Entlastung der Bundesbürger 2012 bringt Deutschen unerwarteten Geldsegen

Fast alle Arbeitnehmer in Deutschland können sich im laufenden Jahr auf ein höheres Nettoeinkommen freuen. Dank niedrigerer Abgaben winken Durchschnittsverdienern laut einem Pressebericht bis zu 160 Euro mehr. Das Plus fällt damit höher aus als bei der umstrittenen Steuersenkung, die 2013 ansteht.

Maschinenbauer: Still verabschiedete Änderungen bringen mehr als Steuersenkung
DPA

Maschinenbauer: Still verabschiedete Änderungen bringen mehr als Steuersenkung


Hamburg - Angesichts dieser Zahlen wirkt der heftige Streit über die Steuersenkung recht merkwürdig: Die meisten Arbeitnehmern dürften 2012 mehr Netto vom Brutto bekommen als im vergangenen Jahr. Und das ganz automatisch durch viele kleine Gesetzesänderungen. Das hat der Ökonom Frank Hechtner für die "Süddeutsche Zeitung" errechnet.

Hauptnutznießer sind demnach Beschäftigte mit einem Jahresbruttolohn zwischen 24.000 und 66.000 Euro. Für viele werden die Gesetzesänderungen demnach mehr bringen als die für 2013 angekündigten Steuersenkungen. Der Reform ging ein ewiges Geschacher der Regierungsparteien voraus, laut Hechtner wird sie die Bürger im ersten Jahr durchschnittlich gerade mal um 76 Euro entlasten.

Bei den vergleichsweise still verabschiedeten Änderungen für 2012 winken dagegen bis zu 160 Euro, berichtet die "SZ". Zwar macht auch das für den Einzelnen monatlich gerade mal 13 Euro aus. Dennoch ist es erstaunlich, dass die Bundesregierung diesen Geldsegen kaum öffentlich ausschlachtet. Laut "SZ" könnte dies daran liegen, dass es sich um "technische Feinheiten" handelt, und weniger um eine politisch gesteuerte Entlastung der Bürger. Denen dürfte es freilich recht egal sein, warum sie mehr Geld in der Tasche haben.

Die wichtigste Änderung 2012 ist der gesunkene Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Betrag, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen zahlen, sinkt von insgesamt 19,9 auf 19,6 Prozent des Bruttogehalts.

Allein das bringt einem Durchschnittsverdiener netto etwa 60 Euro mehr im Jahr. Außerdem können die Beschäftigten einen größeren Teil dessen von der Steuer absetzen, was sie für die Altersvorsorge aufwenden. Zum ersten Mal wird zudem die Erhöhung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 920 auf 1000 Euro regulär in der Gehaltsabrechnung berücksichtigt.

"2012 wird schwieriger"

Trotz dieser Aussichten auf mehr Geld warnt Finanzminister Wolfgang Schäuble die Bürger vor neuen Risiken: "2012 wird wahrscheinlich schwieriger als 2011", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung vom Montag. Er befürchte, dass die Herausforderungen für Deutschland angesichts der Schuldenkrise und des globalen Konjunkturabschwungs im neuen Jahr größer würden. Viele Staaten müssten jetzt ihre Hausaufgaben machen.

Eine positive Bilanz zog Schäuble angesichts von zehn Jahren Gemeinschaftswährung. "Der Euro, den es jetzt seit zehn Jahren auch als Bargeld gibt, ist stabil und nach dem Dollar die wichtigste Reservewährung der Welt", sagte der CDU-Politiker.

Die grassierende Schuldenkrise habe den deutschen Steuerzahler bislang wenig belastet. "Wir haben bisher wenig bezahlt", sagte Schäuble. "Wir haben Griechenland Kredite gewährt, für die wir Zinsen bekommen. Der Rest sind Garantien, die bisher nicht in Anspruch genommen wurden."

cte/Reuters



insgesamt 165 Beiträge
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peter h. 02.01.2012
1. Ich wusste es doch die können es
Na das ist ja mal was 160 Euro im Monat mehr. Das kann sich ja wahrlich sehen lassen. Sage noch einer,die schlechteste Regierung aller Zeiten.Sowas möchte ich nie wieder hören. Alles andere wäre sowieso eine Frechheit gewesen.
papayu 02.01.2012
2. Dicker Hund !
Zitat von sysopFast alle Arbeitnehmer in Deutschland können sich im kommenden Jahr auf ein höheres Nettoeinkommen freuen. Dank niedrigerer Abgaben winken Durchschnittsverdienern bis zu 160 Euro mehr. Das Plus fällt damit höher aus bei der umstrittenen Steuersenkung, die 2013 ansteht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806625,00.html
Und wieviel deutsche Arbeitsnehmer werden mehr Netto vom Brutto haben? Die ueber 2000 Euro mtl. verdienen und das sind 90% der Arbeitnehmer oder irre ich mich? Da frage ich mich, was soll diese "Ente?"
Darjaan 02.01.2012
3. titel
welch ein Hohn, bei gerade mal 13€ mehr pro Monat für den Durchschnittsverdiener, von einem Geldsegen zu sprechen... alles andere, ob Strom, Benzin, Versicherungen usw. werden in der gleichen Zeit soviel teurer, dass man die 13€ nicht nur nicht merkt, sondern man am Ende vermutlich 50€ pro Monat weniger in der Tasche hat als vorher.... also labert hier nicht herum von Geldsegen.... wenn sich Politiker die Diäten um 6000€ pro Jahr erhöhen, oder ein Bundespräsident, dafür dass er nur 2 Jahre im Amt war, einen Dienstwagen bis Lebensende und zusätzlich zu seinen sonstigen Bezügen einen Ehrensold von 200000€ pro Jahr bis zum Lebensende erhält.... das sind "Geldsegen" im Fall von 13€ für den Durchschnittsabgezockten von einem Segen zu reden, macht nur noch wütend...
hutzel44 02.01.2012
4. Maßstäbe
Zitat von sysopFast alle Arbeitnehmer in Deutschland können sich im kommenden Jahr auf ein höheres Nettoeinkommen freuen. Dank niedrigerer Abgaben winken Durchschnittsverdienern bis zu 160 Euro mehr. Das Plus fällt damit höher aus bei der umstrittenen Steuersenkung, die 2013 ansteht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806625,00.html
Geldsegen? bei evtl. 13 EUR mehr im Monat? Das ist wirlkixh erbärmlich. Bei den Real-Netto Verlusten der letzten Jahre sind solche Almosen nun wirklich nicht erwähnenswert.
c++ 02.01.2012
5. .
Zitat von sysopFast alle Arbeitnehmer in Deutschland können sich im kommenden Jahr auf ein höheres Nettoeinkommen freuen. Dank niedrigerer Abgaben winken Durchschnittsverdienern bis zu 160 Euro mehr. Das Plus fällt damit höher aus bei der umstrittenen Steuersenkung, die 2013 ansteht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806625,00.html
*BIS* zu 160 Euro sind eben nicht 160 Euro. Interessanter und seriöser wäre die Information, wie viel im Durchschnitt. Außerdem weiß inzwischen wohl jeder Dorfpolitiker, dass man mit solchen Meldungen keinen Bürger beeindrucken kann. Was der Bürger in die linke Tasche bekommt, holt man ihm aus der rechten Tasche wieder heraus. Die Einsparungen bei der Rentenversicherung bezahlen die eigenen Eltern mit wachsender Altersarmut, es profitieren nicht die Arbeitnehmer, sondern ausschließlich die Unternehmen. Die meisten Arbeitnehmer würden gerne auf eine Erhöhung der Werbungskostenpauschale verzichten, wenn endlich bedarfsdeckend und bezahlbare Kitas angeboten würden, Straßen weniger Schlaglöcher hätten und ein gut ausgebauter ÖPNV das Leben erleichtern würde .... Zu recht wird von der Regierung dieses "Geschenk" nicht ausgeschlachtet. Die Bürger sind nicht so dumm, darauf hereinzufallen. Die FDP weiß ein Lied davon zu singen.
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