Neue Berechnungsmethode Familien drohen Einbußen beim Elterngeld

Die neue Berechnungsmethode fürs Elterngeld sollte alles einfacher machen - stattdessen drückt sie offenbar massiv die Bezüge. Laut einer Berechnung bekommen junge Mütter und Väter von Kindern, die in diesem Jahr geboren wurden, bis zu 40 Euro pro Monat weniger als Eltern älterer Kinder.

Vater, Sohn: Weniger Elterngeld durch neue Berechnungsmethode
DPA

Vater, Sohn: Weniger Elterngeld durch neue Berechnungsmethode


Berlin - Seit Anfang des Jahres wird das Elterngeld auf eine neue Art berechnet - dadurch erhalten offenbar viele Mütter und Väter weniger Bezüge, als sie früher bekommen hätten. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") am Dienstag unter Berufung auf Berechnungen des Berliner Steuerrechtsexperten Frank Hechtner.

Im ungünstigsten Fall lägen die Zahlungen für ein Kind, das in diesem Jahr geboren wird, 40,43 Euro im Monat niedriger als für ein Kind, das noch im Dezember 2012 geboren wurde, heißt es. Diese Differenz ergebe sich für eine verheiratete Mutter oder einen verheirateten Vater mit einem Bruttoeinkommen von 4100 Euro im Monat.

Auch für Leute, die nur die Hälfte verdienten, sei der Ausfall nicht unbeträchtlich. Bei einem Bruttoeinkommen von 2000 Euro falle das Elterngeld monatlich um 10,18 Euro niedriger aus als bei der bisher gültigen Kalkulation.

Die Elterngeld-Kürzung kommt laut "SZ" durch die Art zustande, wie das Nettogehalt berechnet wird. Die Obergrenze für die Beiträge zur Krankenversicherung werde nicht berücksichtigt. Gutverdienern unterstelle man bei der Berechnung des Elterngeldes höhere Beitragszahlungen, als sie real geleistet hätten. Das drücke das Nettogehalt.

Zudem erfasst die Berechnung des Elterngeldeszwischenzeitliche Steuersenkungen nicht. Es wird stets die Steuerlast vom Beginn des vergangenen Jahres angenommen. Diese liegen meist höher als im ersten Jahr der Elternschaft - was die Bezüge zusätzlich drückt.

ssu/dpa-AFX



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 45 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
RenegadeOtis 26.02.2013
1.
Zitat von sysopDPADie neue Berechnungsmethode fürs Elterngeld sollte alles einfacher machen - stattdessen drückt sie offenbar massiv die Bezüge. Laut "Süddeutscher Zeitung" müssen Mütter und Väter auf bis zu 40 Euro pro Monat verzichten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/elterngeld-familien-drohen-einbussen-durch-neue-berechnungsmethode-a-885542.html
Bei 2.000 brutto sinds 10 Euro Bei 4.000 brutto sinds 40 Euro. Das gilt als massiv? Wie hoch ist bei den beiden Verdiensten die Entlastung durch den Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte?
spiegelleser_1981 26.02.2013
2. 4100 Bitte ???
Zitat von sysopDPADie neue Berechnungsmethode fürs Elterngeld sollte alles einfacher machen - stattdessen drückt sie offenbar massiv die Bezüge. Laut "Süddeutscher Zeitung" müssen Mütter und Väter auf bis zu 40 Euro pro Monat verzichten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/elterngeld-familien-drohen-einbussen-durch-neue-berechnungsmethode-a-885542.html
Also jetzt mal echt .... was stört ein Mann der 4.100 Euro Brutto verdient wenn er 40 Euro weniger auf dem Konto hat ? 4.100 als verheirateter Mann, geht er mit Kinderfreibetrag mal mit 3.500 Euro netto nach Hause. Was machen da schon 40 Euro aus. Und übrigens gbit es ja wohl bis auf Deutschland fast kein Land das so viel für Familien mit Kinder macht wie wir. Elterngeld, Bereuungsgeld, Kindergeld, Kinderfreibeträge usw. ! Wir jammern auf sehr hohem Niveau ! Deutschland zahlt z.B. Europaweit das höchste Kindergeld und so was wie Elterngeld gibt es in fast keinem anderen Land der Erde !
socke86 26.02.2013
3. 40€ weniger...
Mal ganz ehrlich: Wer 4100€ brutto im Monat hat, dem stören die 40€ weniger wohl nicht wirklich. Realistischer ist das schon mit den 2000€ brutto. Jedoch sind jetzt 10€ weniger im Monat nicht wirklich schlimm. Wiedermal ein aufgebauschter Artikel...
mortimer001 26.02.2013
4. also wir wandern dann mal nach Skandinavien aus...
...diese Familienpolitik ist dermaßen unerträglich rückständig -man wird ja beinaje zum Auswandern gezwungen. ln skandinavischen Ländern kann Familie ohne größere finanzielle Einbußen realisiert werden, es gibt genug quasi kostenlose, hochqualifizierte Betreuungsstellen -und wenn insbesondere der Vater mal ein Jahr beim Kind bleibt, ist das ein 'Plus' im Lebenslauf. Da muss unsere Politik -und Gesellschaft- noch viel lernen...
derworch 26.02.2013
5. Immer das Gleiche!
Schade, ich als Vater von 3 Kindern weiß, dass eine engagierte Erziehung von Deutschlands zukünftigen Steuerzahlern nicht billig ist, aber nicht wirklich gefördert wird. Andere Länder sind uns Deutschland da weit voraus!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.