44 Prozent Ökostrom-Produktion steigt auf Rekordhoch

Der Oktober war mit Blick auf die Energiewende ein Rekordmonat: 44,1 Prozent der deutschen Stromproduktion kamen aus erneuerbaren Energien - so viel wie noch nie.

Windräder bei Jülich
DPA

Windräder bei Jülich


Im Oktober ist in Deutschland so viel Ökostrom produziert worden wie noch nie zuvor in einem Monat. Nach Angaben der deutschen Übertragungsnetzbetreiber und der Strombörse EEX steuerten die Solar-, Wind-, Wasser- und Biomassekraftwerke in diesem Monat genau 44,1 Prozent zur deutschen Stromerzeugung bei.

Insgesamt produzierten die Ökostromanlagen gut 20,7 Milliarden Kilowattstunden Strom - genug um den durchschnittlichen Jahresverbrauch von 5,9 Millionen Zweipersonenhaushalten zu decken. Allein die Wind- und Solaranlagen trugen rund 14,6 Milliarden Kilowattstunden dazu bei.

Hauptgründe für das neue Rekordhoch dürften die Herbststürme "Herwart" und "Xavier" sein, die neben schweren Verwüstungen auch eine besonders hohe Produktion von Windenergie verursachten. Gleichzeitig sorgte das zwischenzeitlich sehr sonnige Wetter für eine Photovoltaik-Produktion, die für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch war.

Auch im Jahresdurchschnitt ist der Anteil der erneuerbaren Energien bislang vergleichsweise hoch. Bislang trugen die Ökostromanlagen mehr als 38 Prozent zur deutschen Stromerzeugung bei.

ssu



insgesamt 297 Beiträge
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Freedom of Seech 06.11.2017
1. Die andere Perspektive
Das ist doch ein Grund zum Feiern - die Nachricht kommt pünktlich zum Weltklimagipfel in Bonn! Wir sollten aber nicht vergessen, dass der deutsche Jubel außerhalb von Deutschland nicht unbedingt geteilt wird (soll gelegentlich vorkommen). Außerhalb von Deutschland zirkulieren nämlich noch ein paar andere Zahlen die in den deutschen Medien praktisch nie auftauchen und auch nicht im deutschprachigen Internet. Ich füge mal ein Link bei (dieses enthält wiederum eine Reihe von sehr informativen Links und Stastiken zur aktuellen Lage). Die Lektüre eignet sich nicht nur für überzeugte Ökoaktivisten. https://thoughtscapism.com/2017/10/30/thoughtscapism-goes-nuclear-at-bonn-cop23/ Nicht gelesen? Ja klar, alles Atomlobby.
noalk 06.11.2017
2. Rechnerei
Insgesamt 20,7 Mrd kWh Ökostrom, nur im Oktober? Ausreichend für nur 5,9 Mio 2-Pers.-Haushalte, das wären 3500 kWh pro Haushalt und damit der Jahresverbrauch. Da wird also die Monatsproduktion mit dem Jagresverbrauch verglichen. Seltsam! Sollte man doch eigentlich mit dem Monatsverbrauch vergleichen. Dann reichten 20,7 Mrd kWh für sagenhafte 70,8 Mio Haushalte. Also rund doppelt so viele wie es in D gibt. Kommt dann schon eher hin.
M. Michaelis 06.11.2017
3.
Solange diese Produktion weitgehend bedarfsunabängig stattfindet ist es keine gute Nachricht. Der produzierte Strom geht weder in die Bundesländer mit viel Industrie noch gibt es ausreichen Speichersysteme und zudem verteuert Speicherung die Produktionskosten. So führt der Anstieg nur zu enormen Preisschwankungen an der Strombörse und zu einer Absenkung der Rentabilität jeglicher Stromproduktion.
shopper34 06.11.2017
4. Bremser
Der Ökostrom-Anteil könnte noch wesentlich höher sein , wenn die GroKa-Parteien samt FDP nicht weiterhin Kohlekraftwerke in West und Ost fördern und die verbliebenen Atomkraftwerke abschalten würden. Das wird auch in Jamaika leider so bleiben, weil sich die Grünen mit ihren Klimazielen nicht durchsetzen werden .
cogitabilis 06.11.2017
5. Sind diese Zahlen in sich stimmig?
Einerseits wird aufgeführt, dass im Durchschnitt des bisherigen Jahres 38,1 Prozent der deutschen Stromerzeugung regenerativ erfolgte, im Oktober sogar 44,1% aber die produzierte Menge nur für 5,9 Millionen 2-Personen-Haushalte ausreichen würde. Bei mir stellt sich dabei aber eine ziemliche Verwirrung ein. Einerseits leben ca. 82 Millionen Menschen in Deutschland (rechnerisch also ca. 41 Millionen 2-Personen-Haushalte, auch wenn die reale Verteilung eine andere sein sollte) und andererseits wird seit Jahren von allen Seiten gemeldet, dass Deutschland ein Nettoexporteur von Strom sei - also sich faktisch / rechnerisch mit 100% selbst mit Energie versorgen kann. Darüber hinaus wird ein nicht unwesentlicher Teil der Stromproduktion gewerblich verbraucht. Wenn nun in diesem Artikel steht, dass die produzierte Strommenge "nur" für 5,9 Millionen Haushalte reicht, so ergibt sich entweder, dass diese Zahl nicht stimmen kann (müsste bei 44,1 % Anteil an der Stromerzeugung eher Richtung 18,5 Millionen Haushalte tendieren - wohlgemerkt ohne Einrechnung gewerblicher Kunden, mit - dann eher gegen 35 - 40 Millionen) oder der Anteil an der Stromerzeugung nicht 44,1 % sondern nur 14% oder weniger betragen kann. Ich tendiere dazu die Anzahl der Haushalte zu bezweifeln. In jedem Fall möchte ich festhalten, dass solche Plausibilitätsfehler sehr häufig vorkommen und ich mir immer wieder die Frage stelle, ob die Journalisten / Redakteure keine Zeit mehr zur Kontrolle haben oder ob grundsätzlich die Kompetenz fehlt im Wirtschaftsministerium- und Wissenschaftsbereich überschlägig Zahlen und ihre Zusammenhänge zu verstehen. Ich nehme an, dass einfach die Zahl fehlt.
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