Entlastung für Arbeitnehmer Werbungskosten-Pauschale steigt auf 1000 Euro

Die schwarz-gelbe Regierung ist sich einig: Arbeitnehmer in Deutschland sollen bei ihrer Steuererklärung künftig von einer höheren Werbungskosten-Pauschale profitieren. Union und FDP wollen sie von 920 auf 1000 Euro anheben.


Berlin - Die Steuererklärung soll künftig einfacher werden und schneller vonstattengehen. Den Arbeitnehmern in Deutschland kommt schon bald eine höhere Werbungskostenpauschale zugute. Statt wie bisher 920 Euro soll der Fiskus künftig 1000 Euro pauschal und ohne Belege steuermindernd einräumen. Darauf haben sich die Finanzpolitiker der Koalition aus Union und FDP geeinigt.

Der finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Volker Wissing, sprach von einem "Durchbruch in der Steuerpolitik". Er plädiere dafür, die Erleichterung möglichst schon zum 1. Januar 2011 zu gewähren. "Dies ist machbar." Formal zustimmen müssen noch die Koalitionsspitzen von Union und FDP am 9. Dezember.

Der höhere Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist zentraler Punkt der von der schwarz-gelben Koalition angestrebten Steuervereinfachung. Mit den von den Koalitionsexperten vereinbarten Maßnahmen für ein einfacheres Recht sollen die Steuerzahler um 590 Millionen Euro jährlich entlastet werden, wie aus einer 41-Punkte-Liste hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Das sind 90 Millionen Euro mehr als Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgegeben hatte.

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag dient der Vereinfachung. Erst wenn höhere Werbungskosten - etwa beruflich bedingte Aufwendungen für Arbeitsmittel - anfallen, müssen Arbeitnehmer diese in vollem Umfang einzeln mit Belegen nachweisen. Allein die Anhebung auf 1000 Euro ist nach Angaben aus der Koalition mit Steuermindereinnahmen von 330 Millionen Euro verbunden.

Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Leo Dautzenberg, sagte, es würden "gerade die Steuerzahler profitieren, die ihre Steuererklärung noch regelmäßig selbst machen". Er kündigte an, dass auch die Erklärungspflichten bei Kindern reduziert und das Besteuerungsverfahren bei Rentnern vereinfacht werden soll. Einfachere Regeln sind auch für die Pendlerpauschale, beim Kindergeld und -freibetrag sowie bei der Ehegatten-Besteuerung geplant.

wit/dpa/dapd



insgesamt 23 Beiträge
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Benjowi 02.12.2010
1. "Vereinfachungen" bedeuten oft böse Überraschungen
Nach bösen Erfahrungen der letzten "Vereinfachungen", die regelmäßig auf versteckte Steuererhöhungen hinausliefen, bin ich gespannt, ob das auch dieses Mal so läuft. Leider muß man in diesm Zusammenhang grundsätzlich mit den übelsten Taschenspielertricks rechnen-ernsthaft gesunken sind Steuern und Abgaben in diesem Zockerstaat nämlich noch nie-bestenfalls gleichgeblieben und die vollmundigen Ankündigungen kann man am ehesten noch mit den Methoden des Rattenfängers von Hameln vergleichen.....
drausch 02.12.2010
2. Lächerlich, dafür eine Schlagzeile zu verschwenden
Da gäbe es sicher wichtigere Nachrichten als so eine Lappalie. 80€ Freibetrag sind für den Durchschnittsverdiener gerade mal 25€ mehr im Portemonaie. Die Einzigen die davon wirklich was haben sind Löscher, Ackermann & Co.
khertel 02.12.2010
3. Was ist da einfacher
Ein Pauschbetrag wurde um schwindelerregende 80 € erhöht. Dadurch wurde die Steuererklärung jetzt einfacher. Kann da bitte mal jemand den logischen Zusammenhang herstellen. Der Spon-Schreiber kann's offensichtlich nicht.
marvinw 02.12.2010
4. Bah ist das geil...
---Zitat--- Union und FDP wollen die Werbungskosten-Pauschale von 920 auf 1000 Euro anheben. ---Zitatende--- Da werde ich sogar um 80€ im Jahr reicher! Das stellt das ganze Leben auf den Kopf! Danke Guido und Angie für diese wahnsinne Entlasung!
SKÖMEAS 02.12.2010
5. Ja lächerlich !
Zitat von drauschDa gäbe es sicher wichtigere Nachrichten als so eine Lappalie. 80€ Freibetrag sind für den Durchschnittsverdiener gerade mal 25€ mehr im Portemonaie. Die Einzigen die davon wirklich was haben sind Löscher, Ackermann & Co.
...ja wieviel hat denn Ackermann davon? Ich denke der zahlt doch eh keine Steuer!? In wieviel hundert Jahren werden Sie auch nur ein Zehntel der Steuern von Ackermann bezahlt haben? Und wenn Sie's schon Ackermann nicht gönnen,könnten Sie doch wenigstens mir die 42 EUR gönnen! Ich fände das auch nicht unter meiner Würde! Danke
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