Engpässe im Winter Netzbetreiber warnt vor Stromausfall in Deutschland

Wacklige Leitungen und Engpässe könnten Deutschland im Winter einen flächendeckenden Stromausfall bescheren, warnt der Netzbetreiber Tennet. "Die Situation hat sich seit Frühjahr nicht entspannt", sagte Unternehmenschef Fuchs. Besonders an kalten Tagen könne es eng werden.

Strommasten und Windräder vor Abendhimmel: Sorge um Netzstabilität
DPA

Strommasten und Windräder vor Abendhimmel: Sorge um Netzstabilität


München - Der Netzbetreiber Tennet warnt vor Stromengpässen in Deutschland. Der Netzausbau sei nicht vorangekommen, sagte Tennet-Chef Martin Fuchs dem "Münchner Merkur". "Die Gefahr eines Stromausfalls ist eher noch gestiegen, weil jetzt in Süddeutschland zwei Gaskraftwerke nicht mehr für den regelmäßigen Einsatz zur Verfügung stehen." Bei einer längeren Kälteperiode könne es eng werden, sagte Fuchs.

Wehe dann im Norden starker Wind, könnten die Leitungen Richtung Süddeutschland überlastet werden. Umgekehrt könne aber auch Windstille im Norden und wenig Sonne zum Problem werden, weil dann alle Kraftwerkskapazitäten in Deutschland mobilisiert werden müssten, um den Strombedarf zu decken

Bereits im vergangenen Februar hätten die Versorger kurz davor gestanden, einem Teil der Verbraucher den Strom abzuschalten, sagte Fuchs. "Ich will nicht dramatisieren. Wir sollten die Gefahr eines Stromausfalls allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen."

Fuchs forderte zügige Genehmigungsverfahren beim Netzausbau. Eine echte Entlastung wäre laut dem Tennet-Chef eine 600 Kilometer lange direkte Nord-Süd-Trasse. "Die Ausgaben für so eine Verbindung liegen zwischen zwei und drei Milliarden Euro. Ein flächendeckender Stromausfall kostet allerdings innerhalb weniger Stunden Milliarden", sagte der Tennet-Chef.

Um das Stromnetz zu stabilisieren, gebe es mittlerweile tausend Eingriffe im Jahr. Oft müssten günstige Kraftwerke im Norden vom Netz genommen werden und durch teurere im Süden ersetzt werden. "Die Kosten dafür trägt der Stromkunde - immerhin rund 150 Millionen Euro im Jahr", sagte Fuchs.

Deutschland exportiert Strom ins Ausland

Die Stabilität der Stromnetze und die Weiterleitung und Speicherung von Strom ist für die deutsche Energieversorgung die größte Herausforderung. Denn es gibt offenbar keine Probleme, eine ausreichende Menge zu produzieren. Deutschland hat im bisherigen Jahresverlauf so viel Strom in seine Nachbarländer exportiert wie nie zuvor, wie aus kürzlich veröffentlichten vorläufigen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervorgeht.

In den ersten drei Quartalen 2012 flossen im Saldo 12,3 Terawattstunden Elektrizität über die Grenzen. Das entspricht der Leistung von zwei Großkraftwerken, die in dieser Zeit permanent Strom liefern. Fachleute machen den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland für die Entwicklung verantwortlich.

mmq/dpa

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insgesamt 310 Beiträge
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Seite 1
gbk666 21.11.2012
1.
Zitat von sysopDPAWacklige Leitungen und Engpässe könnten Deutschland im Winter einen flächendeckenden Stromausfall bescheren, warnt der Netzbetreiber Tennet. "Die Situation hat sich seit Frühjahr nicht entspannt", sagte Unternehmenschef Fuchs. Besonders an kalten Tagen könne es eng werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/energiewende-tennet-warnt-vor-stromausfall-im-winter-a-868465.html
Na ist es nicht die Aufgabe der Netzbetreiber derlei Problemen vorzubeugen?
Nonvaio01 21.11.2012
2. sehe ich auch so
Zitat von gbk666Na ist es nicht die Aufgabe der Netzbetreiber derlei Problemen vorzubeugen?
wir exportieren mehr Strom als jemals zuvor. Diese einnahmen sollten doch wohl zur erhaltung unseres Netzes genutzt werden, denn schlieslich haben wir das ja auch alles bezahlt.
Luna-lucia 21.11.2012
3. aber sicher!
Zitat von gbk666Na ist es nicht die Aufgabe der Netzbetreiber derlei Problemen vorzubeugen?
und Deutschland exportiert ja auch immer mehr Strom ins Ausland! Die Netzbetreiber können uns Bürger nicht täuschen. Sie vergessen das Internet hahaha! Aber, wie passt dass den zusammen? Hamburg - Deutschland hat im bisherigen Jahresverlauf so viel Strom in seine Nachbarländer exportiert wie nie zuvor. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, die manager magazin Online vorliegen. ANZEIGE In den ersten drei Quartalen 2012 flossen im Saldo 12,3 Terawattstunden Elektrizität über die Grenzen. Das entspricht der Leistung von zwei Großkraftwerken, die in dieser Zeit permanent Strom liefern. Im selben Zeitraum des Vorjahres war Deutschland laut Statistischem Bundesamt Netto-Stromimporteur. Der negative Saldo betrug 0,2 Terawattstunden. Im Jahr vor dem Atomausstieg (2010) lag der Exportüberschuss von Januar bis einschließlich September demnach bei 8,8 Terawattstunden. aus: Deutschland schafft Stromexport-Rekord trotz Atomausstieg - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-schafft-stromexport-rekord-trotz-atomausstieg-a-866226.html)
ghostscript 21.11.2012
4. Eskalation
Oh verdammt, das war nicht vorherzusehen! Bitte macht die Atomkraftwerke wieder an und wenden wir uns wieder ab von der Energiewende. Das ist es doch was man mit solchen Horror-Szenarien erreichen will!?
H-Vollmilch 21.11.2012
5. Steinzeit
Zitat von gbk666Na ist es nicht die Aufgabe der Netzbetreiber derlei Problemen vorzubeugen?
Mitnichten. Wissen wir doch alle, das die Abschaltung diverser AKWs uns diese Situation eingebrockt hat aber wir tortzdem weiterhin Strom auch exportieren können... Steinzeit, wir kommen.
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