Einnahmeeinbruch Deutsche zahlen drastisch weniger Kapitalsteuern

Zinsen, Dividenden, Wertpapiergeschäfte: Die Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen sinken dramatisch. Laut einem Zeitungsbericht bekam der Fiskus 2010 rund 3,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Erwartet hatten Finanzpolitiker eigentlich ein dickes Plus.

Börsensaal in Frankfurt am Main: Der Plan der Finanzpolitiker ist nicht aufgegangen
REUTERS

Börsensaal in Frankfurt am Main: Der Plan der Finanzpolitiker ist nicht aufgegangen


Osnabrück - Die Neuregelung bei der Kapitalertragssteuer sollte dem Staatshaushalt dicke Zusatzeinnahmen bescheren, doch das Gegenteil ist eingetreten: Laut "Neuer Osnabrücker Zeitung" sind die Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen im vorigen Jahr regelrecht eingebrochen. Wie das Blatt unter Berufung auf Zahlen des Bundesfinanzministeriums schreibt, sank das Aufkommen 2010 im Vergleich zu 2009 um 3,7 Milliarden Euro.

Die Kapitalertragsteuer wird auf Zinsen, Dividenden und Wertpapiergeschäfte fällig. 2009 hatte diese Steuer dem Fiskus noch Einnahmen von 12,4 Milliarden Euro gebracht. 2010 waren es nun nur noch 8,7 Milliarden Euro.

Für 2011 erwartet das Finanzministerium nach aktueller Steuerschätzung erneut ein Minus auf wenig mehr als acht Milliarden Euro. Zum Vergleich: Vor Einführung der Abgeltungsteuer von 25 Prozent hatte der Staat im Jahr 2008 noch 13,5 Milliarden Euro Steuern aus Kapitalerträgen eingenommen, rund fünf Milliarden mehr als jetzt.

Dabei sollte das neue Abgeltungsmodell mit pauschaler Erhebung eigentlich Steuerhinterziehung verhindern und Schwarzgelder ins Inland locken - sprich: dem Staat zusätzliche Einnahmen sichern. Doch dieser Plan erweist sich nun laut "Neuer Osnabrücker Zeitung" als Flop.

"Für Arbeitnehmer und Rentner ist es komplizierter geworden"

Die Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG) fordert angesichts der Entwicklung, die Abgeltungsteuer abzuschaffen. "Die Reform ist eindeutig nach hinten losgegangen", sagte der DSTG-Vorsitzende Dieter Ondracek dem Blatt. Weder das Ziel, im großen Stil privates Kapital ins Land zurückzuholen, noch die angekündigte Vereinfachung des Steuerrechts sei erreicht worden.

"Im Gegenteil: Für Arbeitnehmer und Rentner mit einem persönlichen Steuersatz von unter 25 Prozent ist es komplizierter geworden, weil sie zunächst zu viel abgeführte Steuern vom Fiskus zurückfordern müssen", sagte Ondracek. Spitzenverdiener profitierten dagegen.

Falls die Politik nicht handelt, wird die Reform nach Ansicht Ondraceks ohnehin vor Gericht gekippt: "Die Privilegierung von Kapitalerträgen gegenüber anderen Einkünften verstößt gegen den Grundsatz einer gleichmäßigen Besteuerung und ist damit verfassungswidrig."

Seit Januar 2009 gilt für Zinserträge, Dividenden und Wertpapiergewinne pauschal eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, die die Banken direkt an den Fiskus abführen. Bis Ende 2008 galt dagegen der persönliche Einkommensteuersatz. Kursgewinne blieben komplett steuerfrei, wenn die Papiere mindestens ein Jahr im Depot lagen.

wal/dpa-AFX/AFP



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insgesamt 254 Beiträge
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Seite 1
Sebamo 24.01.2011
1. Arbeit wird eben bestraft
Zitat von sysopZinsen, Dividenden, Wertpapiergeschäfte: Die Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen sinken dramatisch. Laut einem Zeitungsbericht bekam der Fiskus 2010 rund 3,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Erwartet hatten Finanzpolitiker eigentlich ein dickes Plus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741161,00.html
Arbeitseinkommen werden immer noch diskriminiert. Aber die steigen - wenn überhaupt - bei weitem nicht so wie die Kapitaleinkommen. Würde die scharz-gelbe Regierung ihre Ansichten zu Wirtschaft und Arbeit tatsächlich in die Tat umsetzen, dann wäre es umgekehrt und die Arbeitseinkommen würden deutlich geschont gegenüber Kapitaleinkommen. Das würde auch dem Industriestandort Deutschland gut tun. Gleichzeitig darf der Wunsch nach Investitionen in diesen Standort nicht gedämpft werden.
Gebetsmühle 24.01.2011
2. lächerlich sie wusstens nicht.
Zitat von sysopZinsen, Dividenden, Wertpapiergeschäfte: Die Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen sinken dramatisch. Laut einem Zeitungsbericht bekam der Fiskus 2010 rund 3,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Erwartet hatten Finanzpolitiker eigentlich ein dickes Plus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741161,00.html
ein plus erwartet? das ist das ergebnis der mövenpickerei. die reichsten der reichen zahlen längst keine steuern mehr. der mittelstand verarmt und die zahl der steuerfreien im prekariat wächst. genau diese politik führt zu dem was wir jetzt haben. wer das nicht wußte, gehört nicht in die regierung.
achim_62, 24.01.2011
3. das berühmte MIlchmädchen
Zitat von sysopZinsen, Dividenden, Wertpapiergeschäfte: Die Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen sinken dramatisch. Laut einem Zeitungsbericht bekam der Fiskus 2010 rund 3,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Erwartet hatten Finanzpolitiker eigentlich ein dickes Plus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741161,00.html
Natürlich. Die Erde ist eine Scheibe, Geschenke bringt der Weihnachtsmann, und Steuersenkungen führen zu Mehreinnahmen. Wo sollen die herkommen, wenn auf die Masse der angelegten Vermögen weniger Steuern als vorher zu zahlen sind? Ich bin wahrlich kein Spitzenverdiener, aber mein persönlicher Steuersatz liegt über 25 %. Von der Möglichkeit, Gewinne und Verluste über mehr als ein Jahr hinweg gegeneinander zu verrechnen, ganz zu schweigen.
Baikal 24.01.2011
4. Das sind eben..
Zitat von sysopZinsen, Dividenden, Wertpapiergeschäfte: Die Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen sinken dramatisch. Laut einem Zeitungsbericht bekam der Fiskus 2010 rund 3,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Erwartet hatten Finanzpolitiker eigentlich ein dickes Plus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741161,00.html
.. unsere geliebten Experten, die den Banken die Mäuse zum Nulltarif nachschmeissen, Mickerzinsen bei exorbitanten Sollzinsen zahlen lassen und daraus ein fettes Plus errechnen.War nicht mal die Rede davon, die Banken samt der Bankster zur Rechenschafft ziehen zu wollen .. von "Experten"?
zeitmax 24.01.2011
5. Eine Watschn nach der anderen...
Diese Regierung kassiert (wie die vorige auch) eine Ohrfeige nach der anderen für ihre schlampige und heißgestrickte Gesetzgebung ( man entblödet sich z.B. nicht, um 5 Euro HartIV-Anhebung zu streiten). Fühlt sich eigentlich noch jemand zuständig? Ich fordere: Für jedes neue Gesetz die Abschaffung eines alten - aber komplett! Und ein Verfalldatum - nach 2 bis fünf Jahren soll ein Controlling den angestrebten Effekt bestätigen müssen, sonst verfällt das Machwerk.
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