Von Sven Böll, Stefan Schultz und Christian Teevs
Hamburg - Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen (NRW) am kommenden Sonntag wird häufig als "kleine Bundestagswahl" bezeichnet. Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland leben fast 18 Millionen Menschen, mehr als 13 Millionen davon dürfen am Sonntag einen neuen Landtag wählen - das entspricht 26 Prozent aller Wahlberechtigen in der Bundesrepublik.
Darum geht es bei der NRW-Wahl aus bundespolitischer Sicht: Wenn das Land aus dem schwarz-gelben Block im Bundesrat fällt, ist dessen bisherige Mehrheit in der Länderkammer dahin
Und laut aktuellen Umfragen sieht es düster aus für Konservative und Liberale: Rot-Grün liegt in mehreren Erhebungen gleichauf mit Schwarz-Gelb bei rund 45 Prozent. Zudem ist unklar, ob die Linke den Einzug in den Landtag schafft.
Sollten Union und FDP ihre Mehrheit in der Länderkammer verlieren, sind sie bei vielen Vorhaben auf Kompromisse mit SPD und Grünen angewiesen. Doch bei den wichtigsten wirtschaftspolitischen Reformen der Regierung wie dem Ausstieg aus dem Atomausstieg, Steuersenkungen für Bürger und Unternehmen und der Einführung einer Kopfpauschale in der gesetzlichen Krankenversicherung stehen sich die beiden politischen Lager zumeist unvereinbar gegenüber. Es droht eine Blockade der schwarz-gelben Prestigeprojekte.
SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Pläne der Regierung bei einem Verlust der schwarz-gelben Mehrheit in NRW gefährdet sind und welche Konsequenzen dies für Bürger und Unternehmen hat.
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