IW-Umfrage Elf Prozent der Firmen wollen Flüchtlinge einstellen

Etliche deutsche Unternehmen planen eine Zukunft mit Zuwanderern. Die größten Einstellungshürden sind nach Angaben der befragten Entscheider fehlende Deutschkenntnisse und geringe fachliche Qualifikationen.  

Flüchtling bei der Jobbörse für Flüchtlinge in Berlin
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Flüchtling bei der Jobbörse für Flüchtlinge in Berlin


Viele deutsche Firmen liebäugeln damit, Flüchtlinge einzustellen. Elf Prozent der Unternehmen haben laut einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) konkrete Pläne für die Einstellung von Flüchtlingen. Sieben Prozent beschäftigen demnach Flüchtlinge oder taten dies in den vergangenen fünf Jahren. Befragt wurden mehr als 900 Geschäftsführer von Industrie- und Dienstleistungsfirmen.

Besonders hoch ist die Bereitschaft demnach in den Betrieben, die bereits mit Flüchtlingen arbeiten. Von ihnen wollten 40 Prozent künftig noch mehr Zuwanderer beschäftigen.

Zugleich wiesen laut IW rund 75 Prozent der befragten Firmenchefs darauf hin, dass fehlende Deutschkenntnisse das größte Einstellungshemmnis seien. 60 Prozent bezeichneten geringe fachliche Qualifikationen als zu große Hürde für die Einstellung. Für die Hälfte der Geschäftsführer stehen Unsicherheiten mit dem Aufenthaltsrecht sowie für 17 Prozent ein zu hoher Mindestlohn entscheidend im Weg.

Hohe Hürden auf dem Weg zur Arbeitsaufnahme

"Die Bundesregierung muss es Flüchtlingen weiter erleichtern, Deutsch zu lernen und sich fortzubilden", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Flüchtlinge müssten zudem regional gleichmäßiger verteilt werden, um ihre Integrationschancen nicht unnötig zu verkleinern.

Die gesetzlichen Hürden, Arbeit aufzunehmen, sind für die Flüchtlinge zum Teil hoch. In den ersten drei Monaten nach ihrem Asylantrag etwa dürfen sie gar nicht arbeiten. Massiv erschwert wird die Arbeitsaufnahme zusätzlich durch den Antragsstau im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Auf den Schreibtischen der Behörde stapeln sich 370.000 Altfälle, über die noch entschieden werden muss. Derweil haben 400.000 Flüchtlinge noch gar keinen Antrag gestellt.

msc/AFP



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