Ökostromumlage Stromkunden sollen 2015 deutlich zu viel zahlen

Das Wirtschaftsministerium hat die Ökostromumlage für 2015 zu hoch ansetzen lassen. Nach SPIEGEL-Informationen müssen Stromkunden rund zwei Milliarden Euro zu viel bezahlen.

Windräder in Freiburg: Zahlen die Bürger zu viel für die Förderung erneuerbarer Energien?
DPA

Windräder in Freiburg: Zahlen die Bürger zu viel für die Förderung erneuerbarer Energien?


Die von der Bundesregierung in der vergangenen Woche genehmigte Umlage für erneuerbare Energien belastet die Stromkunden mit rund zwei Milliarden Euro zu viel. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus detaillierten Berechnungen der Strombranche hervor.

Demnach hätte die auf alle Stromkunden umgerechnete Umlage im nächsten Jahr auf einen Wert zwischen 5,4 und 5,8 Cent pro Kilowattstunde sinken können. Stattdessen legten die Beamten von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den Preis nach Vorgaben der Netzbetreiber auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde fest. Es ist das erste Mal, dass die Ökostrom-Umlage sinkt.

Die Meldung lesen Sie auch hier im neuen SPIEGEL.

Der Aufpreis, den die Stromkunden bezahlen müssen, fließt hauptsächlich in eine milliardenschwere Liquiditätsreserve, mit der die Netzbetreiber Kontoschwankungen im Jahresverlauf ausgleichen sollen. Nach Berechnungen der Strombranche ist eine solche Reserve nicht nötig, schon gar nicht in dem jetzt geplanten Umfang.

Große Kontoschwankungen seien durch die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2013 nahezu ausgeschlossen worden, heißt es in den Branchenpapieren. In den vergangenen Jahren war es etwa durch den unkontrollierten Bau von Fotovoltaik-Anlagen zu solchen Vorfällen gekommen. Die Branche vermutet hinter der viel zu niedrigen Senkung der Umlage politisches Kalkül.

Durch die Milliardenreserve könne Gabriel die EEG-Umlage bis zum Ende der Legislaturperiode 2017 in kleinen Schritten kontinuierlich senken, so der Vorwurf. Damit könnte er sich als erfolgreicher Reformer des EEG feiern lassen und seine Chancen bei der dann anstehenden Bundestagswahl verbessern.

Das Wirtschaftsministerium weist den Vorwurf der politischen Einflussnahme zurück.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 130 Beiträge
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Seite 1
h-i-2224 19.10.2014
1. Da wir wissen, dass Wirtschaft und Politik mittlerweile eins sind,
können wir auch davon ausgehen, dass hier bewusst zu Ungunsten der Stromkunden gerechnet wurde. Das geht in vielen Bereichen schon seit Jahren so, ohne das sich dagegen Widerstand regt.
wermoe 19.10.2014
2. Die User sollten Vattelfall nacheifern,
und das Wirtschaftsministerium verklagen ! Gründe wegen der misslungenen "Energiewende" gäbe es zu Hauf !
user_tha 19.10.2014
3. EEG-Umlage könnte wirklich niedriger sein!
Korrektur zum Artikel: es sind nicht Gabriels Beamte, die die Umlage für das Folgejahr festlegen. Korrekt ist aber, dass der Wert für 2015 zu hoch angesetzt wurde. Das kann ich bestätigen - ich kann behaupten, mich in der Branche und bei dem Thema auszukennen. Was vielen nicht bewußt ist: immer mehr Industriebetriebe sind von der Umlage weitgehend befreit, d.h. auf die privaten und (klein-)gewerblichen Stromkunden entfällt ein immer größer werdender Teil der Umlage. Übrigens nur auf die inländischen, d.h. der Stromexport bleibt außen vor. Und auf die Umlage, die die privaten und (klein-)gewerblichen Stromkunden zahlen müssen, wird auch noch 19% MwSt. erhoben!
user_tha 19.10.2014
4. EEG-Umlage könnte wirklich niedriger sein!
Korrektur zum Artikel: es sind nicht Gabriels Beamte, die die Umlage für das Folgejahr festlegen. Korrekt ist aber, dass der Wert für 2015 zu hoch angesetzt wurde. Das kann ich bestätigen - ich kann behaupten, mich in der Branche und bei dem Thema auszukennen. Was vielen nicht bewußt ist: immer mehr Industriebetriebe sind von der Umlage weitgehend befreit, d.h. auf die privaten und (klein-)gewerblichen Stromkunden entfällt ein immer größer werdender Teil der Umlage. Übrigens nur auf die inländischen, d.h. der Stromexport bleibt außen vor. Und auf die Umlage, die die privaten und (klein-)gewerblichen Stromkunden zahlen müssen, wird auch noch 19% MwSt. erhoben!
Finsternis 19.10.2014
5. Dem Bürger geht es ZU gut
Da kann man ja einfach nur noch mehr fordern, als notwendig. Geld wächst auf Bäumen. Uns geht es viel zu gut, die Bundestagswahlen bestätigen das. Muss ja offenbar so sein...
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