Probebohrung Riesiges Ölfeld südlich von London

Nahe des Londoner Flughafens Gatwick könnte sich so viel Öl wie in ganz Kuwait befinden, sagt ein britischer Finanzinvestor. Anwohner fürchten schon kilometerweite Fracking-Krater, doch Branchenexperten reagieren zurückhaltend.

Weiden neben Ölförderstätte in Horley: Reiche Rohstoffvorkommen
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Weiden neben Ölförderstätte in Horley: Reiche Rohstoffvorkommen


Eine Investmentfirma hat nach eigenen Angaben ein gigantisches Ölfeld im Süden von London entdeckt. Rund um den Flughafen Gatwick könnten sich bis zu 100 Milliarden Barrel Öl befinden, teilte die UK Oil & Gas Investments (UKOG) am Donnerstag mit. Zum Vergleich: In Kuwait belaufen sich die bestätigten Ölreserven auf etwa dieselbe Menge. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

"Wir haben hier eine relevante Entdeckung gemacht", sagte UKOG-Chef Stephen Sanderson. Das Ölfeld sei wahrscheinlich das größte, das im Vereinigten Königreich in den vergangenen 30 Jahren an Land gefunden worden sei. "Wir denken, dass dies nationale Bedeutung hat", ergänzte Sanderson.

Die UKOG-Aktie stieg nach Bekanntgabe der neuen Vorkommen zeitweise um 300 Prozent. Am Nachmittag belief sich das Plus noch immer auf 160 Prozent.

Dass es in Südengland Rohstoffvorkommen gibt, war bereits zuvor bekannt. Die neuen Probebohrungen haben allerdings ergeben, dass diese um ein Vielfaches größer sind als bisher angenommen. 2014 waren Experten von einem Ölvorkommen von rund 4,4 Milliarden Barrel in der Gegend ausgegangen.

Angst vor Fracking

Rund um die Bohrlöcher in Südengland sind die Anwohner nun besorgt. Sie fürchten vor allem, dass Ölfirmen den Rohstoff mit der umstrittenen Fracking-Methode an die Oberfläche holen könnten. UKOG hat nach eigenen Angaben keine entsprechenden Pläne. Das Öl, das in rund 760 bis 900 Metern Tiefe liege, lasse sich auch anders fördern, teilte die Firma mit.

Forscher sind dennoch skeptisch. Um wirklich Geld mit den Bohrungen zu verdienen, müsse man früher oder später eben doch auf Fracking zurückgreifen, sagte der Geowissenschaftler Alastair Fraser vom Londoner Imperial College.

Umweltschützer kritisierten den Wirbel um die neuen Zahlen als "Rückschritt ins 19. Jahrhundert". Die Freude über neu entdecktes Öl missachte alles, was die Menschheit über den Klimawandel gelernt habe, sagte Doug Parr, ein Wissenschaftler von Greenpeace.

Noch ist allerdings gar nicht klar, wie viel von dem Öl letztlich wirklich an die Oberfläche gepumpt werden wird. Eine Förderung könne zu teuer sein, sagte Mike Jakeman, Rohstoffanalyst beim Branchendienst Economist Intelligence. Angesichts der niedrigen Ölpreise seien derzeit vor allem günstigere Projekte für die Firmen interessant. "Auch, wenn sich die Zahlen gut anhören, ist es unwahrscheinlich, dass diese Entdeckung die britische Energieindustrie wirklich wiederbelebt", sagte Jakeman.

Bisher hat Großbritannien vor allem in der Nordsee Öl gefördert; dort gehen die Vorkommen aber langsam zur Neige. Nach Angaben des Energieministeriums förderte Großbritannien im vergangenen Jahr insgesamt rund 283 Millionen Barrel Öl.

ssu/dpa/Reuters

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insgesamt 62 Beiträge
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Seite 1
Bueckstueck 09.04.2015
1. Auf
Wenn der Liter Benzin dereints mal 10 Ocken kostet, lohnt sich jedes Öldeld. Sogar die Frittierölpfütze vorm McDonalds Lieferanteneingang.
loroamav 09.04.2015
2. Günstige Ölbohrungsmethoden
ob sich da nicht vielleicht bald doch eine lukrative bohrungsmethode finden lässt? ist wohl nur eine frage der zeit, könnte ich mir vorstellen.. so schön sich erneuerbare energien auch anhören mögen... letzendlich ist es nur eine frage des geldes. das öl wird wohl kaum ignoriert werden
Frequent Traveller 09.04.2015
3. ist sichergestellt...??
wurde geprueft, ob es sich nicht um das Treibstofflager des Flughafen Gatwick handelt?
Mario V. 09.04.2015
4. im vergangenen Jahr 283 Millionen Barrel Öl
Und geschätzte 100 Milliarden Barrel sollen dort liegen. Das wäre die Fördermenge von 350 Jahren. Vielleicht lohnt es sich im Moment nicht, aber die Ölpreise werden nicht dauerhaft so niedrig bleiben. Irgendwann wird es sich lohnen.
DrWimmer 09.04.2015
5. Weltfremder Greenpeace-
"Die Freude über neu entdecktes Öl missachte alles, was die Menschheit über den Klimawandel gelernt habe, sagte Doug Parr, ein Wissenschaftler von Greenpeace." Es gibt eben weiterhin Bedarf nach Öl und auch noch andere Aspekte als Klimawandel. Jeder Tropfen Öl, der nicht riskant über die Ozeane verschifft werden muss und dort nicht ausläuft, ist gut für die Umwelt. Von daher wäre es großartig Öl dort zu fördern wo es verbraucht wird, ohne Risiken für das Meer und ohne Schweröl verbrennende Tankschiffe. Das sollte doch selbst einem Chef-Ideologen von Greenpeace etwas positives Denken abringen oder?
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