Drei neue Sorten Brüssel genehmigt Import von Genmais

Die Europäische Kommission hat drei neue Genmais-Sorten für die Einfuhr in Europa zugelassen. Die Produkte stammen von den Konzernen Monsanto und Pioneer. Ein Anbau in Europa ist aber nicht geplant.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner mit Genmais-Gegnern: Kritiker hatten protestiert
dpa

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner mit Genmais-Gegnern: Kritiker hatten protestiert


Brüssel - Importieren ja, anbauen nein: Die Europäische Kommission hat die Genehmigung für den Import von drei neuen Genmais-Sorten nach Europa erteilt. Die Brüsseler Behörde fällte die Entscheidung am Freitag zeitgleich mit dem Ende des EU-Gipfels.

Konkret geht es um Maissorten der weltgrößten Saatguthersteller Monsanto (MON 88017 und MON 89034) sowie von Pioneer (59122xNK603). Alle drei Arten sind gegen bestimmte Schädlinge immun. Die Zulassung erfolgt für den Import als Futter- und Lebensmittel, ein Anbau ist nicht geplant.

Kritiker hatten gegen den Import protestiert. Beim Treffen der EU-Agrarminister vor zwei Wochen gab es aber keine ausreichende Mehrheit gegen die Zulassung. Die Bundesregierung enthielt sich.

Die EU-Kommission will mit ihrer Entscheidung einem Mangel an Futtermitteln vorbeugen. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält die drei Genmaise für genauso sicher wie konventionellen Mais. Die für zehn Jahre gültigen Genehmigungen beziehen sich auf die Einfuhr und Weiterverarbeitung in allen 27 EU-Ländern.

Im Sommer hatte es noch eine andere Entscheidung gegeben: Tierfutter aus den USA war damals wegen Spuren nicht zugelassener Gen-Sorten in Europa abgewiesen worden.

wal/AFP/Reuters

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harm ritter 18.04.2009
1.
Ich finde diese Frage außerordentlich schwierig zu beantworten. Ich bin imgrunde auf jeden Fall für die Forschung, aber ich bin dagegen, leichtsinnig alles aus dem Labor auf die Felder auszubringen. Ein ehrlicher Bauer, der ohne Gentechnik auszukommen versucht, kann doch inzwischen kaum noch "gentechnikfrei" auf seine Säcke schreiben, weil der Mist von überall hergeweht wird. Wir bräuchten ein Gesetz, das Monsanto in solchen Fällen schadenersatzpflichtig macht, dann wäre Monansanto nämlich in kürzester Zeit pleite. Also: Ja zur Forschung, nein zu unüberlegten Experimenten! Überhaupt gibt es auch genügend Ideen, wie man den Hunger ohne Gentechnik bekämpfen kann. Daß der Hunger jedem Christen, Moslem, Hindu oder wasauchimmer übel aufstoßen sollte, setze ich mal als Grundlage voraus.
Jochen Binikowski 18.04.2009
2.
Es wird immer wieder behauptet, Gen-Lebensmittel seien billiger also solche aus herkömmlicher Herstellung. Das könnte sich bei näherer Betrachtung als Trugschluß entpuppen. Angenommen, GMO-Mais ist tatsächlich billiger in der Herstellung, sagen wir mal 50 EURO die Tonne, dann sind das 0,05 EURO pro KG. Da Mais ein Grundstoff für verarbeitete Lebensmittel ist, macht diese GMO-Verbilligung (so es sie denn wirklich gibt) vermutlich nur einen Anteil im Promillebereich vom Endpreis aus. Und das auch nur wenn der Landwirt sich die 50 EURO nicht selber in die Tasche gesteckt hat. Oder nehmen wir als Beispiel die Milch. Um wieviel Cent erhöhen sich die Produktionskosten, wenn statt Gen-Soja aus abgeholzten brasilianischen Urwäldern in Deutschland oder Europa hergestellte Futtermittel verwendet werden? Ich hatte vor einiger Zeit in einem Landwirtschaftsforum gefragt, warum in Europa die Bauern nicht nach der Gerste-Ernte Bohnen pflanzen und damit einen Teil des Import-Sojas ersetzen. Die Antwort war, das mit dem Gen-Soja ist etwas billiger... Aus Sicht der Endverbraucher geht es also, wenn überhaupt, nur um minimale Preisunterschiede. Wenn dann die knallharte Kennzeichnung eingeführt wird, gibt es ein Desaster für GMO-Produkte. Fakt ist, dass eine sehr große Mehrheit der Bevölkerung für diese Kennzeichnung ist. Damit lassen sich im großen Stil Wählerstimmen gewinnen. Was nützen den Politikern die Schmiergelder der Agro-Industrie, wenn sie nicht wiedergewählt werden? Denen ist das Hemd näher als die Hose.
Softship 18.04.2009
3.
http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=3628928&postcount=1288 ---Zitat von moorduide--- Macht euch die Erde untertan, aber dafür müssen wir erst noch das kleine Einmaleins lernen, und dazu gehört auch Gentechnik. Wie fangen mal gerade an, die Natur ansatzweise zu begreifen. ---Zitatende--- Gerade weil sie erst gerade anfangen, die Natur ansatzweise zu begreifen, sollten wir nicht darin rumpfuschen. Wir wissen noch nicht, welche Konsequenzen das haben kann. Da verweise ich gerne auf http://de.wikipedia.org/wiki/Dichlordiphenyltrichlorethan Jetzt soll der genmanipulierter Mais das Pestizid gleich integriert haben. Können wir wirklich sicher sein, dass die Vorteile, die diese Genmanipulation haben könnte, nicht von einer Katastrophe überschattet werden könnte? Nein, sicher können wir nicht sein. Also sollten wir andere Methoden finden, den Hunger zu lingern. Es reicht eben nicht, dass die "Bedenkenträger" & "Angsthasen" nicht beweisen können, dass Schäden entstehen. Die Beweis muss erbracht werden, dass keine Schäden entstehen können.
fantalupi 18.04.2009
4.
Zitat von sysopGen-Nahrung ist in Forscherkreisen höchst umstritten, ein großes Argument der Befürworter ist die Bekämpfung des Welthungers. Aber rechtfertigt dies die Nutzung von Gntechnik?
Nein, das ist keine Rechtfertigung. Eigentlich stehen alle hierzu relevanten Informationen im Wiki-Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger Mein Lieblingsbeispiel ist die Fleischproduktion: "... Nur etwa 10 % des verfütterten Getreides wird dabei in Fleischmasse umgewandelt, die restlichen 90 % sind für die menschliche Ernährung verloren. ..." In dem Artikel wird deutlich, wie unterschiedlich die Ursachen sind und dass wir durch unsere Politik maßgeblich für die Probleme mitverantwortlich sind. Das Welthungerproblem kann politisch gelöst werden. (Bei uns über besser durchdachte Entwicklungshilfe und Aufklärung über wirtschaftspolitische Zusammenhänge) Natürlich sind von Armut und Hunger betroffene Gebiete ideale Probanten für Konzerne, die mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln spekulieren. Wer satt ist, ist weniger risikobereit. Aber diese Konzerne haben kein Interesse daran zu helfen eine Infrastruktur aufzubauen, die die entsprechenden Länder unabhängig werden läßt.
Satiro, 18.04.2009
5.
Zitat von Jochen BinikowskiEs wird immer wieder behauptet, Gen-Lebensmittel seien billiger also solche aus herkömmlicher Herstellung. Das könnte sich bei näherer Betrachtung als Trugschluß entpuppen. Angenommen, GMO-Mais ist tatsächlich billiger in der Herstellung, sagen wir mal 50 EURO die Tonne, dann sind das 0,05 EURO pro KG. Da Mais ein Grundstoff für verarbeitete Lebensmittel ist, macht diese GMO-Verbilligung (so es sie denn wirklich gibt) vermutlich nur einen Anteil im Promillebereich vom Endpreis aus. Und das auch nur wenn der Landwirt sich die 50 EURO nicht selber in die Tasche gesteckt hat. Oder nehmen wir als Beispiel die Milch. Um wieviel Cent erhöhen sich die Produktionskosten, wenn statt Gen-Soja aus abgeholzten brasilianischen Urwäldern in Deutschland oder Europa hergestellte Futtermittel verwendet werden? Ich hatte vor einiger Zeit in einem Landwirtschaftsforum gefragt, warum in Europa die Bauern nicht nach der Gerste-Ernte Bohnen pflanzen und damit einen Teil des Import-Sojas ersetzen. Die Antwort war, das mit dem Gen-Soja ist etwas billiger... Aus Sicht der Endverbraucher geht es also, wenn überhaupt, nur um minimale Preisunterschiede. Wenn dann die knallharte Kennzeichnung eingeführt wird, gibt es ein Desaster für GMO-Produkte. Fakt ist, dass eine sehr große Mehrheit der Bevölkerung für diese Kennzeichnung ist. Damit lassen sich im großen Stil Wählerstimmen gewinnen. Was nützen den Politikern die Schmiergelder der Agro-Industrie, wenn sie nicht wiedergewählt werden? Denen ist das Hemd näher als die Hose.
Fakt ist auch, dass es leichter ist mit dem Strom zu schwimmen als gegen ihn. Aus diesem Grunde wird auch die Bevölkerung, besonders wenn mal wieder Wahlen anstehen, selbst wenn man es persönlich besser weiß, in ihren irrationalen Ängsten und Vorurteilen bestärkt statt aufgeklärt.
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