Studie: Zwei von fünf Gastarbeitern sind im Alter armutsgefährdet
Als Gastarbeiter sind sie nach Deutschland gekommen - nun droht ihnen im Alter die Armut. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung gelten mehr als 40 Prozent der hier lebenden Ausländer über 65 Jahren als gefährdet. Unter den deutschen Rentnern sind es deutlich weniger.
Düsseldorf - Ehemalige Gastarbeiter sind einer Studie zufolge etwa dreimal so häufig von Altersarmut bedroht wie deutsche Senioren. Im Jahr 2011 hätten 41,5 Prozent der Ausländer über 65 Jahren ein monatliches Einkommen von weniger als 848 Euro bezogen, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Montag mit.
848 Euro entsprechen 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland. Wer als Alleinstehender unter dieser Schwelle liegt, gilt als armutsgefährdet. Das WSI hatte den Mikrozensus ausgewertet.
Unter allen Rentnern in Deutschland seien lediglich 13,3 Prozent betroffen gewesen. Die Forscher begründen den Unterschied mit den geringeren Einkommen der oft als Gastarbeiter nach Deutschland gekommenen Ausländer.
Die Spaltung macht sich auch beim Bezug der staatlichen Grundsicherung bemerkbar. Weil ihre Renten nicht ausreichten, waren 12,7 Prozent der ausländischen Senioren darauf angewiesen. Unter den deutschen Senioren waren es nur 2,1 Prozent.
stk/dpa/AFP
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