Reaktion auf Sanktionen Erdogan kündigt Boykott von US-Elektronik an

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan reagiert auf die Handelssanktionen der US-Regierung: Amerikanische Elektronik soll künftig boykottiert werden.


Im Streit mit den USA verschärft die Türkei ungeachtet wirtschaftlichen Drucks ihren Konfrontationskurs. Es sei wichtig, an "unserer entschiedenen politischen Haltung" festzuhalten, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag. Als Reaktion auf US-Handelseinschränkungen kündigte er an, elektronische Produkte aus den USA sollten boykottiert werden. Die USA hätten iPhones, doch "auf der anderen Seite" gebe es Samsung, sagte Erdogan am Dienstag im türkischen Fernsehen. Noch ist allerdings unklar, wie der türkische Staatschef sich so einen Boykott vorstellt.

Die Türkei und die USA stecken derzeit in einem tiefen Konflikt. Aus Protest gegen die fehlende Unterstützung im Kampf gegen den Erdogan-Rivalen Fethullah Gülen hatten türkische Behörden im Oktober 2016 den evangelikalen Pfarrer Andrew Brunson in Haft genommen. Zu Wochenbeginn hatten die Vereinigten Staaten deshalb ihre Zölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei verdoppelt. Während Erdogan zuletzt noch Verbalattacken gegen US-Präsident Donald Trump fuhr, schlug sein Außenminister etwas versöhnlichere Töne an. Trumps Antwort steht noch aus.

Unterdessen zogen auch die Kurse der türkischen Banken am Dienstag an der Istanbuler Börse wieder merklich an. Am Morgen legte der türkische Bankenindex rund viereinhalb Prozent zu. Zu Wochenbeginn waren die Anleger aus Angst vor einem Zahlungsausfall der Türkei noch massiv aus den Titeln der türkischen Geldinstitute geflohen.

mik/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
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jurbar 14.08.2018
1. Bekloppt.
Beim aktuellen Kurs der Lira ist es der Mehrheit der Türken wahrscheinlich ziemlich egal, ob sie sich kein IPhone oder kein Samsung leisten können.
Kreaktivist 14.08.2018
2. 80 Prozent verfügen über kein iPhone
Der Anteil an iPhones liegt in der Türkei bei etwa 20 Prozent (Deutschland ca. 35%). Deshalb wird die "Boykottdrohung" Erdogans nicht die gewünschte Wirkung haben,
ziehenimbein 14.08.2018
3. Trump unterstützt ihn dabei sogar,
indem er den F-35 Deal stoppen will. Wenn es auch zum i-phone Alternativen gibt, dürfte es in anderen Bereichen eher mager aussehen. IT-Infrastruktur, Software, Medikamente usw. dürften denn hier und da doch etwas schwieriger zu ersetzen sein.
peterpretscher 14.08.2018
4. Trump stopped F-15 Deal mit der Türkei, einem NATO Mitglied.....
Zitat von ziehenimbeinindem er den F-35 Deal stoppen will. Wenn es auch zum i-phone Alternativen gibt, dürfte es in anderen Bereichen eher mager aussehen. IT-Infrastruktur, Software, Medikamente usw. dürften denn hier und da doch etwas schwieriger zu ersetzen sein.
......kann Erdogan einen vergleichbaren Jet woanders kaufen!?
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