Trump-Ankündigung USA erheben Zölle auf 1102 Produkte aus China

Donald Trump macht ernst: Die USA haben eine Liste mit Hunderten chinesischen Produkten veröffentlicht, auf die künftig 25 Prozent Einfuhrzoll erhoben werden. China will umgehend zurückschlagen.

Hafen von Shanghai
AP

Hafen von Shanghai


US-Präsident Donald Trump lässt gegen China Strafzölle von 25 Prozent auf Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar verhängen, das entspricht 42 Milliarden Euro. Das gab Trump bekannt.

Zwar seien ihm die Freundschaft zu Präsident Xi Jinping und das Verhältnis zu China sehr wichtig, teilte Trump mit. Dennoch sei die Situation nicht länger hinzunehmen, China bediene sich "unfairer Praktiken". Die Zölle sollen am 6. Juli in Kraft treten.

Zugleich veröffentlichte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer eine Liste mit insgesamt 1102 betroffenen chinesischen Produkten und Produktgruppen. Ein ursprünglicher Entwurf der Liste hatte noch 1300 Positionen umfasst.

Handys und Fernseher ausgenommen

Die Zölle zielten vor allem auf Pekings "Made in China 2025"-Industrie-Initiative, heißt es in einer Mitteilung des Handelsbeauftragten. Explizit genannt werden Flugzeugbau, Informations- und Kommunikationstechnologie, Roboter- und Maschinenbau sowie Autos (die Mitteilung des US-Handelsbeauftragten finden Sie hier).

Ausdrücklich ausgenommen seien hingegen Verbrauchergüter wie Handys oder TV-Geräte - um US-Verbraucher nicht durch höhere Preise zu belasten.

China will zurückschlagen

China will nun seinerseits Zusatzabgaben auf amerikanische Güter in ähnlichem Umfang auf den Weg bringen. Die Regierung in Peking wolle keinen Handelskrieg, müsse aber zurückschlagen, teilte das Handelsministerium in Peking mit.

Die Volksrepublik werde ihre Interessen verteidigen. Alle wirtschaftlichen und handelspolitischen Vereinbarungen, die zuvor in Verhandlungen zum Handelsstreit getroffen worden seien, seien nun ungültig.

China und die USA hätten mehrere Konsultationen zu Wirtschafts- und Handelsfragen geführt, um Differenzen zu lösen. Peking bedauere zutiefst, dass Washington die zuvor getroffene Vereinbarung gebrochen habe und "einen Handelskrieg provoziert hat".

Der Schritt schädige "nicht nur bilaterale Interessen, sondern untergrabe auch die Welthandelsordnung".

beb/al/dpa/Reuters

insgesamt 106 Beiträge
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Seite 1
Andraax 15.06.2018
1. Konfrontation
Es wird sich zeigen, ob Konfrontation oder Kooperation für die Interessen verschiedener Staaten besser ist. Bzw. eigentlich ist es klar, aber manche müssen wohl auf die harte Tour lernen.
Andraax 15.06.2018
2. Konfrontation
Es wird sich zeigen, ob Konfrontation oder Kooperation für die Interessen verschiedener Staaten besser ist. Bzw. eigentlich ist es klar, aber manche müssen wohl auf die harte Tour lernen - ich meine Trump.
zeichenkette 15.06.2018
3. Wie lange dauert es eigentlich noch...
bis die EU und China und Kanada etc. Strafzölle auf Intel-CPUs, Apple-Smartphones und IT-Dienstleistungen (einschließlich Werbung) von Google, Amazon, Facebook etc. erheben? Das sind alles Dinge, die von den USA praktisch nur exportiert, aber so gut wie nichts importiert wird. Strafzölle wurden die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie verbessern, da kann man exakt genau so argumentieren wie Trump. Letztlich zahlen natürlich alle drauf, aber so ist das nunmal, wenn jeder sich selber der Nächste ist.
Neapolitaner 15.06.2018
4. Genau die Produkte, die aus Europa kommen
Maschinenbau, Auto, Flugzeuge. Das heißt: Diese Zölle werden auf deutsche Produkte genauso Anwendung finden. Jetzt kann man natürlich "Vergeltung" rufen und ebenfalls Zölle auf US-Produkte erheben, nur gibt es davon nicht so viele, von Software abgesehen.
aurichter 15.06.2018
5. Harharhar
Zitat/Ausdrücklich ausgenommen seien hingegen Verbrauchergüter wie Handys oder TV-Geräte - um US-Verbraucher nicht durch höhere Preise zu belasten./ Ende. -- Muss man dazu etwas sagen, wohl kaum. Mr.Trump will doch seine amerikanischen Unternehmen nicht schädigen! Welch verlogene Politik.
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