US-Präsident Trump verlängert Frist im Handelsstreit mit China

Bei den Handelsgesprächen zwischen China und den USA gibt es laut Donald Trump "erhebliche Fortschritte". Deshalb will der US-Präsident nun davon absehen, ab dem 1. März neue Strafzölle zu verhängen.

Liu He (l., mit roter Krawatte) und Donald Trump im Oval Office
AFP

Liu He (l., mit roter Krawatte) und Donald Trump im Oval Office


US-Präsident Donald Trump hat eine Fristverlängerung im Handelsstreit zwischen den USA und China angekündigt. Angesichts "sehr produktiver Gespräche" werde er die für den 1. März gesetzte Frist für eine Einigung verschieben, twitterte Trump am Sonntag. Gleichzeitig kündigte er an, dass "unter Voraussetzung zusätzlicher Fortschritte" bei den Gesprächen ein Gipfel mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Mar-a-Lago in Florida geplant sei.

"Ein sehr gutes Wochenende für die USA und China", schloss Trump seinen Tweet. Nähere Angaben zur Fristverlängerung machte er nicht.

Auch China zog eine positive Bilanz der bisherigen Gespräche im Handelsstreit. Bei zentralen Streitpunkten wie Technologietransfers, dem Schutz geistigen Eigentums und Wechselkursen seien "erhebliche Fortschritte" erzielt worden, berichte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag.

Am 1. März sollte eigentlich ein 90-tägiger "Waffenstillstand" enden, den beide Seiten beim G20-Gipfel Anfang Dezember in Argentinien vereinbart hatten. Die USA haben mit neuen Strafzöllen gedroht, sollte es bis dahin keine Einigung geben. Die Sonderzölle auf Importe aus China im Umfang von 200 Milliarden US-Dollar könnten dann nach den Plänen Washingtons von derzeit 10 auf 25 Prozent erhöht werden.

Unterhändler Chinas und der USA haben in den vergangenen Tagen in Washington nach Trumps Worten "erheblichen Fortschritt" bei den Handelsgesprächen erzielt. Am Freitag empfing der US-Präsident den chinesischen Vizeministerpräsidenten Liu He im Weißen Haus und sprach von einer "sehr guten Chance, einen Deal zu machen".

Das Weiße Haus hatte zuletzt erklärt, dass die Frist bis zum 1. März nicht zu halten sei. Trump hatte betont, dass er bereit sei, keine weiteren Zölle zu erheben, solange die Verhandlungen Erfolg versprechend weiterliefen.

Die USA und China stecken seit einem Jahr im Handelskonflikt und haben sich gegenseitig mit massiven Strafzöllen überzogen. Weltweit schürt dies Ängste vor einem Einbruch der Konjunktur. Trump kritisiert vor allem das US-Handelsdefizit mit China und wirft Peking unfaire Praktiken vor, darunter den Diebstahl geistigen Eigentums.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
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bernteone 25.02.2019
1. klingt nicht wirklich Viellversprechend
Normalerweise würde sich Trump feiern lassen als wenn er der Messias ist wenn er auch nur einen winzigen Erfolg hat . Hört sich hier fanz snders an . Ist wohl auf den Biden der Realität angekommen und merkt das Zölle in erster Linie der amerikanische Verbraucher zahlt , also auch sein Wahlvolk . Aber er wird den Leuten das schon als riesen Nummer verkaufen was da rauskommt .Obwohl sich wohl nucht allzu viel ändern wird . Eins ist wohl klar , die Amerikaner haben sich noch nie über den Tisch ziehen lassen auch wenn Trump das ständig behauptet , siehe NAFTA vor und nach Trump so gut wie keine Unterschiede . Weiter so Big Dealmaker oder Showmaster .
hansriedl 25.02.2019
2. China sagt USA offenbar Billionen-Käufe zu
Die USA und China sind sich im Handelsstreit in einigen Punkten offenbar deutlich näher gekommen. Sie zeigen sich zuversichtlich, dass es ein Abkommen geben wird. Womöglich könnten es US- Präsident Donald Trump und Staatschef Xi Jinping schon bei einem Treffen im März besiegeln. An der US-Börse gab es dafür reichlich Vorschusslorbeeren. US-Finanzminister Steven Mnuchin zufolge wurde bei dem Treffen eine konkrete Übereinkunft in Währungsfragen erzielt. Der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sprach seinerseits von Erfolgen bei Technologie-Transfers. Details dazu wurden aber nicht genannt. US-Handelsminister Wilbur Ross schrieb auf Twitter, China habe sich verpflichtet, weitere zehn Millionen Tonnen US-Sojabohnen zu kaufen.
Worldwatch 25.02.2019
3. Beidseitiges Interesse!
Beide Staaten, die Dickschiffe der weltweiten Ökonomie, haben ein vitales Interesse an guten Handelsbeziehungen. Beide Seiten haben gute Gründe des auf einander zugehen, und des Kompromisses. Der sog. Handelskrieg war und ist Drohkulisse, nicht mehr und nicht weniger. Man braucht -im kapitalistischen- miteinander, wie die hundert Blumen die zum blühen halt doch Wasser und Nährstoffe brauchen, einander. Schon auch zum eigenen politischen Erhalt. Bei aller Unterschiedlichkeit der politischen Systeme; andernfalls wären beide Staaten nicht mehr ?great?, noch jemals wieder ökonomisch ?great again?. Was aber, wie gesagt, nicht im Interesse der jeweiligen Seite läge.
gogger 25.02.2019
4. Nichts neues
"Bei den Handelsgesprächen zwischen China und den USA gibt es laut Donald Trump "erhebliche Fortschritte". Deshalb will der US-Präsident nun davon absehen, ab dem 1. März neue Strafzölle zu verhängen." ----- Übersetzung: Das Großmaul zieht mal wieder den Schwanz ein.
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