Trumps Steuerpläne Bundesbank fürchtet Nachteil für deutsche Firmen

In diesem Frühjahr wächst die deutsche Wirtschaft noch kräftig. Doch mittelfristig sieht die Bundesbank Gefahr - wegen Donald Trumps Steuerpolitik.

Donald Trump
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Die geplante Steuerreform in den USA könnte zu einem Dämpfer für die deutsche Wirtschaft werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesbank. "In einigen Ländern könnte der Gesamteffekt auf das Bruttoinlandsprodukt sogar negativ ausfallen", heißt es im Monatsbericht der Notenbank. Dies treffe einer Modellrechnung zufolge auf Deutschland ebenso zu wie auf die meisten übrigen Volkswirtschaften des Euroraums.

Demnach ist wegen der Reform unter anderem mit einer Aufwertung des Dollars zu rechnen. Inflationäre Tendenzen in den USA würden dabei auf andere Länder übergreifen.

Impulsen durch eine kräftigere amerikanische Importnachfrage stünden dort dann unter anderem dämpfende Einflüsse einer geringeren Kaufkraft entgegen. Dazu kämen Belastungen durch eine straffere Geldpolitik.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte Ende April Details zu ihren Steuerplänen veröffentlicht. Danach soll die Unternehmenssteuer von bisher 35 Prozent auf 15 Prozent sinken. Zudem sollen die Abgaben auf im Ausland erwirtschaftete Erträge deutlich gekappt werden. Auch für Durchschnittsverdiener sind Entlastungen geplant. So sollen künftig mehr Aufwendungen steuerlich absetzbar werden.

Verbraucher profitieren von Wachstum

Für das Frühjahr 2017 erwartet die Bundesbank eine anhaltend robuste Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. "Das kräftige Wachstum der deutschen Wirtschaft wird sich im Frühjahr 2017 wohl fortsetzen", heißt es im Monatsbericht.

Die rege Nachfrage aus dem In- und Ausland sollte laut Bundesbank die Industrie stützen. Einen anhaltenden Aufschwung sieht die Bank auch bei den Investitionen der Unternehmen. Von der insgesamt starken Wirtschaftsentwicklung sollten demnach die privaten Haushalte profitieren.

asa/Reuters/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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ackergold 22.05.2017
1.
Trumps Steuerpläne werden nicht Realität, weil er sie gar nicht finanzieren kann und sich seine Wähler wohl kaum so verschaukeln lassen, ihm die Finanzierung des Finanz-Establishments auch noch zu garantieren.
Matttthias 22.05.2017
2. Warten wir es ab
Ob Trump seine Pläne unsetzen kann ist fraglich. Vor 2 Tagen meinte man noch er wird abgesetzt. Und auch wenn er erfolgreich ist - der Euro ist schon stark unterbewertet. Die EZB kann die Zinsen auch ohne Trump manipulieren.
keine-#-ahnung 22.05.2017
3. Da kann doch nun wirklich nichts passieren ...
... weil: "Doch Soros rechnet offenbar damit, dass diese Steuergeschenke nie Realität werden." - heisst es zumindest auf SPON :-) ! Also Entwarnung auf breiter Front für unsere deutschen Unternehmen ..
MiniDragon 22.05.2017
4. Keine Bange
So lange wie alle Welt noch freudig bereit ist, Waren und Dienstleistungen gegen Greenbacks einzutauschen, kann uns nix Schlimmes passieren. :-)
birdie 23.05.2017
5. Es ist in Ordnung, dass die Bundesbank ...
Risiken erkennt, die aus dem Wüten des Donald Duck aus Entenhausen unserer Wirtschaft drohen können. Doch diese Nabelschau reicht nicht aus. Deshalb ist die Bundesbank ebenso gefordert wie verpflichtet, alle möglichen Krisenszenarien zu prüfen, für jeden Einzelfall eine wirkungsvolle Abwehrstrategie zu entwickeln und das gesamte Paket mit der Bundesregierung abzustimmen, damit diese Handlungsvorschriften erlässt, mit denen Attacken des t-Rumpelstielzchen sehr effizient wie effektiv begegnet werden kann.
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