Energiewende Seehofers Extrawunsch kostet Stromkunden Milliarden

Zwischen drei und acht Milliarden Euro: So hoch könnten die Mehrkosten für die Erdverkabelung der Nord-Süd-Stromtrassen ausfallen. Bayern beharrte nach heftigem Streit über dieses Thema auf einem höheren Anteil von Stromkabeln unter der Erde.

Hochspannungsleitung in Niedersachsen (Archiv): Stromkunden müssen die Mehrkosten tragen
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Hochspannungsleitung in Niedersachsen (Archiv): Stromkunden müssen die Mehrkosten tragen


Der von den Koalitionsspitzen im Sommer verabredete Vorrang für Erdkabel beim Bau der großen Stromtrassen wird Milliarden kosten. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte, dürften die zusätzlichen Kosten für die Erdverkabelung von Gleichstromtrassen zwischen drei und acht Milliarden Euro liegen. Die Mehrkosten müssen die Stromkunden über die Netzentgelte bezahlen.

Umgekehrt dürfte aber auch viel Geld gespart werden, wenn durch einen raschen Leitungsausbau Engpässe im Stromnetz vermieden werden. Um das Netz bei schwankendem Wind- und Sonnenstrom stabil zu halten, sind hohe Ausgaben notwendig. Der Netzbetreiber 50Hertz geht für das laufende Jahr bundesweit von 500 Millionen Euro aus.

Anfang Juli hatten sich CDU-Chefin Angela Merkel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach monatelangem Streit über neue Überland-Trassen beim Ausbau der Stromnetze geeinigt. Um Bayerns Ministerpräsident entgegenzukommen, sollen bei den neuen Nord-Süd-Stromautobahnen stärker bestehende Trassen genutzt werden. Auch sollen vorrangig Erdkabel verlegt werden. Die Regierung will den Beschluss vom Sommer in Kürze umsetzen.

mka/dpa

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orthonormalbürger 05.10.2015
1. Ausnahmsweise
geb ich dem Herren da mal recht. Jeder Meter unter der Erde ist mir recht. Nicht weil es doof ist das irgwo diese Trasse verläuft unter der Erde ist extrem sicher, kann quasi nicht beschädigt werden. Wenn das einmal vernünftig gemacht wird hält das erstmal. Die Mehrkosten sind wohl zu dulden.
salkin 05.10.2015
2.
Es wird immer nur über die zusätzlichen Kosten gesprochen. Was ist mit den erheblichen Einsparungen für die Finanzierung dieser Leitungen? Sind hier die entsprechenden Ansätze angepasst worden oder erhöhen sich hier nur die Erlöse der Netzbetreiber? Eigentlich müssten diese erheblichen Einsparungen die zusätzlichen Kosten ausgleichen.
masaryk 05.10.2015
3. Na hoffentlich...
...uebernehmen die Buerger Bayerns diesen Mehrbetrag. Wuerde jedes Bundesland auf Unterlandleitungen pochen, gaebe es keine Leitung, das waere zu teuer.
Rosa3000 05.10.2015
4. Doch nur den bayerischen Stromverbraucher
Auch Herr Seehofer ist sicher für das Verursacherprinzip. Alles andere wäre doch so ungerecht wie der Finanzausgleich.
syracusa 05.10.2015
5.
Zitat von orthonormalbürgergeb ich dem Herren da mal recht. Jeder Meter unter der Erde ist mir recht. Nicht weil es doof ist das irgwo diese Trasse verläuft unter der Erde ist extrem sicher, kann quasi nicht beschädigt werden. Wenn das einmal vernünftig gemacht wird hält das erstmal. Die Mehrkosten sind wohl zu dulden.
Das wäre noch zu beweisen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ein in der Erde liegendes Kabel mindestens so bruchgefährdet ist, wie ein frei laufendes Kabel. Und die Reparatur ist dann auch erheblich teurer. Aber Zahlen hab' ich dazu auch keine. Ansonsten: klar, wenn eine demokratisch legitimierte Regierung diesen Entschluss fasst, dann müssen die Stromkunden das bezahlen. Aber man sieht auch hier wieder mal, wie dumpfsinnig sturer bayerischer Trotz die Bürger völlig unnötiges Geld kostet. Das wird weiter zur Entempathisierung der Gesellschaft beitragen und fördert Politikverdrossenheit.
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