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Schleppende Energiewende: Altmaier zweifelt an Prognosen der Regierung

Bei der Energiewende hat sich die schwarz-gelbe Bundesregierung ehrgeizige Ziele gesetzt - doch die Umsetzung lahmt. Nun stellt ausgerechnet Bundesumweltminister Peter Altmaier die Vorgaben zum Stromverbrauch in Frage.

Bundesumweltminister Peter Altmaier: "Möglicherweise weniger Elektroautos" Zur Großansicht
DPA

Bundesumweltminister Peter Altmaier: "Möglicherweise weniger Elektroautos"

Berlin - Gut ein Jahr nach der beschlossenen Energiewende in Deutschland äußert Bundesumweltminister Peter Altmaier Zweifel am Erreichen zentraler Ziele. Es stelle sich die Frage, "ob es wirklich gelingt, den Stromverbrauch bis zum Jahre 2020 um zehn Prozent zu senken", sagte Altmaier der "Bild am Sonntag"."Wenn wir das noch irgendwie schaffen wollen, dann bedarf das riesiger Anstrengungen."

Die Bundesregierung hatte im Zuge der Energiewende das Ziel ausgegeben, erneuerbare Energien sollten bis 2020 etwa 35 Prozent des Stromverbrauchs abdecken. Um dies zu erreichen, soll auch der Stromverbrauch um zehn Prozent sinken. Dieses Ziel stellt Altmaier nun in Frage.

Altmaier, der nach der Entlassung seines Vorgängers Norbert Röttgen Mitte Mai den Posten des Umweltministers übernommen hatte, kritisierte, in der Vergangenheit seien Fehler gemacht worden. So habe es "Prognosen zur Höhe der Strompreise gegeben, die dann revidiert werden mussten". Außerdem sei nicht jedem der "Koordinierungsbedarf" bei der Energiewende klar gewesen. "Diese Fehler müssen wir jetzt korrigieren."

Auch was die Zukunft von Elektroautos betrifft, ist der Umweltminister skeptisch. "Wir werden möglicherweise deutlich weniger Elektroautos haben, als bislang angenommen", sagte Altmaier.

Der CDU-Politiker verknüpfte sein persönliches politisches Schicksal mit dem Gelingen der Energiewende: "An der Antwort auf die Frage, ob es mir gelingt, die Energiewende flott zu machen, wird sich entscheiden, ob ich ein guter und erfolgreicher Umweltminister bin."

Achten will er dabei besonders auf die Strompreise. "Wenn wir nicht aufpassen, dann kann die Energiewende zu einem sozialen Problem werden", sagte er der Zeitung. Die Frage der Bezahlbarkeit von Energie sei aus den Augen verloren worden. "Für mich hat höchste Priorität, dass Strom bezahlbar bleibt."

stk/Reuters/dapd

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insgesamt 286 Beiträge
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1. Für dumm verkaufen
goethestrasse 15.07.2012
..ist genauso wie mit der Schuldenbremse und den Krippenplätzen. Alles wird für die Zukunft beschlossen, schöngeredet und sich selbst auf die Schulter geklopft. Zeit gewonnen und wenn das Ende naht und die Utopie entlarvt wird... Oh,...konnten wir nicht wissen, rückrudern oder zurücktreten und die anderen den Ärger ausbaden lassen (Koch - Nachtflugverbot / und sichere Renten und tolle Riestersparpläne. Es fehlt einem die Galle für den Zorn den man in sich trägt. Weshalb wurde gestenr in Frankreich gefeiert ???
2.
no-panic 15.07.2012
Zitat von sysopDPABei der Energiewende hat sich die schwarz-gelbe Bundesregierung ehrgeizige Ziele gesetzt - doch die Umsetzung lahmt. Nun stellt ausgerechnet Bundesumweltminister Peter Altmaier die Vorgaben zum Stromverbrauch in Frage. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,844449,00.html
Altmaier läuft sich warm für den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Austsieg aus dem Ausstieg...... Wenn alles nichts hilft, kramt die CDU dann mal die Sozialkeule aus und entdeckt ihr Herz für die Schwachen. Welche Anstrengungen hat man denn bisher unternommen, um den Stromverbrauch zu senken? Im Gegenteil, man belohnt doch Unternehmen für einen hohen Stromverbrauch durch subventionierung! Das Geld, das dort verschenkt wird, holt man beim kleinen Verbraucher wieder rein und jammert dann vom unbezahlbaren Strom für die kleinen Leute. Die vielgepriesene Elektromobilität, (bald massiv vom Staat gefördert?) trägt auch nicht zu weniger Verbrauch bei sondern wird diesen noch gehörig steigern. Wieder auf Kosten der kleinen Leute, die sich so ein EAuto gar nicht leisten können, aber letztlich mit dafür bezahlen werden. Nicht die Energiewende macht den Strom teurer, die Politik ist es, die den kleinen Leuten die Kehle zuschnürt. MfG np
3. optional
forkeltiface 15.07.2012
Die Schlagzahl von Versprechungen, die unrealistisch sind, aber in Staatssender und Massenmedien als realistisch dargestellt werden - und später widerrufen werden, nimmt zu. Kann sich noch jemand erinnern, wie vor Kurzem hier im Forum, aber auch in der Presse, jeder Zweifler als "Atomiker", "Neo-Liberaler" etc. niedergeschrien wurde, als auf die faktische Unmöglichkeit dieser "Energiewende" hingewiesen wurde - als klar gemacht wurde, dass dieser Hau-Ruck Ausstieg ein Fehler ist, der mit nichts zu rechtfertigen ist. Nein, jetzt zucken die Schreihälse die Schultern und finden "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" - und zig Millarden wenn nicht hunderte Milliarden Wohlstand gehen den Bach runter.
4. Nur werden die Dummen
Baikal 15.07.2012
Zitat von goethestrasse..ist genauso wie mit der Schuldenbremse und den Krippenplätzen. Alles wird für die Zukunft beschlossen, schöngeredet und sich selbst auf die Schulter geklopft. Zeit gewonnen und wenn das Ende naht und die Utopie entlarvt wird... Oh,...konnten wir nicht wissen, rückrudern oder zurücktreten und die anderen den Ärger ausbaden lassen (Koch - Nachtflugverbot / und sichere Renten und tolle Riestersparpläne. Es fehlt einem die Galle für den Zorn den man in sich trägt. Weshalb wurde gestenr in Frankreich gefeiert ???
offenbar nicht weniger, rund ein Drittel will immer noch die CDU mit ihrer obersten Vortäuscherin wählen - warum soll sich da die Regierung anstrengen wenn allein Schönreden die Macht erhält? (und die netten Posten dazu: Merkel hat sich immehin 950 Märchentaler im Monat mehr genehmigt)
5. Altmaier versagt
thiede11 15.07.2012
Derselbe Schwätzer wie der Vorgänger. Schon dieses Jahr werden wir 23% EE beim Strom haben. Der Verbrauch wird schon alleine durch das endgültige Abschalten von Großkraftwerken deutlich gesenkt weil diese einen hohen Eigenstromverbrauch haben - ca 40 TWh/a. Bis 2022 werden auch viele Stromheizungen stillgelegt. Der Kerl sollte sich endlich mal anstrengen bei seiner Arbeit!!
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Was kostet der Atomausstieg?
Zu den Kosten des Atomausstiegs kursieren verschiedene Zahlen. Die wichtigsten Werte im Überblick:
Privatwirtschaftliche Investitionen
Für den Atomausstieg müssen neue Windräder, Solaranlagen, Biomasseanlagen und Gaskraftwerke gebaut werden. Stromleitungen müssen ausgebaut werden. Hinzu kommen Investitionen in Energieeffizienz. Nach SPIEGEL-ONLINE-Berechnungen belaufen sich die Investitionen insgesamt auf rund 170 Milliarden Euro bis 2020. Andere Forschungsinstitute kommen auf ähnliche Werte.
Haushalt
Die Politik streitet vor allem darüber, was die Energiewende für Auswirkungen auf den Haushalt hat. Die im vergangenen Jahr beschlossene Brennelementesteuer etwa sollte der Regierung jährlich 2,3 Milliarden Euro bringen. Jetzt drohen die Energieversorger, gegen die Abgabe zu klagen - ihrer Ansicht nach war sie an die Laufzeitverlängerung gekoppelt. Manche fordern neue Subventionen für Industrien mit besonders hohem Energiebedarf.

Gleichzeitig verknüpft die Regierung Ausgaben mit dem Programm, die für den Atomausstieg gar nicht nötig sind: So will sie die Mittel für die Wärmedämmung alter Gebäude steigern. Generell gilt: Entschieden ist noch nichts - für Kostenberechnungen in puncto Haushalt ist es noch zu früh.
Strompreis
Die Preise für Endverbraucher werden auf absehbare Zeit nur wenig steigen. Denn der Strom, den sie beziehen, wird stets über mehrere Jahre eingekauft. Der aktuelle Preisschub fällt vorerst kaum ins Gewicht.

Bis Ende des Jahrzehnts könnte der Preis indes um mehrere Cent steigen. Allein durch den Netzausbau und die Großhandelspreise wäre ein Anstieg um drei Cent möglich - dazu kämen Milliardenkosten aus der EEG-Umlage.ssu


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