Energiewende: Atomkonzerne schalten Altmeiler endgültig ab

Der erste Teil des Atomausstiegs ist besiegelt: E.on, RWE, EnBW und Vattenfall haben sich entschlossen, ihre alten Kraftwerke nicht wieder ans Netz zu nehmen. Die Meiler waren nach dem Super-GAU des AKW Fukushima zunächst vorläufig heruntergefahren worden.

Düsseldorf/Stuttgart - In Deutschland werden acht Atomkraftwerke endgültig abgeschaltet. Nach E.on und RWE hat am Freitag auch EnBW angekündigt, seine seit März stillgelegten Anlagen Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 nicht wieder hochzufahren.

Dies wäre rechtlich möglich gewesen, da das Atom-Moratorium der Bundesregierung inzwischen ausgelaufen ist, ein neues Ausstiegsgesetz aber erst im Juli in Kraft tritt. Nach der Reaktorkatastrophe in Japan Mitte März hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die sieben ältesten deutschen Meiler für drei Monate abschalten lassen. Der etwas modernere Reaktor Krümmel war ohnehin wegen langwieriger Wartungsarbeiten seit Jahren vom Netz.

Die Möglichkeit eines kurzfristigen Wiederanfahrens der Alt-Meiler bis zur Gesetzgebung im Juli hatten Politiker als Provokation bezeichnet. Nun sehen die Konzerne davon ab. Die acht Meiler sollen nun für immer stillstehen, die übrigen neun deutschen Atomkraftwerke bis Ende 2022 vom Netz gehen.

ssu/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. gute Nachricht...
fritz_64 17.06.2011
jetzt kann es ja losgehen mit dem Abbauen der Kraftwerke, wird ja sicher die nächsten 15-20 Jahre dauern bis die Dinger weg sind. In diesem Bereich sollten unsere Bauunternehmen unbedingt Knowledge ansammeln, denn nach einem erfolgreichen Ausstieg hier in Deutschland wird dieses Knowledge sicher weltweit gefragt sein...
2. Abbau
kleinehobbit 17.06.2011
Zunächst wird es 5 Jahre dauern bis die Brennelemente soweit abgekühlt sind dass diese in Castor-Behälter untergebracht werden können. Weiterhin denke ich dass es günstiger sein wird die Teile zunächst so stehen zu lassen. "Weg sein" werden die Dinger eh nicht. Die Anlage ist kontaminiert und muß ebenfalls in Behälter irgendwann irgendwo endgelagert werden. Und da ist das altbekannte Problem: Es gibt kein Endlager. Eines der Dinge die wir unseren Kindern und nachfolgenden Generationen hinterlassen werden.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare

Der kompakte Nachrichtenüberblick am morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6.00 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: