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Energiewende-Fonds: Crash des Emissionshandels verursacht Milliardenloch

Im deutschen Energie- und Klimafonds fehlen mehr als eine Milliarde Euro. Der Fonds soll Gebäudesanierungen, Ökostromspeicher und Klimaschutz finanzieren - doch laut einem Agenturbericht brechen die Einnahmen weg. Grund ist der massive Preisverfall beim Handel mit CO2-Zertifikaten.

Wärmedämmung auf dem Dach eines Hauses: Lücke im Energie- und Klimafonds Zur Großansicht
DPA

Wärmedämmung auf dem Dach eines Hauses: Lücke im Energie- und Klimafonds

Berlin - Der Bundesregierung droht für wichtige Projekte der Energiewende das Geld auszugehen. Für den Energie- und Klimafonds fehlen für das kommende Jahr weitere 1,1 Milliarden Euro, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Das gehe aus der Kabinettsvorlage des Bundesfinanzministeriums für die Haushaltseckpunkte 2014 hervor.

Über den Energie- und Klimafonds werden unter anderem energetische Gebäudesanierungen, Speicherprojekte für Ökostrom, Klimaschutzprojekte und der Ausbau der Elektromobilität gefördert. Grund für die Finanzierungslücke sei der Preisverfall beim Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten.

Der Fonds wird zum Teil aus den Einnahmen des Emissionshandels gespeist. Ursprünglich hatte die Regierung mit 17 Euro je Tonne CO2 kalkuliert. Derzeit liegt der Preis bei etwa vier Euro.

Bei einem angenommenen Preis von 4,50 Euro pro Tonne ausgestoßenem CO2 würden 2014 Ausgaben von zwei Milliarden Euro nur Einnahmen von 900 Millionen gegenüberstehen, heißt es in der Vorlage des Ministeriums. Für die weitere Finanzplanung müsse abgewartet werden, ob auf EU-Ebene eine Reform des Emissionshandels gelinge.

Die EU-Kommission will 900 Millionen Verschmutzungsrechte vom Markt zurückhalten, um den Preis pro Tonne CO2 wieder zu steigern. Die deutsche Regierung ist uneins, was davon zu halten ist. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) unterstützt den Vorschlag. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warnt vor zusätzlichen Belastungen für die Industrie und ist gegen einen solchen künstlichen Eingriff.

Schon im laufenden Jahr fehlen - vor allem wegen der niedrigen Zertifikatepreise - rund 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro im Klimafonds.

Während der Regierung Geld für die Energiewende fehlt, profitieren ausgerechnet die großen Energiekonzerne von den verschwindend geringen Zertifikatepreisen. RWE Chart zeigen etwa betreibt zahlreiche Braunkohlekraftwerke - und spart durch die Niedrigpreise massiv Kosten.

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ssu/dpa-AFX

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 345 Beiträge
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1. Dieser Etikettenschwindel
pacificwanderer 12.03.2013
von CO2-Certifikaten gehoert gestopt. Desgleichen auch die Emission durch Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen. Die Regierungen aller Staaten sollten die Fusions-Kernenergie foerdern, aber das verhindert offenbar die Oel/Kohle Lobby und die Politiker die zwischen Fission und Fusion nicht unterscheiden koennen oder wollen.
2. Konnte schließlich keiner vorher wissen
EchoRomeo 12.03.2013
war aber bestimmt alles "Gut Gemeint" wie alles an dieser Pampers-Wende auf dringende Empfehlung von Ethikräten. Und ganz bestimmt im Sinne der Mehrheit, die sich seit 30 Jahren von einem Haufen Bessermenschen über den Tisch ziehen lässt. Wie war das noch mal: Die Sonne schickt keine Rechnung.
3. Schande, dass Braunkohlekraftwerke weiter laufen dürfen!
fraumarek 12.03.2013
Es ist eine Schande, dass wieder Braunkohlekraftwerke gebaut werden bzw. wieder hochgefahren werden, obwohl diese Dinosaurier und Klimakiller schon vor Jahren eingemottet gehört hätten. Ihre dreckspeienden Rauchfahnen werden uns jetzt wieder beglücken, dank dieser nichtsnutzigen FDP und diesem Jüngelchen von Rösler. Eine Schande!
4. "Über den Energie- und Klimafonds werden ..."
Worldwatch 12.03.2013
... vor allem Buerokratie- wie Ideologieabsurdien "gefoerdert".
5.
ManBearPig 12.03.2013
Zitat von fraumarekEs ist eine Schande, dass wieder Braunkohlekraftwerke gebaut werden bzw. wieder hochgefahren werden, obwohl diese Dinosaurier und Klimakiller schon vor Jahren eingemottet gehört hätten. Ihre dreckspeienden Rauchfahnen werden uns jetzt wieder beglücken, dank dieser nichtsnutzigen FDP und diesem Jüngelchen von Rösler. Eine Schande!
Und womit sollte dann heute z.B. der Strombedarf gedeckt werden? Wind und Sonne stellen heute trotz fast 70GW installierter Leistung gerade mal 5GW zur Verfügung.
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