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Entscheidung in Düsseldorf NRW-Zitterwahl gefährdet schwarz-gelbe Großprojekte

Außenminister Westerwelle und Kanzlerin Merkel: Bangen um NRWZur Großansicht
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Außenminister Westerwelle und Kanzlerin Merkel: Bangen um NRW

3. Teil: Ist die Kopfpauschale dann eine Totgeburt?

Die Stimmung im Gesundheitsministerium ist zurzeit richtig gut. Denn Hausherr Philipp Rösler (FDP) hat in den vergangenen Wochen für viele positive Schlagzeilen gesorgt: Er watschte die Pharmaindustrie mit einem Spardiktat ab, will die deutsche Provinz mit Landärzten beglücken und durch eine Abschaffung des Numerus Clausus für Medizinstudenten den von ihm befürchteten Ärztemangel bekämpfen.

Der Rösler, der tut was - diese Botschaft kommt bei vielen Bürgern an. Und weil die Performance von FDP-Parteichef Guido Westerwelle bislang eher übersichtlich war, ist der Gesundheitsminister inzwischen sogar beliebter als der Außenminister. "Das gab es in der Bundesrepublik noch nie", heißt es im Rösler-Ministerium mit einer Mischung aus Stolz und Schadenfreude.

Doch die ordentlichen Sympathiewerte von Rösler müssen nicht so bleiben: Denn viele Pläne sind bisher nur Ankündigungen. Und das Lieblingsprojekt des Jungministers könnte sogar grandios scheitern - nicht nur, aber auch wegen der Landtagswahl in NRW.

NRW-Niederlage wäre ein willkommener Anlass

Die FDP will den Arbeitnehmerbeitrag in der Krankenversicherung (derzeit 7,9 Prozent vom Verdienst) in eine vom Einkommen unabhängige Kopfpauschale umwandeln. Teile der Union wollen das auch, sagen es aber nicht so laut. Künftig müssten Versicherte dann einen fixen Beitrag zahlen, der je nach Ausgestaltung bei bis zu 150 Euro im Monat liegen dürfte. Das Problem: Viele Versicherte müssten dann mehr zahlen als bislang. Weil aber niemand in der schwarz-gelben Gesundheitswelt schlechter gestellt werden soll als im Status Quo, soll es einen Sozialausgleich geben.

Und genau da liegen die Probleme im Detail: Denn Union und FDP wollen die Gesundheitsrevolution, es soll aber niemand mitbekommen. Das Finanzamt soll den Sozialausgleich irgendwie miterledigen, ohne dass irgendjemand einen Antrag stellen muss. Einer von vielen Haken: Das Gros der 20 Millionen Rentner zahlt gar keine Steuern. Deshalb diskutiert die Koalition bereits, die ältere Generation von der Kopfpauschale zu verschonen. Bei einer Ausnahme würde es dann kaum bleiben.

Der in der Theorie verlockend klingende Umbauentwurf von Union und FDP könnte also bereits an den praktischen Details scheitern. Der Verlust der schwarz-gelben Mehrheit im Bundesrat wäre im Zweifel nur ein willkommener Anlass, das unbeliebte Projekt zu beerdigen. Zwangsläufig wäre das nicht, auch wenn die meisten Gesundheitsreformen im Bundesrat zustimmungspflichtig sind. Mit ein paar Tricks - etwa der Aufspaltung des Gesetzes - ließe sich die Länderkammer wohl umgehen.

Den Kassen droht ein Defizit von 15 Milliarden Euro

Gut möglich, dass sich die Diskussion um den Umbau des Gesundheitswesens bald schon verschiebt. Denn Union und FDP wollen den Arbeitgeberbeitrag künftig festschreiben. Ausgabensteigerungen bei den Krankenkassen sollen nicht mehr automatisch zur Erhöhung der Lohnnebenkosten führen. Die Arbeitgeber freuen sich über diesen Plan, schließlich sparen sie künftig viel Geld. Gleichzeitig bedeutet dies aber, dass die Arbeitnehmer künftig die Mehrkosten im System alleine tragen müssen.


Im kommenden Jahr droht den gesetzlichen Kassen ein Defizit von bis zu 15 Milliarden Euro. Der Beitrag zur Krankenversicherung müsste deshalb um 1,5 Prozentpunkte steigen oder die bereits existierenden Zusatzbeiträge massiv erhöht werden. SPD und Grüne dürften mit aller Macht zu verhindern versuchen, dass es zum Einfrieren des Arbeitgeberbeitrags kommt - und Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich die Kosten auch in Zukunft teilen. Damit dürften die ehemaligen Regierungsparteien versuchen, ihr seit Hartz IV ramponiertes Sozialimage aufzupäppeln.

Fazit: Für die Patienten dürfte eine Niederlage von Union und FDP in NRW bedeuten, dass sich die Finanzierung der Krankenkassen nicht grundlegend ändern wird. In der Gesundheitspolitik würde dann das Motto gelten "Ulla Schmidt heißt jetzt zwar Philipp Rösler, aber sonst ändert sich nichts".

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insgesamt 76 Beiträge
delta058 06.05.2010
Die Regierung hatte bis jetzt Zeit ihre Projekte, die sie ja nicht erst seit gestern in der Schublade hatte, umzusetzen und hat nichts geleistet außer Geld zum Fenster raus zu werfen.
Zitat von sysopKopfpauschale, Steuersenkung, längere Laufzeiten für AKW - die Regierung hat in der Wirtschaftspolitik große Pläne, braucht aber eine Mehrheit im Bundesrat. Die ist futsch, wenn Schwarz-Gelb bei der NRW-Landtagswahl verliert. SPIEGEL ONLINE analysiert, was dann aus den Prestigeprojekten wird. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,692925,00.html
Die Regierung hatte bis jetzt Zeit ihre Projekte, die sie ja nicht erst seit gestern in der Schublade hatte, umzusetzen und hat nichts geleistet außer Geld zum Fenster raus zu werfen.
altmannn 06.05.2010
Sollte man nicht erst mal den Wahlausgang abwarten? Eine Menge Wähler wird die "Argumentation" von Rüttgers: "Hilfe, es droht rotrotgrün!" Nachvollziehen und FDP wählen. Das klappte bisher überall. A.
Zitat von sysopKopfpauschale, Steuersenkung, längere Laufzeiten für AKW - die Regierung hat in der Wirtschaftspolitik große Pläne, braucht aber eine Mehrheit im Bundesrat. Die ist futsch, wenn Schwarz-Gelb bei der NRW-Landtagswahl verliert. SPIEGEL ONLINE analysiert, was dann aus den Prestigeprojekten wird. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,692925,00.html
Sollte man nicht erst mal den Wahlausgang abwarten? Eine Menge Wähler wird die "Argumentation" von Rüttgers: "Hilfe, es droht rotrotgrün!" Nachvollziehen und FDP wählen. Das klappte bisher überall. A.
"Kopfpauschale, Steuersenkung, längere Laufzeiten für AKW - die Regierung hat in der Wirtschaftspolitik große Pläne, braucht aber eine Mehrheit im Bundesrat. Die ist futsch, wenn Schwarz-Gelb bei der NRW-Landtagswahl [...]
"Kopfpauschale, Steuersenkung, längere Laufzeiten für AKW - die Regierung hat in der Wirtschaftspolitik große Pläne, braucht aber eine Mehrheit im Bundesrat. Die ist futsch, wenn Schwarz-Gelb bei der NRW-Landtagswahl verliert. SPIEGEL ONLINE analysiert, was dann aus den Prestigeprojekten wird." Kopfpauschale, Steuersendung, längere Laufzeiten für AKW sind PRESTIGEPROJEKTE??? sind GROßE PLÄNE??? Ihr spinnt doch bald alle! Wählt dieses Desaster endlich ab!
Baikal 06.05.2010
Und die Leute zu belügen: der Vorsitzende des Finanzausschusses, Wissing, (Möwenpigs) behaupte just im DLF, die Steuersenkung (Hoteliers) habe sich jetzt schon dank des dadurch eingetretenen besseren konjunkturellen Verlaufs [...]
Zitat von delta058Die Regierung hatte bis jetzt Zeit ihre Projekte, die sie ja nicht erst seit gestern in der Schublade hatte, umzusetzen und hat nichts geleistet außer Geld zum Fenster raus zu werfen.
Und die Leute zu belügen: der Vorsitzende des Finanzausschusses, Wissing, (Möwenpigs) behaupte just im DLF, die Steuersenkung (Hoteliers) habe sich jetzt schon dank des dadurch eingetretenen besseren konjunkturellen Verlaufs vollständig finanziert. Leider nahm die Moderatorin diese Behauptung - wenn au h hörbar etwas sprachlos - ohne Wiederrede hin. Aber so wollen sie weitertäuschen, die Volksbetrüger.
mackeldei 06.05.2010
Die CDU will keine Kopfpauschale.Hier will jemand mit Schlagwörtern Meinung machen.
Zitat von sysopKopfpauschale, Steuersenkung, längere Laufzeiten für AKW - die Regierung hat in der Wirtschaftspolitik große Pläne, braucht aber eine Mehrheit im Bundesrat. Die ist futsch, wenn Schwarz-Gelb bei der NRW-Landtagswahl verliert. SPIEGEL ONLINE analysiert, was dann aus den Prestigeprojekten wird. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,692925,00.html
Die CDU will keine Kopfpauschale.Hier will jemand mit Schlagwörtern Meinung machen.
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