Mappus-Berater: Bundesregierung pflegte offenbar Kontakte zu Notheis
Der Ex-Deutschland-Chef von Morgan Stanley, Dirk Notheis, hatte offenbar regen Kontakt zur Bundesregierung - und war als Politikberater gefragt. Auch der Bundeskanzlerin schrieb der Banker laut "Handelsblatt" mehrfach E-Mails.
Düsseldorf - Wie eng war der Kontakt des Ex-Deutschlands-Chefs von Morgan Stanley, Dirk Notheis, zur Bundesregierung? Die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl hatte hierzu Ende Juli eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Über die Antworten berichtet nun das "Handelsblatt". Laut Kotting-Uhl eröffnen sie "viele neue Fragen".
Die vorliegenden Informationen zeigen, dass Notheis Kontakte in höchste Regierungskreise hatte: Der Banker war in Berlin ein gefragter Berater - ob Euro-Krise, Energierepublik oder die Zukunft des Arbeitsmarktes. Mögliche private Kontakte seien nicht aufgeführt, heißt es laut "Handelsblatt" in dem Antwortschreiben des Finanzministeriums.
Notheis schrieb nach Informationen der Zeitung mehrfach E-Mails an die Bundeskanzlerin. Beispielsweise am 16. September 2011, als er sich zum europäischen Bankensektor zu Wort meldete. Zu den Themen Offshore-Wind und der Stimmungslage an der Wall Street schrieb er Merkel ebenfalls. Mehrfach habe der Banker mit dem Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, gesprochen. Auch zu den Finanzstaatssekretären Hans Bernhard Beus, Jörg Asmussen und Werner Gatzer hielt er offenbar Kontakt; Arbeitsministerin Ursula von der Leyen lud Notheis zu einem Forum über Soziale Marktwirtschaft ein.
Die offenbar engen Kontakte sind vor allem in Hinblick auf Notheis' Rolle in der EnBW-Affäre interessant. Der frühere Regierungschef von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, hatte unter Regie des damaligen Morgan-Stanley-Deutschlandchefs Notheis im Jahr 2010 mehr als 45 Prozent der Aktien des baden-württembergischen Stromversorgers EnBW für 4,7 Milliarden Euro vom französischen Energieunternehmen EdF zurückgekauft.
lei
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- Montag, 10.09.2012 – 13:08 Uhr
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