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Einigung im Schuldenstreit: Sparzwänge der USA bedrohen Weltwirtschaft

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Die Erleichterung ist groß: Mit der Einigung im US-Schuldenstreit bleibt der Finanzmarktkollaps aus. Doch die USA werden in den kommenden Jahren drastisch sparen. Fällt die größte Volkswirtschaft der Welt aber zurück in die Rezession, sind die globalen Folgen dramatisch.

Devisenhändler in Tokio: Der Dollar-Kurs profitierte kaum von der Schuldeneinigung Zur Großansicht
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Devisenhändler in Tokio: Der Dollar-Kurs profitierte kaum von der Schuldeneinigung

Hamburg - An den Finanzmärkten war die Erleichterung deutlich zu spüren - auch jenseits des Atlantiks. Weil sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress auf eine Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze geeinigt haben, schossen die europäischen Aktienmärkte zeitweise nach oben.

Der deutsche Leitindex Dax, der zuletzt mehrere Tage in Folge gefallen war, stieg am Morgen um bis zu 1,7 Prozent. 29 der 30 im Dax vertretenen Werte notierten im Plus. Besonders deutlich legte die Commerzbank-Aktie zu, die zwischenzeitlich mehr als sechs Prozent teurer war als noch am vergangenen Freitag.

In der Tat scheint der Kompromiss im US-Schuldenstreit das Schlimmste erst einmal verhindert zu haben: die Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten. Wäre es wirklich so weit gekommen, hätten wohl zuerst die Rentner und Staatsbediensteten in den USA auf ihr Geld verzichten müssen.

Schon im zweiten Schritt wären jedoch die Banken dran gewesen - und zwar auch die europäischen. Eine Finanzsupermacht, die ihre Schulden nicht mehr bedienen kann - das ist die größte denkbare Finanzkatastrophe. Die Folge wären Kettenreaktionen mit unvorhersehbaren Folgen rund um den Globus.

Dieses Szenario haben die Abgeordneten in Washington nun offenbar verhindert. Die Schuldengrenze wird so weit angehoben, dass sie bis zur nächsten Präsidentschaftswahl im Herbst 2012 ausreicht. Die USA können ihre Schulden weiter bedienen. Und auch ihre Rating-Bestnote AAA dürfte zumindest kurzfristig kaum in Gefahr sein.

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US-Bonität: Die wichtigsten Fakten zur US-Schuldenkrise
Wer glaubt, damit wären alle Gefahren für Europa und Deutschland gebannt, irrt allerdings. Das Kürzungsprogramm, mit dem Demokraten und Republikaner in den kommenden zehn Jahren insgesamt 2,4 Billionen Dollar einsparen wollen, hat es in sich. Experten fürchten, dass die Kürzungen die größte Wirtschaftsmacht der Welt zurück in die Rezession reißen könnten. Und darunter würden nicht nur die Amerikaner leiden, sondern auch ihre Handelspartner wie Deutschland.

Die Einigung der US-Politik beschneide die Fähigkeiten der Regierung, auf die Arbeitsmarkt- und Wachstumskrise zu reagieren, kritisiert der US-Ökonom und ehemalige Arbeitsminister Robert Reich in seinem Blog: "Zusammen mit den ohnehin schon geplanten Einschnitten werden die Ausgabenkürzungen die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession erhöhen."

Nach Einschätzung von Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank bewegen sich die USA auf einem "äußerst schmalen Grad zwischen ausufernden Defiziten und einem Abwürgen der Konjunktur durch harte Sparmaßnahmen". Dass der US-Kongress angesichts der verhärteten Fronten diesen schmalen Pfad findet, "erscheint zunehmend unwahrscheinlich", schreibt Leuchtmann in einer aktuellen Analyse.

Ein Rückfall der USA in die Rezession würde die Weltwirtschaft hart treffen. In den vergangenen Jahren hatten vor allem Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien die Konjunktur getrieben - und gerade in Deutschland einen Exportboom ausgelöst. Doch in einigen dieser Volkswirtschaften flaut der Wirtschaftsaufschwung schon wieder ab. Umso wichtiger wäre es, dass die USA endlich wieder ihren eigentlichen Stammplatz als Treiber der Weltkonjunktur einnehmen.

Danach sieht es nun noch weniger aus als zuvor. Und auch das langfristige Schuldenproblem der USA bleibt ungelöst. Selbst wenn die künftigen Regierungen es schaffen sollten, über die nächsten zehn Jahre die geplanten 2,4 Billionen Euro einzusparen, dürfte der Schuldenberg weiter wachsen.

Am Montag meldeten sich deshalb auch schon die Japaner zu Wort, nach China die zweitwichtigsten Gläubiger der Vereinigten Staaten. Außenminister Fumihiko Igarashi begrüßte zwar den kurzfristigen Schuldenkompromiss, forderte aber zugleich weitere Sparanstrengungen. Es bestehe immer noch die Sorge, dass die Kreditwürdigkeit der USA von den Rating-Agenturen heruntergestuft werde.

Mit Material von dpa-AFX

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1. Gesellschaftsbankrott statt Staatsbankrott
Kalaharry 01.08.2011
Zitat von sysopDie Erleichterung ist groß:*Mit der*Einigung im*US-Schuldenstreit bleibt der*globale Finanzmarktkollaps aus.*Doch*die USA*werden in den kommenden Jahren drastisch sparen.*Fällt die größte Volkswirtschaft der Welt*aber zurück in die Rezession,*sind die globalen Folgen dramatisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,777672,00.html
Die Tea Party will die Rezession, also bekommt sie sie. Wo ist das Problem? Die Amerikaner werden weniger konsumieren, weil sie das Geld für eine Krankenvorsorge, Medikamente, oder die steigenden Schuldzinsen brauchen. Darüber kann man sich doch nicht aufregen, wenn man genau so eine Politik macht. Was gestern beschlossen wurde, ist der gesellschaftliche Bankrott der USA. So wird es kommen und es ist unsinnig, sich darüber zu echauffieren. Wer kann, der verläßt dieses Land und wer nicht kann, der beschafft sich das, was er zum überleben braucht bei denen, die es haben.
2. keine lösung
andresa 01.08.2011
das grundproblem wurde nicht mal ansatzweise gelöst. mal wieder nur ein aufschieben, reines zeitspiel. warum dies niemand so schreibt? weil dich echten journalisten seit wochen streiken und fast nur noch pr veröffentlicht wird: http://le-bohemien.net/2011/07/29/herren-im-haus/
3. abgewirtschaftet
mitwisser, 01.08.2011
Zitat von sysopDie Erleichterung ist groß:*Mit der*Einigung im*US-Schuldenstreit bleibt der*globale Finanzmarktkollaps aus.*Doch*die USA*werden in den kommenden Jahren drastisch sparen.*Fällt die größte Volkswirtschaft der Welt*aber zurück in die Rezession,*sind die globalen Folgen dramatisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,777672,00.html
geht´s auch mal ne Nummer kleiner? Dramatisch, Armageddon, Desaster, Angst, Sorge bla. Und sich dann in einem anderen Artikel über die Zunahme von burn out , Umweltzerstörung und Klimawandel auslassen... Diese Art der Wirtschaft hat abgewirtschaftet. Das sollte doch mittlerweile klar sein.
4. Wieso?
karsten112 01.08.2011
Zitat von sysopDie Erleichterung ist groß:*Mit der*Einigung im*US-Schuldenstreit bleibt der*globale Finanzmarktkollaps aus.*Doch*die USA*werden in den kommenden Jahren drastisch sparen.*Fällt die größte Volkswirtschaft der Welt*aber zurück in die Rezession,*sind die globalen Folgen dramatisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,777672,00.html
War die lage der Weltwirtschaft dramatisch als ganz China nichts konsumiert hat? Also, die Kaufkraft der US and A wird von anderen aufgebracht werden und unsere amerikanischen Freunde werden halt etwas sparen. Am besten bei den Militärausgaben.
5. Ehrlich gesagt
nataliadirks@gmail.com, 01.08.2011
mag ich mir gar nicht vorstellen was es bedeuten würde wenn eine Industrienation wie Deutschland seine Exporte nach USA stark zurückfahren müßte. Bei all den Zahlungsverpflichtungen die wir eingegangen sind und unserem aufgeblähten Sozialstandards. Wo will man all das Geld hernehmen wenn unsere Industrie nicht mehr unter Volldampf segelt? Aber Hauptsache wir schalten unsere AKW`s ab.
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Die wichtigsten Eckpunkte zum US-Schuldenkompromiss
Wochenlang haben Demokraten und Republikaner in Amerika um einen Kompromiss für den Staatshaushalt gerungen. Jetzt ist die Einigung da. Die wichtigsten Eckpunkte in der Übersicht.
Wie viele Schulden darf Amerika künftig machen?
Die US-Schuldengrenze wird nach Angaben des Weißen Hauses schrittweise um mindestens 2,1 Billionen Dollar angehoben - zunächst um fast eine Billion Dollar bis Ende dieses Jahres, der Rest folgt dann bis Ende 2012. Sie steigt damit von derzeit 14,3 Billionen auf mindestens 16,4 Billionen Dollar.
Wie viel Geld will Amerika sparen?
Insgesamt rund 2,4 Billionen Dollar will die amerikanische Regierung in den kommenden zehn Jahren sparen. Das Sparprogramm soll in zwei Etappen realisiert werden. Kurzfristig sollen die Ausgaben um 917 Milliarden Dollar gekürzt werden. Bis Ende 2011 sollen zusätzliche Einsparungen von 1,5 Billionen Dollar beschlossen werden.
Was wird in der ersten Etappe eingespart?
Insgesamt geht es um 917 Milliarden Dollar. 350 Milliarden Dollar der rasch fälligen Einsparungen entfallen auf die Militärausgaben. Hinzu kommen Einsparungen im Regierungsapparat. Renten und Sozialbezüge werden fürs Erste nicht gekappt. Steuererhöhungen stehen zunächst ebenfalls nicht zur Debatte.
Wer legt die Einsparungen der ersten Etappe fest?
Den kleineren Teil des Sparprogramms müssen Repräsentantenhaus und Senat bis Dienstag absegnen. Die Abstimmungen dürften knapp ausfallen: Linke Demokraten und rechte Republikaner sind mit vielen Details des Abkommens unglücklich.
Was wird in der zweiten Etappe eingespart?
Hier geht es um 1,5 Billionen Dollar innerhalb der kommenden zehn Jahre. Die Maßnahmen können alles umfassen. Allein im Bereich Militär sind Kürzungen von mindestens 500 Milliarden Dollar geplant. Hinzu kommen Kürzungen bei Renten, Sozialausgaben (wie das Arbeitslosengeld und Lebensmittelmarken) und der Krankenversicherung für Senioren (Medicare) und Arme (Medicaid). Auch Steuererhöhungen dürften diskutiert werden.
Wer legt die Einsparungen der zweiten Etappe fest?
Bis Ende November soll ein sogenannter Super-Kongress alle weiteren Sparmaßnahmen beschließen. Es handelt sich dabei um einen Sonderausschuss aus sechs Demokraten und sechs Republikanern.

Sollte sich der Super-Kongress auf keine konkreten Maßnahmen einigen können oder der Kongress diese nicht bis Weihnachten 2011 absegnen, treten automatische Kürzungen in Kraft. Diese würden auf jeden Fall Kürzungen bei Sozial- und Verteidigungsausgaben umfassen. Renten-und Sozialschecks würden in diesem Fall kategorisch ausgespart.

Fläche: 9.833.517 km²

Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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