Handel mit Staatsanleihen verboten Trump verschärft Sanktionen gegen Venezuela

Die USA erhöhen den wirtschaftlichen Druck gegen Venezuela. Ein von Donald Trump unterzeichnetes Dekret nimmt vor allem auch den staatlichen Ölkonzern ins Visier.

Donald Trump
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Die USA verschärfen ihre Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela: Das Weiße Haus teilte am Freitag in Washington mit, US-Präsident Donald Trump habe per Dekret den Handel mit neuen venezolanischen Staatsanleihen untersagt. Betroffen ist demnach auch der staatliche Ölkonzern PDVSA, der eine wichtige Einnahmequelle für das in einer tiefen Wirtschaftskrise steckende Land darstellt.

Das Weiße Haus sprach von "starken neuen Finanzsanktionen gegen die Diktatur in Venezuela". Damit verliere der sozialistische Präsident Nicolás Maduro eine wichtige Finanzquelle. Die USA hatten zuvor bereits das Vermögen Maduros in den Vereinigten Staaten eingefroren. Zudem wurden Sanktionen gegen mehrere andere Amtsträger verhängt.

Hauptgrund für die Strafmaßnahmen ist die auf Geheiß von Maduro gewählte verfassunggebende Versammlung. Maduro hatte Ende Juli eine Versammlung wählen lassen, um die Verfassung umzuschreiben - und das demokratisch gewählte Parlament zu entmachten. Die Opposition hatte die Wahl boykottiert und erkennt das Gremium nicht an. Washington kritisiert auch das harte Vorgehen der Regierung gegen Oppositionelle.

Maduro wird vorgeworfen, er wolle im Land mit den größten Ölreserven der Welt eine Diktatur errichten. Venezuela leidet unter einer Versorgungskrise und der weltweit höchsten Inflation.

asa/AFP



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Atheist_Crusader 25.08.2017
1.
Ach ja, wenn die USA nur so gegen alle Diktaturen vorgehen würde. Dann müsste sie sich nicht ständig vorwerfen lassen unglaubwürdig und nur auf Eigeninteressen fixiert zu sein. Dennoch, dass sie hier aktiv wird (und die Kriegsdrohungen gedrosselt hat) ist ja grundsätzlich mal positiv. Die Art auf das geschieht, könnte allerdings die Versorgungslage für die Menschen noch verschlechtern. Ich würde mir ja wünschen, dass der Rest Südamerikas mehr das Ruder übernimmt. Es ist immer besser wenn die Nachbarschaft gemeinsam Probleme löst statt Großmächte von außen zu involvieren. Wie da allerdings die Erfolgschancen stehen, will ich lieber nicht spekulieren.
Berlin142 26.08.2017
2. Zumindest ist das in einer Hinsicht ehrlich
Es geht beider ganzen Venezuela Krise nur um Geld und Öl. Die USA haben schon unter der Ägide Obama/Clinton massiv Geld investiert, um die Lage in Venezuela weiter anzuheizen und nun fordert man mehr oder direkt so langsam die Rendite ein. Gleiches hat man erfolgreich in Brasilien in den letzten 4 Jahren praktiziert und man schaue nur, wem die Regierung Themer jetzt die Lizenzen für den vermuteten Abbau von Goldvorkommen im Naturschutzgebiet gewährt. Übrigens kein Protest und keine Sanktionen der USA, als die Regierung Themer ein Gesetz verabschiedete, nach dem die aktuellen Regierungsmitglieder - Themer voran - nicht wegen erwiesener Korruption angeklagt werden dürfen. Übrigens steht schon fest, wer der nächste Kandidat ist, wenn man Venezuela kleinbekommen hat. In Bolivien wurden die weltgrößten Lithium-Vorkommen entdeckt. Selbst die ARD hat sich jaschon dazu herab gelassen, dass man den Abbau doch besser westlichen Firmen überlassen solle, weil die Bolivianer halt zu dumm seinen, hochreines Lithium zu erzeugen. JT
brosswag 26.08.2017
3.
Es mag unmoralisch sein, aber es funktíoniert, sagte ein ranghoher US Politiker . Ob Russland und China sich in diese perfide Vorgehensweise der US Strategie einmischen ? Noch fühlen sich die USA unangefochten als unangreifbare Weltmacht.
cheeterno 26.08.2017
4. Da
schau hin. Nicht alles was Trump macht ist falsch- aber hinsichtlich Maduro noch viel zu wenig.
wjandel 26.08.2017
5. Trumps Sanktionen
Dann muesste Trump auch Polen, Ungarn und die Haelfte aller Laender der Erde mit Sanktionen belegen. Aber nein, hier geht es um das Oel an das die Amerikaner wollen. Wer belegt endlich die USA mit Handelssanktionen? Der Wirtschaftskrieg mit der EU, Tuerkei wegen der Nordstreamleitung durch die angedrohten Sanktionen der USA besteht noch bevor.
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