Trump-Drohungen USA und China melden Einigung im Handelsstreit

Massiv drohen, dann verhandeln - die Methode Donald Trump scheint vorerst erfolgreich: Im Handelsstreit mit China verkünden beide Seiten, die Volksrepublik werde mehr US-Produkte kaufen.

Donald Trump, Xi Jinping (Archivbild)
AFP

Donald Trump, Xi Jinping (Archivbild)


Die USA und China haben sich in ihrem Handelsstreit offenbar deutlich angenähert. In einer gemeinsamen Erklärung beider Länder am Samstag hieß es, man habe Maßnahmen vereinbart, um das US-Handelsdefizit mit China zu verringern.

Konkret gehe es darum, dass China mehr US-Produkte kaufe und Dienstleistungen beziehe. "Das wird dabei helfen, das Wachstum und die Beschäftigung in den USA zu unterstützen", hieß es.

US-Präsident Donald Trump sieht sein Land benachteiligt, weil die Volksrepublik viel mehr in die Vereinigten Staaten exportiert als sie dort einkauft. Trump hatte daher mit zusätzlichen Abgaben auf chinesische Produkte gedroht, die in den USA verkauft werden. China hatte seinerseits Gegenmaßnahmen angekündigt.

Der Streit hält die Finanzmärkte seit längerem in Atem, weil im Falle einer Nicht-Einigung ein Handelskrieg zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften nicht ausgeschlossen wird.

Wie die nun vereinbarten Maßnahmen im Detail aussehen, wurde zunächst nicht bekannt. Am Freitag hieß es noch, im Gespräch sei die Abschaffung von chinesischen Zöllen im Wert von vier Milliarden Dollar auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Obst, Nüsse, Schweinefleisch, Wein und Hirse. Die Gesamtsumme des chinesischen Angebots entspreche einer Forderung von Trump, der von Peking verlangt, den Überschuss bis 2020 um 200 Milliarden Dollar abzuschmelzen und die Zölle auf US-Exporte deutlich zu senken.

wal/Reuters



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chlorid 19.05.2018
1.
Zitat: "Konkret gehe es darum, dass China mehr US-Produkte kaufe und Dienstleistungen beziehe. "Das wird dabei helfen, das Wachstum und die Beschäftigung in den USA zu unterstützen", hieß es." Na, das ist doch genau das, was Trump für seinen nächsten Wahlkampf braucht! Ein paar schöne Worte, mit denen er sich bei Twitter selbst loben kann. Mission accomplished!
Farhad 19.05.2018
2. Einigung auf Kosten der EU-Wirtschaft
Das wird für Europa Konsequenzen haben, wenn China in der Tat EU-Produkte zum Teil durch US-Schrott ersetzen würde. Die Verstärkung des Imports aus den USA kann nur durch ein Shifting des Imports erfolgen. Denn eine Erhöhung des Konsumwachstums um 200 Milliarden USD binnen zwei Jahre wäre nicht realistisch. Europa muss China vor Maßnahmen gegen EU-Interessen warnen und die Tendenz in den nächsten Monaten sehr genau beobachten. Der Handelskrieg mit den USA ist inzwischen eine bittere Realität.
geschädigter5 19.05.2018
3. Es geht doch!
Die Europäische Union muss sich nur als eine Einheit darstellen und sich nicht auseinander dividieren lassen. Dann wird der Despot aus Washington langsam ruhiger. Wenn der Handelsüberschuss so groß ist, werden europäische Waren auch in den USA gebraucht. Also lasst ihn toben. Er wird einen Handelskrieg den er dann auch gegen die Firmen in den USA führt, nicht gewinnen können.
j.w.pepper 19.05.2018
4. Bitte?
Zitat von FarhadDas wird für Europa Konsequenzen haben, wenn China in der Tat EU-Produkte zum Teil durch US-Schrott ersetzen würde. Die Verstärkung des Imports aus den USA kann nur durch ein Shifting des Imports erfolgen. Denn eine Erhöhung des Konsumwachstums um 200 Milliarden USD binnen zwei Jahre wäre nicht realistisch. Europa muss China vor Maßnahmen gegen EU-Interessen warnen und die Tendenz in den nächsten Monaten sehr genau beobachten. Der Handelskrieg mit den USA ist inzwischen eine bittere Realität.
Ich habe für Trump nun gar nichts übrig, aber was haben "landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Obst, Nüsse, Schweinefleisch, Wein und Hirse", um die es offenbar ging, mit "US-Schrott" zu tun? Abgesehen davon, dass sich immer wieder Leute in die Fiktion verrennen, alles aus den USA sei "Schrott". Ist es nicht. Dass Europäer z.B. keine Ami-Autos kaufen, beruht im Wesentlichen darauf, dass jahrzehntelang von dort nur Produkte kamen, deren Sprit- und Parkraumbedarf sich hier niemand leisten konnte und die Ami-Hersteller auch im Hinblick auf ihre europäischen Werke keine Anlass sahen, das zu ändern. Wäre das anders, hätte ich auch heute nch liebend gern einen dieser seidenweich dahingleitenden klassischen US-Straßenkreuzer. In den Umfragen der "Consumer Reports" in den USA (ähnlich der Stiftung Warentest hier) landen jedenfalls häufiger Ami-Autos bei der Zufriedenheit vorn als deutsche Marken (ähnlich bezüglich der nationalen Marken in Frankreich...und der deutschen in Deutschland). Will heißen, nur die Deutschen schätzen ihre Autos als das Nonplusultra ein, woanders ist das keineswegs so. Ich fahre seit 2 1/2 Jahren einen Jeep, der während der Daimler-Chrysler-"Ehe" (marriage made in Heaven) auf derselben Plattform wie der heutige GLE entwickelt wurde, und einen italienischen Diesel als Antrieb und ein Getriebe von ZF hat - abgesehen von wahrscheinlich ein paar tausend sonstigen Teilen aus aller Welt. Aber zusammengebaut wurde er im letzten Autowerk, das noch komplett in Detroit liegt. Ich kann bislang nicht behaupten, dass er mehr Ärger macht als der 211er Mercedes, den er ersetzt hat, oder der E93-BMW, der jetzt unser Zweitwagen ist. Anders gesagt, in Amerika stehende Produktionsroboter (welcher Herkunft auch immer) funktionieren auch nicht schlechter als hiesige. Die Leute, die immer an Ami-Produkten rumnörgeln, sollten also lieber vorsichtig sein. Das ist pure deutsche Arroganz, die nach hinten losgehen kann.
joG 19.05.2018
5. Man kann es natürlich das so darstellen....
....und die meisten hier tun es so. Aber Trump hat nicht "gedroht". Er hat lefiglich erklärt, dass er die Handelshemmnisse nicht mehr akzeptiert und erwartet, dass man sie entfernt. Dann hat er festgestellt, was der erste Schritt zum Ausgleich der handelshemmenden Maßnahmen sein würde. Das ist keine Drohung.
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