monster Caterpillar engine!” moores begründung: die umwelt schere republikaner nur, wenn sie direkt in deren hinterhof zerstört wird. einen tag nach labour day soll es losgehen, pünktlich zu moores neuer tv sendung "live from the apocalypse" auf tnt. (quellen: splinternews.com und stern)
wandernder 10.01.2018
3. Golfen an einer anderen oelverschmutzten Küste macht keinen Spass
wäre ja auch traurig für Trump, wenn er in seinem Golfclub Mar Al Lago im Falle einer Havarie mitten in einem Ölsee golfen müsste.
HGDOC 10.01.2018
4. War klar....
Eine Ölpest oder die Aussicht auf eine Ölplattform direkt vor dem Mar el Lago wäre ja nicht so gut für Herrn Trump... Gut, dass ein Berater ihn noch schnell daran erinnert hat. Das muss jetzt aber medial so aufbereitet werden, dass es als Erfolg für den Umweltschutz in Florida verbucht werden kann. Ist es aber nicht. Es geht hier mal wieder nur um Herrn Trump und seine persönlichen Interessen. Menschen umd Umwelt sind ihm doch sonst eigentlich egal.
neutralfanw 10.01.2018
5.
DT‘s Mannschaft (Interessen-Gemeinschaft) sollte zuerst denken und dann entscheiden. Wie konnte man Florida überhaupt mit einschließen? Dort steht doch das Weiße Haus, oder etwa in Washington? Egal, in Florida verbringt DT die überwiegende Zeit seiner Regierungszeit und verfliegt die Steuereinnahmen. Da sollte also niemand nach Öl bohren. Ach ja, Florida hat ihm ja auch die Präsidentschaft ermöglicht.
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